21.07.2011

14.07.2011 Laguna Blanca (Santa Rosa) / Paraguay

Wir brachen auf gen Norden. Irgendwo vor dem Ort Bella Vista Norte wollten wir noch eine Übernachtung einplanen. Es war heiss. Schwimmengehen wäre eine feine Sache. So fand ich auf der Landkarte ein schmuckes Symbol. Eine Lagune, fern ab vom Trubel. Die wollten wir ansteuern. Ein Campingplatz sei angeblich auch dort.

Die Stimmung war gut, auch nachdem wir unsere erste nervige Polizeikontrolle überlebt hatten…und eine „Spende“ abgeben mussten, da wir die Originale unserer Ausweise nicht vorzeigten, sondern nur Kopien…

Im Örtchen Santa Rosa fanden wir eine Schotterpiste. Laut GPS wäre es die, die uns zur Lagune bringen würde…oder halt eine andere. Es waren lediglich 30 km dorthin. Wäre ja schnell gemacht. Erst durchfuhren wir Dorfähnliche Gebiete. Offensichtlich eine arme Region. Nicht jeder war erfreut über uns bzw. fand unser Auto merkwürdig.

Es wurde langsam dunkel und das GPS beendete seinen Dienst. Wir beschlossen, einen anderen Weg zu nehmen. Über Feld und Schotterwege kamen wir auf eine Lichtung. Dort stand ein Lastwagen quer und zwei Herren lagen darunter. Hilfe benötigten sie auf unsere Nachfrage nicht. Wir wollten über die dahinterliegende Brücke weiter. Leider war es eine Brücke ohne „Inhalt.“ Auf lediglich zwei Balken hätten wir balancieren müssen. Über 5 Meter. War dann doch etwas sportlich, so spontan.
Wir entschieden, diesen Kraftakt zu verschieben, da es ja noch einen zweiten Weg geben würde. Also machten wir eine Kehrtwende…und fuhren retour.

Es wurde dunkel. Wir versuchten uns durchzufragen…aber Menschen und Häuser wurden immer rarer. Wenn man etwas traf, dann auf der Strasse. Fussballspielende Kinder, Rinder, Schafe, Ziegen und putzige Schweine und jede Menge Hühner machten die Anreise zu einem Slalom.
Man kannte angeblich die Laguna Blanca…Im stockfinstern standen wir nach zwei weiteren Stunden vor einem großen, verschlossenem Tor…noch zwei weitere verschlossene Tore sollten folgen…

Wir fuhren durch Felder und kreuzten zwischen Uhus, Motten und vermutlich auch anderen Wesen,  öffneten nach 2,5 Stunden dann aber das Tor zum Campingplatz. Ein 14 jähriger und zeigte und das Gelände.

Ich hoffte insgeheim, dass wir im Hellen das Paradies vorfinden würden. Da schon der Badespass am Nachmittag durch die spektakuläre Anreise ausfiel, wünschte ich mir etwas Positives…

Und es kam schneller als gedacht. Es war Vollmond, das Wasser der Lagune funkelte…der Strand ebenfalls. Wir genossen unsere Ankunft mit den Füssen in Sand und Wasser und irgendwie war ich guter Dinge, dass es im Hellen noch schöner sein würde. Und ich sollte Recht behalten.
Die Zotti Kommandozentrale
Bis zum Mittagessen blieben wir dort. Wie richtige Camper bereiteten wir unser Essen vor Ort am "Kocher" zu. Also alle uns vermachten oder geschenkten Campingutensilien sind bereits eingeweiht.

Da das Wetter etwas bewölkt war, traten wir die Weiterreise gen Norden an. Bella Vista hörte sich auch nicht übel an, sollte am Fluss liegen und auch einen Campingplatz haben.

20.07.2011

12.07.2011 Independencia / Paraguay

Heute wollten wir über die Grenze nach Paraguay. Die „Freundschaftsbrücke“ zwischen den beiden Ländern sollte uns dorthin bringen. Die angrenzende Stadt ist Ciudad del Este. Bekannt für Schmuggel und Handel. Über 6.000 Geschäfte auf einen Haufen. Mittendrin Menschen, Autos, Mopets…wir hatten bereits mehrfach gehört, dass diese Grenzstation Nerven kostet. Der Weg dahin sei lang und müssig.

Es wurde schlimmer. Zehn Spuren sollten zu einer werden. Die Autos kamen über Bordsteine, fuhren auf, also richtig. Es war wie beim Autoscooter. Zwischendrin klopfte alle paar Meter ein Kind oder jemand an die Tür/Fenster und wollte etwas. Es war heiß. Die Sonne brannte. Clemens entschied, dass gleiche Fahrverhalten an den Tag zu legen, da wir sonst keine Chance hätten voran zu kommen. Es war klar, dass wir unsere erste dicke Beule heute bei Lord Höördie riskieren würden. Als er ein freches Taxi, welches sich an uns vorbeimogeln wollte, nicht durchließ und dieses somit in ein parkendes Auto krachte und das Geschrei gros wurde. Der Schweiss an zu laufen…ich sah uns schon verscharrt am Flussufer…

Nach 2 Stunden waren wir dann auch 1 Km weit gekommen und suchten den Zoll. In fast allen Ländern muss man ihn suchen. Auch hier war man sehr nett zu uns und ließ und mit dem Auto nach einer weiteren halben Stunde Behördentum, gewähren.

Clemens Überlegung, günstige Elektroartikel in der Stadt zu kaufen, wurde kurzfristig gecancelt. Nur weg. Schnell weg. Diese Stadt braucht kein Mensch bzw. nicht, wenn man mit dem Auto kommt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ciudad_del_Este

Dann fuhren wir - und fuhren - und genossen bei gutem Wetter das wirklich schöne Land.

Knapp 6 Mio. Menschen bewohnen Paraguay.
Im Vergleich:
Uruguay hat nur 4 Mio.
Brasilien schlanke 199 Mio.
Strassenverhältnisse
Umzugswagen

Wir wollten hoch in den Norden um von dort wieder nach Brasilien in das Sumpfgebiet Pantanal zu kreuzen…aber auf dem Weg entschieden wir, doch ein paar Tage dem Land zu widmen. Es schien sehr schön und ENDLICH war der Sommer (im Winter) da!

17.30 Der Sommer ist da!
Kirche in Villarrica

Wir hatten von Andrea und Thomas eine schöne bunte Landkarte bekommen, die uns als Einzige Info des Landes diente. Sie zeigte aber wo es etwas Kulturelles, Campingplätze, Lagunen etc. gab.
Sie führte uns heute nach Villarrica.
http://de.wikipedia.org/wiki/Villarrica_(Paraguay)


Einen Ort weiter fanden wir auch einen Campingplatz. Wunderschön gelegen, im Nichts.

Wir wurden freundlich begrüsst. Auf Deutsch. Eine deutsche Familie, die vor 25 Jahren hergekommen ist, betrieb Camping, Hotel, Bungalows, Restaurant, Pool…

Die „Aussenanlagen“ waren allerdings noch nicht fertig. Schließlich war ja Winter…
(der nicht immer so warm wie momentan ist, sondern auch mal 0 Grad haben kann)

Der Bungalow war toll. Gemütlich und ruhig. Wir genossen zwei Tage dort und brachten erst unsere Unordnung im Auto in Ordnung, sortierten Schränke und Klamotten…passend zur Jahreszeit.

Wir erkundeten die Gegend, fanden eine Deutsche und Schweizer Kolonie…und sassen abends mit der Truppe zusammen und lernten einiges über das Land und die Kultur.

Ein nettes Völkchen!
Neben Spanisch spricht man ebenfalls Guaraní. Das Guaraní wurde zwar als ein wichtiges kulturelles Merkmal der paraguayischen Nation betrachtet, seine Verwendung blieb aber auf den mündlichen Gebrauch und auf Literatur vorwiegend folkloristischen Charakters beschränkt...und man versteht wirklich KEIN Wort...


In der Kolonie kauften wir im BIOLADEN noch frischen Quark. Den haben wir seit Hannover auch noch nicht entdeckt.
Nun waren wir wirklich im siebten Himmel!...manchmal - und immer öfter, sind es die kleinen Dinge :-)

19.07.2011

12.07.2011 Zotti-Cam in den Cataratas - Teil 2 / ARG & BRA

Wie es wirklich war ;)







12.07.2011 Zotti-Cam in den Cataratas - Teil 1 / ARG & BRA

Hier der Beweis, dass wir wirklich mitten drin- statt nur dabei waren.
Viel Spaß im Nass! Ton an!

http://www.youtube.com/watch?v=pITeHftsPqQ&feature=related

10.07.2011 Foz do Iguaçu / Brasilien

Problemlos landeten wir mit sämtlichen Aus- und Einreise und Zollformalitäten wieder in Brasilien. Die Brasilianer haben ihre Seite etwas grösser aufgezogen. So gab es auf der arg. Seite weder Hochhaus noch Großstadtgefühl. Hier merkt man von „gemütlich“ nichts.
Sogar MC Donalds war zu finden, was seit Porto Alegre in die Ferne gerückt war.  
Um das Thema Wasserfälle wurden noch Attraktionen herumgebaut.
Freizeit- und Vogelparks, Tanzshows sowie Itaipú, dem größten Wasserkraftwerk der Erde. Dazu später aber mehr.
Also von Tourismus verstehen sie was. Auch die Preise sind dementsprechend angepasst.

Mit Uruguay bis dato oben auf der Hitliste in Bezug auf Diesel/Benzin, Essengehen, Hotel etc.

Dennoch hatten wir eine schöne Bleibe. Andreas und Thomas wohnten bei „Evelina“ in einer schönen, gemütlichen, super gelegenen Pousada. Dort quartierten wir uns gleich dazu.

Am „Anreisetag“ beschlossen wir am Nachmittag das Kraftwerk zu besichtigen.
Nach 20 Minuten Fahrt standen wir auf einem Disney-World ähnlichem Gelände.

Wir buchten die „grosse“ 2,5 Std. Tour und gewannen einen Eindruck über das größte Wasserkraftwerk der Welt. (Auch das siebte Weltwunder der Neuzeit genannt.)

Wir machten eine Busrundfahrt über die 8 Km breite Stauanlage und eine Führung durch die riesige Turbinenhalle im Innern des Staudamms…
It was amazing!!!
20 Siemens Turbinen tun Ihren Dienst bei dem Gemeinschaftsprojekt von Paraguay und Brasilien. 75 % der Paraguayischen Bevölkerung  werden darüber mit Energie versorgt. Sogar 20 % von Brasilien…

Stausee


zwischen Paraguay und Brasilien
Kommandozentrale. Links Paraguay, rechts Brasilien
Turbinen-Team
Der Letzte macht das Licht aus
Den Abend liessen wir gemütlich mit Andrea und Thomas in der nahe gelegenen Churrascaria ausklingen. Naja, Churrascaria ist fast eher (danach) ungemütlich. Man isst und isst…und isst….minütlich kommt die nächste Ladung Fleisch auf den Teller. Quasi die brasilianische Antwort auf Fondue.
Die beiden hatten eine Menge toller Erlebnisse und Erfahrungen zu berichten.
Somit stieg unsere Vorfreunde auf unsere kommenden Etappen.

Am nächsten Tag besuchten wir die Cataratas in Brasilien. Es war - so finden wir - (fast) noch beeindruckender, da man einen 180 Grad Blick hat der erst verdeutlicht, wie mächtig alles ist. Also beiden Seiten sollte man unbedingt sehen!
Mann trägt Hut.
Abendessen