14.11.2012

03.11.2012 Ouray, Nationalpark Mesa Verde & National Monument White Sands / USA

Wir verliessen Utah und Arizona mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen.
Es war ein Ort „voller und toller“ Eindrücke gewesen, aber auch anstrengend in unserer „Eile“ hier durch zu düsen und dabei noch alles zu verarbeiten…ganz zu schweigen von den Millionen Fotos und Videos die wir gemacht haben und nun die mobilen Festplatten glühen und bald erneut platt sind.

Aber mal ohne Witz: Die Region ist der absolute Hammerwahnsinn und wer diese aus einer USA Reise auslässt hat selber Schuld. So.
Wir trafen aber einige unserer Landsleute, die für 2-3 Wochen die Gegend erkunden.
Ob mit oder ohne Camper ist hier wirklich wurscht. Hauptsache angucken!

Unseren Plan weiter gen Norden in die Nationalparks Rocky Mountain und Yellowstone zu pesen, warfen wir über den Haufen. Die Wetterberichte in der Region waren verschneit und daher vieles schon geschlossen. Man kann halt nicht alles haben. Macht aber auch nix, denn wir fanden auch was anderes. Logo, in diesem riesigen Land.

Wir starteten gen Colorado, da wo diese bunte Haribomischung herkommt. Die Landschaft war vorerst nicht zu bunt und vielseitig, sondern recht trist. Dann kam aber doch noch Farbe ins Spiel.

Auf dem Weg nach Florida, auf dem wir uns befanden, hatten wir ein paar „Stopps“ angedacht. Nach 520 Tageskilometern erreichten wir war das bilderbuchartige OURAY, das kleine hübsche Städtchen, welches nämlich in Colorados Bergwelt liegt. Hier dominiert der Tourismus, denn die Umgebung bietet viel für Outdoorfreunde, Wandersleute und Thermengänger, denn heißen Quellen gibt es auch.

Ouray liegt in den San Juan Mountains in einem malerischen Tal auf ca. 2.347 m Höhe und ist auf allen Seiten von hohen Bergen umgeben. Allerdings war auch hier Saisonsende und vieles hatte geschlossen. Dafür war es nicht überlaufen. Haha, Glück für uns. Schon bei unserem Eintrudeln war es kalt und kälter. Auch hier hatten wir morgens flotte – 4 Grad und weiter ging die Sause. Aber es war echt nett und friedlich. Ein guter Ort. Ja, hätte dort ein freies Haus mit Veranda und bombastischem Ausblick gestanden, wären wir vermutlich direkt eingezogen. Einfach so. Nach dem geschlossenen Hotel Matterhorn guckten wir uns noch "Grotte Wiesbaden" an, das lag aber nicht in unserer Preisklasse.



Wir steuerten gen Süden, auf die kleine Silberminenstadt Silverton und fuhren über den spektakulären Highway 550, auch „Million Dollar Highway“ genannt, der im Red Mountain Pass mit 3.355 m seine größte Höhe erreicht. Das Gestein hier silberhaltig ist und da somit auch der verwendete Schotter Silber enthält, nennt man die Straße auch den Million-Dollar-Highway. Die zum Teil mit Schnee bedeckten Berge sind übrigens Rocky-Mountains-Ausläufer und teilweise bis 4.400 m hoch.
Eng und kurvenreich ist die Strecke, die Straßen sind dennoch natürlich meist wie geleckt.
Das Haus am See
Ein schicker und lohnenswerter Stopp ist die Stadt Durango, wo es im historischen District zwar touristisch, aber nett ist. Viele Gute Restaurants finden sich hier…jamjam.
Zum Mittag saßen wir in einem Saloon, hörten Live-Music von Cowboys, aßen Bison Burger und wurden von halbnackten Damen bedient. Das Gesamtkonzept war somit stimmig.
Für den wohl besten Nachtisch unsere Reise fand sich ein flotter Franzose.
Schnuckelige Konditorei mit angrenzender Käse und Weinbar. Unschlagbares Konzept.
Bison Burger und Wasabi Coleslaw
Jean-Pierre´s  "Le Cafe Chic" & Wine Bar
Eclaire mit Mousse au Chocolat und Limonenküchlein
Hier wird noch scharf geschossen
Ein Abstecher gen Westen brachte uns erneut in einen Nationalpark.
Heute mal mit KULTUR:
Mesa Verde (span. für Grüner Tafelberg) liegt rund 420 Kilometer südwestlich von Denver und etwa 50 Kilometer westlich von Durango gelegen. 
Der Park schützt rund 4000 archäologische Stätten, insbesondere die erst Ende des 19. Jahrhunderts vollständig erforschten, gut erhaltenen Felsbehausungen vorkolumbischer Anasazi-Stämme. 

Mesa Verde ist der einzige Nationalpark in den Vereinigten Staaten, der zum Schutz eines archäologischen Ortes eingerichtet wurde, andere kulturhistorische Objekte sind als National Monument ausgewiesen oder in einer anderen formal geringeren Schutzgebietskategorie.

Auf dem Weg nach Colorado waren wir erneut in die Zeitmaschine geschlüpft und hatten an Zeit zugelegt. Heisst, es war schon später als gedacht und erhofft als wir hier ankamen. Geführte Touren führen zu den Ruinen, aber auch um diese Uhrzeit nicht mehr, manche Trails waren schon Saisonbedingt geschlossen.

Also machten wir uns selber auf, fuhren einige Aussichtspunkte an, liefen Wanderwege um wenigstens ein Gefühl zu bekommen, von was wir hier sprechen:
In den Canyonwänden befinden sich präkolumbischen „Felsnischensiedlungen“ erbaut im 12. und 13. Jahrhundert. Die Anasazi (in der Sprache der Navaho 'die Alten'), die die Mesa Verde-Gegend vom 1. bis Ende des 13. Jahrhunderts bewohnten, gehörten dem geheimnisumwitterten Kulturvolk an, das in präkolumbischer Zeit den amerikanischen Südwesten beherrschte und im ausgehenden 13. Jahrhundert mehr oder weniger spurlos verschwand.
Na siehste, wieder was gelernt. …und immerhin war dieser Park nicht überfüllt.
❤-Suchbild

In der Region nahm die Mexikaner-Taco-Corona-Quote rasant zu, obwohl wir noch nicht ganz in New Mexico waren. Aber die Ecke stimmte.
Wir rasten vorbei an "Four Corners", hier treffen sich Arizona, New Mexico, Utah, and Colorado.

Die Supermarkt Regale hatten hier noch mehr Dosen-Bohnen, Maisfladen und scharfe Soßen als sonst. Nach wie vor kann man sich Stunden in diesen „Centern“ aufhalten und wir kommen immer mit einer vollen Karre raus, auch wenn wir eigentlich nur eine Gaskartusche und ne Stange Baguette wollten…

In Colorado durfte wir uns mehrmals von dem gut ausgeprägten „Servicegedanken“ der Elektro-und/oder Supermarktangestellten überzeugen.
Ob es sich um eine teure, kaputte Fotokamera oder einen billigen Einwegrasierer handelte: Es wird GERNE geholfen und alles für das Kundenglück gegeben, da mit voller Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und einem Lächeln. Einfach gigantisch so was. Warum ist das hier so? Wer macht hier die Schulungen? Kann der das auch mal in Deutschland machen?

Nach zwei weiteren Tagesetappen von insgesamt 830 Kilometern erreichten wir unser nächstes Ziel, das White Sands National Monument, es liegt 25 km südwestlich der Durchfahrtstadt Alamogordo in New Mexico.  

White Sands ist ein Naturschutzgebiet am nördlichen Ende der Chihuahua-Wüste. Es umfasst in einem weiten Tal - dem Tularosa-Becken - den südlichen Teil eines 712 km² großen Gipsfeldes, auf dem sich riesige Dünen gebildet haben. Der Gips, aus dem der White Sands besteht, lag auf dem Grund eines flachen Meeres, das diese Region vor 250 Millionen Jahren bedeckte. Schließlich wurde der Gips zu - mit Meeresablagerungen angereichertem Stein, der vor rund 70 Millionen Jahren, als die Rocky Mountains sich formten, zu einer gigantischen Kuppel aufgeworfen wurde. Vor rund zehn Millionen Jahren begann die Mitte dieser Kuppel einzustürzen und bildete fortan das Tularosa Basin.

Das sah schon alles ziemlich gut aus, wenn auch irgendwie unwirklich, denn irgendwie fühlten wir uns wie im Schnee oder auf einem Salzsee.
Richtiges Wüstenfeeling kam hier nicht auf, obwohl die Sonne vom Feinsten  brannte und wir dabei durch die Dünenwelt stapften.
Wir hatten es uns irgendwie aber noch gigantischer vorgestellt…aber nun. Schee war´s dennoch.
Picknick-Platz (Camping nicht erlaubt)


Weiter ging es gen Osten…und unser Ziel rückte somit näher.

Auf dem Weg stoppten wir noch in Roswell….wo uns gleich eine Menge grüner Männlein begrüsste.

Als Roswell-Zwischenfall bezeichnen sogenannte Ufologen seit 1980 den Absturz eines angeblichen unbekannten Flugobjekts im Juni oder Juli 1947 in der Nähe der Kleinstadt Roswell im Chaves County im US-Bundesstaat New Mexico.
http://de.wikipedia.org/wiki/Roswell-Zwischenfall

Das örtliche UFO Museum haute uns nicht um, dafür die günstigen Dieselpreise.
Statt 4,29 $ pro Gallone in Utah, waren wir hier bei 3,85 $ und etwas später in Texas sogar bei 3,29 $.
selten sind solche Kirchen hier zu sehen
?
!

New Mexico war landschaftlich meist eher schlicht, viele staubige, teils sogar etwas dreckige Städtchen voller Trailerparks und wenig „Lebensfreude“…
Texas begrüßte uns ebenfalls mit Einsamkeit, flacher Landschaft, abgelegenen Farmen und lediglich durch Hotel und Fastfoodketten-gepimpte Städte sowie Erdölpumpen und Baumwollfelder Kilometerweit.
!!!
hört sich ja köstlich an...
wer mag das nicht?
neue Burgerkette
Haus auf Rädern
Schön war, dass es hier Abends/Nachts mit 14 Grad schon fast wieder sommerlich war.
Wir waren also auf einem guten Weg.
Nach einer Woche und insgesamt 3.540 von Utah gefahrenen Kilometern und einem platten Hintern landeten wir in Louisiana. Genauer gesagt: in New Orleans.
Abstecher???
Abstecher!

...und hier machen wir es uns erstmal gemütlich.
3.540 km von Richfield in Utah bis New Orleans. Richfield (A) , Ouray, Cortez/Mesa Verde (C), Alamorgordo / White Sands (D), Roswell (E), New Orleans (F)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen