23.04.2012

19.04.2012 Vilcabamba & El Cisne / Ecuador

Es ging wieder südlich durch die Berge, was aber bei den guten Strassenverhältnissen kein Problem war. Zwischendrin stoppte der Regen, wolkig war es dennoch. In teilweise über 3.000 m Höhe ging es wiedermal über die mächtige Anden hinweg, bis wir die Grosstadt LOJA durchquerten. Weitere 45 min später landeten wir in einen Bilderbuch…
Cuenca nach Vilcamaba
ca. 240 km und 3,5 Stunden 
Vilcabamba ist ein Ort in der ecuadorianischen Provinz Loja. Es ist auf 1.600 m Meereshöhe gelegen mit ganzjährig mildem, frühlingshaften Klima im Temperaturbereich zwischen 18 und 28 °C. Von Oktober bis Mai herrscht Regenzeit, von Juni bis September Trockenzeit. Vilcabamba hat ca. 4200 Einwohner. Der Begriff Vilcabamba bedeutet „Heiliges Tal.“ 

Eine wunderschöne Unterkunft für jedes Budget und jeden Reisenden, auch Overlanderstellplätze, bieten dort zwei Deutsche an. Bei Dieter und Peter ist für alles gesorgt. Schon vor langer Zeit haben sie dort eine wirkliche Oase geschaffen, hoch über dem Ort (2 km entfernt) thront das Hostal, verteilt auf 10 Hektar- Es hat alles zu bieten was man benötigt…Neben Schlafräumen und Zimmern gibt es einzelne Bungalows mit grossen Bädern und grandiosem Balkon. Zudem hat es einen schicken Pool und Spa Bereich, Restaurant und Bar. Ja, ein kleines Paradies. Das alles zu einem genialen Preis, ab 10 Dollar. www.izhacayluma.com

 
Blick vom Restaurant über das heilige Tal
Die saubersten und schönsten Zimmer
Lagunenpool
Liebe zum Detail
Garten...
mit vielen bunten Blumen
....und Bambus
Zwar regnete es zwischendrin aus vollen Kübel, dennoch genossen wir hier ein paar Tage Ruhe, Wellnessanwendungen, Spaziergänge…

Die kleine Ortschaft ist aber vor allem für ihre hohe Lebenserwartung bekannt. 120 Jahre bei vollem Lebensgenuss, so heisst es. Das „Tal der Hundertjährigen“ nett man es und sprang uns schon 2011 in der FAZ ins Auge. „Der Grund dafür ist umstritten, Wissenschaftler führten das hohe erreichte Alter und die hohe Vitalität auf die negative Ionenladung der Luft zurück, verursacht durch die abendlichen elektrischen Stürme, auf die perfekte mineralische Ausbalancierung des Wassers, das ganzjährig gesunde Klima, die ausgewogene Ernährung und die ständige Bewegung. Andere medizinische Untersuchungen geben als Grund für die Langlebigkeit der Bewohner Vilcabambas folgende Faktoren an: Einfachheit und bescheidenes Leben, natürliche Speisen ohne jegliche Pestizide, aber mit dem vollen Mineraliengehalt der Erde, Früchte und Gemüse, Kaffeekonsum, Rauchen von Stechapfel (Effekt von Marihuana und Kokain zusammen, ohne dem Körper Schaden zuzufügen). 
Aha...tolles Rezept...
20 min. Weg ins Dorf
Heute: Ein Herz für Pfützen
Plaza
Was man aus Obst & Gemüse alles machen kann?
Die alten Menschen Erledigen Dinge wie Bergsteigen, mit allen Zähnen, mit voller Augenfunktion, bei kompletter Landarbeit sowie bei voller sexueller Aktivität - und auch Alkoholgenuss ist kein Problem. Alterskrankheiten gibt es nicht, sondern der Lebensgenuss geht bis zuletzt. Die Menschen sterben dann jeweils innerhalb einer Woche in höchstem Alter.
Klitzekleine Kathedrale
Christstern

Diesen heiligen und gemütlichen Ort verliessen wir leider nach ein paar Tagen...musste ja weitergehen. Es ging vorerst für einen kurzen Zwischenstopp nach LOJA, dann weiter in das ca. 100 km entfernte CISNE, welches eine der bedeutendsten Wallfahrtsstätten Südamerikas darstellt.
Blick über Loja
LeckAres hinterm Stacheldraht
 El Cisne bedeutet der Schwan. Die Fahrt her war eher mühsam durch die kurvigen Berge. Es schüttete ohne Ende, der Nebel liess uns nur wenige Meter sehen.
Wir fanden ein armseliges Dörfchen und eine grosse gotische Kirche vor, die komplett umstellt war von unzähligen Markt-und Touriständen. In der Kirche, in der leider Fotoverbot herrscht, wird die Statue der Heiligen Jungfrau von Cisne aufbewahrt. Einer Legende zufolge machten sich Campesinos um 1.500 in Richtung Quito auf, um eine geeignete Statue für ihre Kirche zu finden. Beinahe 100 Jahre später kamen andere Campesinos mit der Jungfrau zurück, und seither schmückt sie „den Schwan“. Am ersten Prozessionstag, 15. August, wird die Figur aus ihrem Schrein herausgeholt und in einem festlichen Pilger-Zug in die Kathedrale der Stadt Loja getragen. Dort bleibt sie bis zum 1. November und wird am zweiten Prozessionstag, zurück nach Cisne gebracht. An diesen Prozessionen nehmen bis zu 200.000 Gläubige aus Ecuador und Peru teil. Viele von Ihnen laufen den Weg komplett barfuß. Männer streiten sich darum, die Statue tragen zu dürfen. Es regnete stark regnete und der Nebel nahm zu. Viel sahen wir also nicht. Unsere Stimmung war kurz auf dem Tiefpunkt. Also verabschiedeten wir uns vom SCHWAN.
...wer macht das Licht an?
so sieht EL CISNE im wirklichen Leben aus.
Quelle: Internet
Die Kirche war schon sehr beeindruckend, jedoch stimmte uns das Missverhältins zwischen der Kirche und dem armen Dorf etwas nachdenklich. Als Tagesziel fanden wir in der kleinen Stadt CATAMAYO eine nette Bleibe. Nämlich bei Max.
http://www.rosaldelsol.com.ec/
Das ist Max
er ist etwas fotoscheu...
Vilcabamba via El Cisne nach Catamayo...2,3 Std. / 140 km
Nun besuchen wir die Goldgräber-und Wäscher, unsere Fahrt geht somit gen Westen.

19.04.2012

17.04.2012 Cuenca / Ecuador

Die Grenze vor der man uns viel schlechtes erzählt hatte war „easy peasy“ und verlief problemlos. Gleich zu Beginn eine Besonderheit im neuen Land: Bevor wir Stempel in unserem Pass, bzw. die Zollpapiere für den Löördie bekamen, mussten wir eine Versicherung abschliessen. Diese ist in Ecuador Pflicht und mir 5,00 US für einen Monat bezahlbar. Es gibt sie nur monatsweise und kann überall verlängert werden. Mehr als 3 Monate kann man innerhalb eines Jahres allerdings nicht in Ecuador bleiben. In allen anderen Ländern, ausser Brasilien, hingegen schon. Raus aus dem Land, Kaffeetrinken, zurück und neue 3 Monate, hurra.
In Ecuador begrüsste man uns nett und freundlich, selbst die sonst oft mürrischen Zöllner und strengen Polizisten waren sehr zuvorkommend und gutaussehend ;) Kleiner Witz.

So, aber wo genau waren wir denn nun und was erwartete uns in dem Land, was bis jetzt ALLE Reisenden als ein, oder das HIGHLIGHT von Südamerika empfanden.


Ecuador ist eine Republik im Nordwesten Südamerikas zwischen Kolumbien und Peru und hat etwa 15 Millionen Einwohner. Die im Andenhochland (Sierra) auf 2850 m gelegene Hauptstadt heißt Quito; die größte Stadt Guayaquil liegt in der Pazifikküsten-Ebene (genannt Costa). Das Land ist nach der Äquatorlinie benannt, die durch das Staatsgebiet verläuft, wobei sich der Großteil desselben in der südlichen Hemisphäre befindet. Die Galápagos-Inseln befinden sich etwa 1000 km westlich der Küste im Pazifik. Ecuador ist geographisch, topographisch, klimatisch und ethnisch eines der vielfältigsten Länder der Erde. Schon Alexander von Humboldt bemerkte vor 200 Jahren, dass die einzige Konstante in der Geographie Ecuadors seine Vielfalt sei. Ecuador grenzt an Kolumbien (590 km), an Peru (1420 km) und an den Pazifischen Ozean. Die gesamte Länge der Landesgrenzen beträgt 2010 Kilometer. Die Landesfläche ist mit 272.046 km² etwas größer als die von Großbritannien (244.140 km²).
http://de.wikipedia.org/wiki/Ecuador

Logischerweise war es auch hier heiss und sonnig. Gleich zu Beginn begrüssten uns gewaltige Bananen-Plantagen. Kilometerweise führte der Weg durch die saftig grünen Bananenbäume mit ihren „bereits eingetüteten Stauden“. Ein Löwenanteil gehört dem Unternehmen DEL MONTE….also Augen auf beim Bananenkauf. Kommt alles von hier und sie sahen echt lecker aus!
Danach ging es in die Berge…ja, denn nach dem Strand folgen? Genau Kartoffel, äh, nein, ich meine die Anden. Hier schlug das Wetter zwischenzeitlich etwas um und es wurde kühler und auch ein Nieselregen liess sich blicken. Auch hier sind die Anden natürlich beeindruckend.
neue Verkehrszeichen.
Wieder UNGERADE Zahlen
Nach circa 270 km erreichten wir unsere erstes Ziel in Ecuador: Die angeblich schönste Stadt hatten wir uns gleich zu Beginn rausgepickt. Cuenca (von span. cuenca - „Becken“) ist mit rund 277.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Ecuadors und Hauptstadt der Provinz Azuay. Sie liegt südlich von Quito, ihrem Namen entsprechend in einem andinen Hochlandbecken in 2450 bis 2600 m Höhe. Der Tomebamba durchfließt die Stadt, die kleineren Flüsse Machangara, Yanuncay und Tarqui passieren ihren Nord- bzw. Südrand.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cuenca_(Ecuador)

Der Zentrale Platz in der Stadt heisst hier "Plaza Abdón Calderón," welcher von riesigen Araukarien umgeben ist. Hier befinden sich die alte Kathedrale (La Catedral Vieja) mit der ältesten Orgel Ecuadors und die 1885 begonnene, aber wegen diverser Erdbeben nicht  fertiggestellte neue Kathedrale (La Nueva Catedral). Hier finden 10 000 Gläubige Platz. Sehr beeindruckend, ihre 4 blauen Kuppeln leuchten über die gesamte Stadt.
Blick über einen Teil der Stadt
Weg in die Stadt
La Catedral Vieja
La Nueva Catedral
Die Altstadt Cuencas wurde 1999 auf die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Cuenca gilt als das „Athen Ecuadors“ und hat offensichtlich europäischen Einfluss.
Viele Europäer trifft man hier an.
Gastronomisch kann man sich hier auch richtig gut austoben…
Café Austria
zu Hause schmeckt´s...
...dann aber doch am Besten.
Rinderrouladen mit Knödeln
Restaurant Tiesto´s..
...sehr köstlich und gemütlich! 
Nuss-Pralinentorte mit Café aus Ecuador
Wir besuchten das Panamahut-Museum, in welchen man uns die Arbeitsgänge der traditionellen Strohhuterstellung zeigte. Beeindruckend. Und für alle die immer noch denken, er käme aus Panama, der haben sich getäuscht, denn er kommt: AUS ECUADOR.
Er wird innerhalb von 3 Monaten per Hand hergestellt und kostet bis zu 900 US.
http://de.wikipedia.org/wiki/Panamahut
Hut in Arbeit
vRnL
Clemens neuer Hut
grandiose Auswahl
Cuenca ist eine wirklich schöne Stadt, ja hier gefiel es uns sehr gut. Auf den ersten Blick erscheint uns Ecuador recht teuer, wenn man die Restaurant-und Supermarktpreise begutachtet und vergleicht.
Auswahl im Supermarkt...
...erfreut und dann doch.
BIO-Lieblingswein aus Chile
Weingut EMILIANA, Casablanca 
Tanken hingegen ist mit ca. 0,25 € / Liter ein wahrer SCHNAPPER! Die offizielle Währung hier ist übrigens der US Dollar. Unterkunft fanden wir beim „kleinen Hubert“ auch hier genannt HUMBERTO. Ein Stellplatz etwas ausserhalb der Stadt (20 Min. Fussweg) wo vermutlich alle Overlander mit Auto hinkommen. Hier wohnten wir auf einem Bauernhof, mit Hund, Katze, Maus und fielen alle paar Meter über eines der unendlich vielen Hühner. Es war eher eine Art „Campingsituation“, mit Unterstand, heisser Dusche und Internet sowie frischen Eiern und Familienanschluss. Nach 2 Tagen Regen erwies sich die grüne Wiese mehr als matschiger Acker. Zwar gab es mittags mal eine Runde wunderbaren Sonnenschein, doch nachts kam erneut die Sintflut.
Brauner Bär
Nun peilen wir nochmal die südliche Region Ecuadors an und machen uns bei Regen und ca. 16°auf in die Region Loja…ja, nicht immer nur Sonnenschein, vorerst Schluss mit dem FlipFlopwetter.

Ach ja, HUPEN tut man hier nur, wenn es sein muss, Motos und Minitaxis sind nicht zu sehen.
 Das Leben scheint also wieder seine normalen Gang zu nehmen.
Tumbes, Peru bis Cuenca, Ecuador, ca. 270 m