18.06.2011

08.05.2011 Bonjour Normandie - Le Havre / Frankreich

Gegen 18:00 landeten wir in Frankreich, le Havre, in der Normandie. Vorbei am Kreuzfahrtterminal und einer AIDA, durch Schleusen sahen wir erneut beim Stehenbleiben Container, Autos und beeindruckende Kräne. Diese standen allerdings still. Es war ja Sonntag und Muttertag dazu.


Am Tag darauf machten wir uns auf den Weg um den Ort (oder war es eine Stadt?) zu erkunden. Wir merkten relativ schnell, dass es uns gut tat, das Schiff zu verlassen wenn es möglich war. Le Havre ist eine Stadt die in den Jahren nach dem Krieg sehr funktionell wieder aufgebaut wurde. Das heißt viel Stahlbeton und Einheitszweckbauten. Auch wenn der brasilianische Stararchitekt Oscar Niemeyer der Stadt seinen Stempel aufdrückte, so richtig warm konnten wir mit Le Havre nicht werden. Auch wenn die teils geschäftigen Cafés und duftenden Baguettestangen uns in der Nase kitzelten, so war Le Havre eine öde Nachkriegshafenstadt. Seit 2005 gehört Le Havre zum UNESCO Kulturerbe, aber die Stadt ist montags irgendwie ausgestorben…und das lag nach unseren Recherchen nicht an dem Montag, sondern war schlicht immer so. Mächtig war der interessante Dom, der als riesiger Stahlbetonpfeil über der Stadt thronte. Auch das Innere strahlte Größe aber auch Kälte aus. Ganz im Gegensatz dazu „Notre Dame“, eine alte teils zerstörte, aber dennoch wunderschöne Kirche, ganz so wie man dies aus Frankreich kennt.

Im Inneren des Schiffes wurde es immer voller. In der "Eingangshalle, Deck 3" standen Kräne, Bagger, Betonmischer und es fuhren immer noch Autos rein, bzw. auf die anderen Decks.
Vereinzelnd sahen wir Autos und Container mit der Aufschrift "FREETOWN". Freetown liegt in Sierra Leone und sollte nach unserem letzten Kenntnisstand nicht angelaufen werden…
Wieder hatten wir die Erkenntnis, ohne Containerschiff, wären wir wohl nie in Le Havre gelandet.
Gegen Abend kamen wir wieder aufs Schiff, in der Hoffnung, dass wir uns bald auf den Weg nach Bilbao machen.
Die Begrüßung am Schiff erfolgte durch mehrere Militärautos/LKW´s sowie schwerem Geschütz/Kanonen. Dies sollte alles nach Dakar gehen...
Am 10.5. beobachteten wir unsere Neuzugänge. Unmengen von Peugeots in allen Größen sowie Erntefahrzeuge der deutschen Firma Claas wurden beladen.

Wir stimmten uns so langsam auf Bilbao ein und lasen in "örtlichen" Reiseführern, was wir dort besichtigen wollten.
Beim Mittagessen, erkundigten wir uns nach der Abfahrt sowie nach der Ankunft in Bilbao.
Abfahrt 16:00 - More or less. Aber von Bilbao und Lissabon erfuhren wir nichts. DAKAR sollte der nächste Hafen sein. (Bilbao und Lissabon wurden laut der Crew schon seit 2 Jahren nicht mehr angefahren…) Es hieß somit: wir starten direkt die erste große Überfahrt. Ca. 6 -7 Tage werden wir nur auf See sein (more or less) bevor wir in Senegal landen. Wir waren geschockt, denn auf die lange Überfahrt hätten wir uns gerne vorbereit und mit köstlichen Dingen eingedeckt. Aber wir merkten schnell, das die gesamte Planung, die man uns aus HH damals mitgeteilt hatte, stets über den Haufen geworfen wurde. Gerne auch spontan. Die Fracht hat die Macht!

Um 15:45 setzen sich die Motoren in Gang. Völlig erstaunt über diese pünktliche Abfahrt liefen wir auf Deck 13. Dort war die Beste Aussicht. Captain Guiseppe ließ uns mit auf die Brücke. So verfolgten wir das manövrieren des Schiffes. Der Örtliche Lotse und der Captain busgierten unseren Riesen Kahn durch den Hafen, bis in die Schleuse...und dann aus dem Hafen…

Am Abend änderte sich der Seegang. Es schaukelte. Wie in einer Schiffsschaukel, die gerade Schwung holte...richtig Schwung holten wir allerdings nachts. Wir schienen schon auf dem offenem Meer zu sein. Nachts wachten wir auf, da sich sämtliche Dinge auf den Kommoden selbstständig machten. Es knarrte und knirschte. Einen ordentlichen Seegang hielt das Kabineninventar vermutlich nur schwer, oder aber nicht ohne Knarren aus.

05.05.2011 1. Landgang - Antwerpen / Belgien -

In Antwerpen landeten wir am Abend. Durch eine große Schleuse ging es dann in den Hafen. Containerhäfen sind doch wirklich LEGO für große Jungs. Stundenlang gibt es etwas zusehen...
In der Schleuse will noch jmd. an uns vorbei...


brav vorbereitet, das Einladen beginnt....

Ein Baum aus Brasilien...


Nachdem wir in Tilbury nigelnagelneue Land Rover geladen hatten, folgten in Antwerpen wieder BMW´s, Baumaschinen etc. Neben neuen Fahrzeugen  begrüßten wir, das Schweizer Ehepaar Michele (57) und Kurt (60) welches gerade ihr Auto an Bord fuhr. Somit waren wir nun 6 Passagiere...von insgesamt 12 möglichen Passagierplätzen...somit war lag die Frauenquote bei 2. Fast 3 Dutzend Männer. Darunter Italiener, Inder und Bangaladeschis/Bangaladesen (?) und ein Bulgare.

Dejan 1. Offizier beim Einweisen des Lotsen

Lotse/Pilot kommt...
Lotse/Pilot geht an Bord
Wir genossen den Tag in Antwerpen. Die Fahrt mit dem Taxi ins Stadtcentrum dauert nur ca. 30 Min./50,00€. London hatten wir aufgrund von min. 1 Std. Taxifahrt nicht besucht.






Mit einem kleinen Touristentraktor, der drei kleine Anhänger im Schlepptau hatte, wurden uns bei der Fahrt in vier Sprachen die Sehenswürdigkeiten der Stadt näher gebracht. Antwerpen eine der schönsten Städte der Welt...naja, fanden wir nach 3 Tagen Containerschiff. Der Dom stellte sich als Museum für flämische Künste heraus und auch der Eintritt von 6 € pro Person schien für einen Dom einmalig zu sein.
Danach ging es zum Einkaufsbummel durch die engen Geschäftsstraßen und die breiten Fußgängerzonen., mit allen erdenklichen Geschäften, in bunten Häuschen.


Das Abendessen nahmen wir auch in Antwerpen ein. Sicher ist sicher. Belgische Muscheln für Clemens und ein Argentinisches Rinderfilet zu Einstimmung auf die kommende Zeit, für Kristina. Somit konnten wir den ersten Erfolg unserer Reise verbuchen, Antwerpen, eine wirklich wunderschöne Stadt und auf jeden Fall eine Reise wert.

Zurück an Bord stellten wir uns erstmals die Frage nach dem Sinn einer Frachtschiffreise…(Nach 6 Tagen!)
Wir waren nun sechs Tage unterwegs und waren von Hamburg bis nach Antwerpen gekommen. Fährt man die Strecke von Hannover, wäre diese Distanz wohl in 4 - mit dem Landy in 5 Stunden zu bewältigen. Klaus, mit 75 Lenzen der Älteste an Bord, meinte nur, wenn er seine Restlebenszeit bedenkt so sind die geplanten 34 Tage doch recht viel. Es gab viel Zeit um zu philosophieren...
Klaus beim philosophieren...
Aber die Zeit wollten wir ja nutzen, zum Entspannen. Das war unter anderem auch er Sinn dieser Anreise. Nach den doch wilden Monaten der Organisation, wollten wir erst mal Fünfe gerade sein lassen…

04.05. 2011 Sonne in Tilbury / England

Nun waren wir auf offener See und genossen den Tag mit der Erkundung des Schiffes.
Neben der Offiziersmesse, in dem Bücher, Spiele, eine CD-Anlage, DVDs und Videos lagen, war auch eine Fernseher zu finden. Soweit es der Satellitenempfang zuließ, lief ein italienisches Zeichentrickprogramm in voller Lautstärke.

Es gab einen Fitnessraum mit Tischtennisplatte, Kicker, Fahrräder, Gewichten. Allerdings ohne Fenster... Weiterhin gab es einen Raum mit Internetterminal, an den wir eine Schiffseigne Emaildresse einrichten konnte… die je nach Satellitenempfang auch abgeschickt bzw. empfangen wurde.

Unser Sonnendeck war Deck 13 welches fast die gesamte Fläche des oberen Decks in Anspruch nahm, da keine Autos dort geladen waren. Somit hatten wir ausreichend Platz. Liegestühle gab es ebenfalls.
Sonnendeck



Um 11:00 mussten wir zum Mittagessen antreten. Zeit hatten wir bis 11:45.
Ein Teil der Crew nutzte auch diesen „Slot“ , die andere Schicht kam um 12:00.
Das „Arbeiter“ aßen in einem separaten Raum, auf der anderen Seite des Schiffes.

Schon wieder war kein Wein zu sehen, was uns so langsam in Angst und Schrecken versetzte. Zwar konnten wir auch ohne, aber schließlich war es eine EXTREMSITUATION und außerdem erzählte Mitpassagier Volker uns, dass bei seinen letzten Überfahrten, IMMER Wein zum Mittag und Abendessen auf dem Tisch stand.

Auf den Infoblättchen für die Passagiere stand auch, dass man sich Cola, Bier etc, kaufen konnte....
Unser Messboy und unser Steward konnten nur Italienisch und Indisch. Auf Nachfragen, auch in der Küche bei Antoooooooooooooooonio, konnten wir auf eine Antwort, bzw. Herausgabe von einem Fläschchen lange warten.
Da wir die letzten Wochen ausreichend gefeiert, geschlemmt sowie die letzten köstlichen Österreichischen Weinvorräte genossen hatten, war es uns eigtl. fast egal. Aber nur fast ;)

Am Abend schnappten wir uns noch fix den "Chief", 1. Offizier Dejan um die Weinfrage mal zu klären. Schließlich ging es hier ums Prinzip! Er verstand es überhaupt nicht und entschuldigte sich förmlich. Er würde sich darum kümmern. Auf den Schreck fragten wir den Koch einfach statt Wein nach einem Bier.
Und er präsentierte uns ein köstliches, kühles Bier. Geht doch.

In der Nacht zum 04. Mai legten wir in Tilbury / England an. Mitbekommen haben wir davon nicht viel. So Geräuscharm war das Anlegemanöver in Londons Containerhafen.






Das Wetter in England war warm und sonnig. Keine Wolke am Himmel.
England kann ja fast schön sein!

An diesem Abend sollten wir belohnt werden. Salvatore unser Messboy und der Kapitän Tomasso sollten in Antwerpen, nach 4 Monaten von Bord gehen. Und ob es an ihm lag, oder an unserem neuen MASTER Giuseppe, der nun das Schiff übernahm, ist bis heute nicht klar, denn es gab Rotwein, Italienisches Brathändl, Käseplatte und Eis zum Nachtisch.
Die Welt war also doch nicht so schlecht.

(...den Rotwein sahen wir allerdings nie wieder!)





17.06.2011

02.05. 2011 Hamburg - Los geht`s!

Freunde und Familienmitglieder kamen an den Terminal, um uns zu verabschieden.
Da das Schiff schon seit dem Wochenende in Hamburg stand, gingen wir davon aus, dass wir gegen Mittag, wenn wir, die Passagiere an Bord sind, aufbrechen würden.

Die Info im Hafen zum Thema Abfahrtszeit lautete ca. 23:30. Für die Abschied nehmenden und winkenden Arme sowie angereisten Hannoveraner keine wirklich gute Zeit und eine Hafenausfahrt aus Hamburg im Stockfinsteren ist auch eher "uncool."

Am Terminal trafen Volker (72) und Klaus (75) nach uns ein. Zwei Herren im besten Alter, die auch mit die Frachtschiffreise antreten würden...Volker hatte diese schon zwei mal gemacht, daher ein alter Hase.

Per Shuttlebus wurden wir mit dem Nötigsten, also unserem Kabinengepäck auf das Schiff bugsiert. Dabei stellte sich uns die Frage: WAS ist denn wirklich das Wichtigste? Klamotten, Unterhaltungsprogramm, Wein?

...irgendwie doch viel Kram...
Auf geht es! Alles TOP!
Bilder by Sibylle Gensing

Wir entschieden uns für die ersten 7 Reisetaschen sowie die notwendigen Erfrischungsgetränke und landeten an der Zufahrt des Schiffes. Eher eine Lagerhalle. Autos, aller Art fuhren ein und aus. Nigelnagelneue Audis, BMW´s, Mercedes etc. fuhren stundenlang von Parkplätzen auf dem Hafengelände auf die Rampe hoch / runter, verschwanden dann im Inneren des Schiffes…

Rampe / Zufahrt
Deck 3 - fast leer

Eckdaten:
Länge über Alles: 213,88 m)
Breite auf Spanten: 32,25 m
Leistung effektiv: 18.280 kW
Geschwindigkeit: 21,0 kn
Tiefgang: 9,70 m
Passagiere: 12 Personen / Kabinenplätze: 12 Betten
Besatzung: 34 Personen
Ladekapazität: 4.650 PKW
3.300 Trailer
700 TEU Container

Auf Deck 3 wurden wir sehr freundlich begrüßt. Der erste Offizier Dejan, der weder Italienisch noch Indisch aussah und klang, auf was wir uns eigentlich eingestellt hatten, nahm uns in Empfang. Unsere Personalien wurden aufgenommen. Reise-und Impfpässe eingezogen und dann verschlang uns das Schiff. Angekommen per Fahrstuhl auf Deck 12 wurden wir über einen Flur in unsere Kabine gebracht.

Glücklicherweise hatten wir bei der Buchung erst eine Außenkabine, später dann doch die „Eignerkabine“ gebucht. Diese unterschied sich darin, dass es zwei Zimmer/chen gab, und auch somit zwei Fenster / Bullaugen. Das war zwar etwas teuer, doch etwas „Auslauf“ erschien uns doch sinnvoll. Die Einrichtung war zweckmäßig bis spartanisch, aber ok. 34 Tage wären ja schnell gemacht…

Im Wohnraum gab es einen Schreibtisch, ein Sofa, Sessel, Tisch, Regale, Schränke und einen großen Kühlschrank. Im Schlafzimmer ein Doppelbett, Schränke, Kommode und einen TV ohne Funktion.

Wir waren bereits durch Reiseberichte vorbereitet und hatten sicherheitshalber etwas Putzzeug dabei, da die "Italienische Dusche" bekanntlich nicht die reinlichste ist. Wenn sich das auch auf das Putzen zurückverfolgen ließ, musste also für die Deutsch-Österreichische Reinlichkeit nachgebessert werden…somit schwangen wir später noch Sagrotan.

Das Bad, im Innenraum, war der Innbegriff einer Nasszelle. Nun wissen wir wirklich, woher der Begriff kommt.

In unmittelbarer Umgebung unseres Zimmers hatten wir den Capitain/Master/Commandante/Capitano, sowie den ersten und zweiten Offizier/Sicherheitschef.

Wir fühlten uns irgendwie wie auf einer Klassenfahrt neben dem/den Lehrerzimmern...also irgendwie auch "uncool." Aber im Falle eines Falles, waren wir vermutlich relativ sicher…ausgewogene Partys könnten wir allerdings in unserer Kabine nicht feiern.

Der "Salon"

"Unser" Masterbedroom

Nach einem "Ciao" in die Runde, Besichtigung der "Speisesituation" und vor allem in die Küche bei ANTOOOOOOOOOOOOOOOOONIO machten wir uns per Shuttle wieder auf den Weg zum Terminal.

Speiseraum / Casino
Dejan teilte uns mit, dass wir unsere Autos direkt verladen sollten. Das hatte den Vorteil, dass wenn wir um 18:00 (! neue Zeit) den Hafen verließen und wir schon das Fahrzeug geparkt hatten, das Auto bis Buenos Aires nicht mehr bewegen müssten. Bei manchen Überfahrten mussten die Passagier-Fahrzeuge stets ganz vorne an der Rampe stehen und das Auto in jedem Hafen von Board fahren…und abends wieder rein. Wir nicht. Glück gehabt!

So fuhren wir in "Kolone" mit Volker und Klaus unseren Lord Höördie auf Etage 6.

Volker`s umgebauter Toyota

 Im Anschluss liessen wir uns wieder zum Terminal fahren um endlich in Ruhe mit Kristina`s Eltern etwas essen zu gehen, denn sie standen seit 9:30 vor dem Terminal und verfolgten das Geschehen und stellten sich dem eisigen Wind im Hafen. Gegen 15:30 setzten sie uns wieder uns vor dem Terminal ab, denn um 16:00 sollten wir auf dem Schiff sein. Der Weg und die Sicht zum Schiff waren leider nur uns bestimmt. So mussten wir die beiden leider vor dem Eingang verabschieden.

Arme hoch und Abfahrt...mit einem lachenden und einem weinenden Auge fuhren wir durch den Hafen auf unser Schiff hinzu. Es war soweit: Wir traten den Weg an, zu unserer Reise, in die neue Welt.


Nun waren wir an Bord, richteten unsere Kabine ein und putzten, kühlten wir unsere "eisernen" Reserven.

Wir lasen im Vorfeld, dass die Passagiere zum Essen stets "a Glaserl Wein" bekommen sollten, doch man wusste ja nie und vorallem WAS... Schilder auf den Gängen besagten, dass für die Crew ein striktes Drogen- und Alkoholverbot von Schiffseigentümer ausgesprochen wurde. „You have been warned!“

Abendessen gab es um Punkt 18:00. Von Wein war nichts zu sehen, obwohl wir so einen kleinen für den Kreislauf vertragen hätten...so tranken wir halt Wasser und italienische Fanta.

Nach dem "Vier Gänge" - Menü bekamen wir eine (Kurz-)Einweisung vom Sicherheitschef NAZIR. Wann und wo wir auf die Brücke durften und wann nicht, was im Falle des Falles so zu tun war. Der richtige „Drill“ würde noch folgen.

Das spanische "mas o menos" übersetze man im italienischen bzw. der englischen Schiffssprache mit: "more or less", z.B. wurde es gerne bei Thema Abfahrtszeit mit eingebunden.
Wir bemerkten gegen kurz vor 20:00, dass sich etwas an Deck tat. Schnell alarmierte Kristina per SMS Wegposten im Hamburger Hafen, die sich zum Winken an der Elbe positioniert hatten.

Autos
Die Ladeluke schloss sich. Ruhig ging es von statten. Kein Geschreie, kein Gewackel und somit machte sich die Grande San Paolo auf ihren Weg durch den Hamburger Freihafen. Relativ schnell passierten wir die Cap San Diego. Vor einigen Wochen standen wir noch davor und fanden sie schon mächtig. Als wir aber nun, eingemummelt, auf dem Deck standen und auf die Cap San Diego herunter sahen, wurde doch schnell klar, dass unser Schiff eine andere Dimension hatte...auch die AIDA Blue, die wir im Kreuzfahrtterminal liegen ließen, war "überschaulich" und die Passagiere am Sonnendeck winkten, uns vier Passagieren, freudig (- oder bemitleidend?) entgegen, bzw. zu uns hoch.


Da die Thermojacken noch gut verpackt waren, probten wir bereits jetzt " Prinzip Zwiebel", um auch nichts von der Ausfahrt  zu verpassen. 

Am Altonaer Kaispeicher, Kristina`s jahrelanger Arbeitsstätte, erklang Musik - "Junge komm bald wieder" und einige liebe, ehemalige Kollegen (Danke, Renki und Timo!!!) winkten vom Balkon.
Da sind wir :) 
Musik in unseren Ohren!


Diesen Schreck gerade verdaut, kam die nächste Wink- und Schreiattacke am Willkommens Höft. Zwar waren wir zu spät dran, sodass die Italienische Hymne nicht erklang, aber eine Italienische Flagge wurde gehisst und Kristina`s Studi. Kollegin Maike hüpfte und winkte.
Mit einem dicken Tränchen im Auge versuchten wir dennoch die Ausfahrt zu genießen.





Gegen 21:00 verkrochen wir uns in die "Kabine. Irgendwie unwirklich. Alles.

Wir wussten nicht, ob wir lachen oder weinen sollten.
Wir entschieden uns dann stattdessen für schlafen…denn der Tag war aufregend genug, das Wochenende davor wurde noch ausgiebig gefeiert, die Wochen und Monate davor waren anstrengend…
Erschöpft wurden wir sanft in den Schlaf gebrummt, da lediglich das Summen der Motoren zu hören war. Kein Gewackel zu spüren. Hoffentlich würde das so bleiben. Wir schliefen, so gut wie lange nicht mehr, und vor allem fast durch. Bis um 7:00 der Wecker klingelte. Das erste Frühstück wollten wir nicht verpassen...