23.03.2012

18.03.2012 Albufera de Media Mundo / Peru

Mit ein paar wenigen Umwegen hatten wir uns aus der Hauptstadt in die angrenzende Hafenstadt vorgearbeitet, die nicht sonderlich schick, eher „funktionell“ war.
das Chaos hielt sich in Grenzen
...und dann sahen wir sie doch noch...
fröhlich, tanzend
...die Kleinen...
...und die Grossen...
hier sahen wir die ersten Taxifahrer, geschützt in einem Käfig
Bald kamen wir auch wieder zu einer Maut Station. In Peru zahlt man ebenfalls wie in allen anderen südamerikanischen Ländern Maut, hier allerdings nur wenn man von Lima wegfährt.
Davor hielt uns noch eine Polizeikontrolle an, wo einer der Polizisten der Ansicht war, dass wir 70 statt 35 km/h gefahren wären und wir nun über 450 Sol (über 100,00€) bezahlen müssten. Er tippte nervös mit seinem Zeigefinger auf einen bereits neonfarben markierten Abschnitt seines Bussgeld-Kataloges. Den Beweis wollten wir natürlich sehen. Angeblich hatte er Radargerät im Fahrzeug, zeigte aber wild tippend auf den Absatz sowie den Ticket-Block alias „Papelito“…den er uns nun ausstellen würde und den müssten wir dann in Lima beim Amt abgeben und bezahlen….jaja, is klar. Mühsam verstand er, dass wir nicht auf dem Weg nach Lima sind und auch nicht zurückkehren…jetzt stellten wir mal auf Stur. Der Kollege versuchte dann noch uns eine Strafe wegen getönten Scheiben anzuhängen, doch wir sprachen energisch und hektisch miteinander auf Deutsch und ignorierten die beiden Herren, die offensichtlich ihre Kaffekasse aufstocken wollten.
Müll vor der Stadt
Callao
Holz hält Holz
Stöckchenlaster
Irgendwas liessen sie uns ziehen…sie kamen mit uns einfach nicht weiter. Gut so!
Danach waren wir auch prompt wieder in der gähnend leeren und heissen Wüste. Es war schön auf asphaltierten Strassen zu fahren...Schlagloch und staublos...und sogar ohne Regen. Genial!
Panamericana
Gegen Nachmittag erreichten wir den nur vom Lima 190 km entfernten Strandabschnitt „Medio Mundo-Albufera“. Hier liessen wir uns in einer kleinen Wüstenoase mit Lagune nieder. Unerwartet schön und sauber war es hier.
Oase ALBUFERA DE MEDIO MUNDO
Lagune
Sit-in
Leider nur nicht am Strand. Auch hier werden leider sämtliche Abfälle der Gäste am Strand abgelegt, statt sie wieder mitzunehmen, denn Mülleimer waren hier keine vorhanden. Für uns ist es einfach nur unverständlich, wie man sein eigenes, so schickes Land, verschandeln und zumüllen kann und selbst vor Nationalparks mit Tieren und allem Pipapo kein Halt macht. Schade.
WC und Müllplatz
Der Pazifik toste und schäumte hier extrem, endlich wieder bei Wellenrauschen einschlafen… Das Highlight waren aber die Vogelscharen. Pelikanschwäre, Störche, Austernfänger, Möwen etc. flogen in Schwärmen über den Strand und schossen dicht über Wasser, oder stürzten von hoch oben pfeilschnell hinab in die Wellen und tauchten nach Nahrung.
Oyster-Catcher
Wir genossen das Vogel-Spektakel und den Spätnachmittag am fast menschenleeren Strand und dann wieder einen wunderbaren Sundowner.
bei der Arbeit
...sie lernen es einfach nicht...
Auch am nächsten Morgen unternahmen wir einen großzügigen Strandspaziergang und sahen auch Tausende Krebse…die sich aus ihren Höhlen kamen wenn sie uns nicht bemerkten…wenn sie das taten, flitzen sie im Eiltempo wieder in ihe eigene „Strandhöhle“ oder in eines in der Nachbarschaft. Sie lagen alle nur ca. 1 m auseinander. Es waren also unzählige, die sich hier tummelten…
Krebs-Suchbild
Pelikan links - Ich (K.) rechts
Demnach hat ein Pelikan Schuhgrösse 36/37
Leider vergaßen wir beim „Tummeln“, dass wir wieder in der Wüste waren und das Thermometer über 30 Grad anzeigte. Somit verbrachten wir danach viel Zeit, ausreichend After Sun auf diversen Körperstellen zu platzieren…und dann ging es weiter gen Norden!
von Lima (A) nach Albufera (B) ca.190 km


22.03.2012

09.03.2012 Lima / Peru

So, nun waren wir also da, in der Hauptstadt, die Stadt, die von allen Autofahrern gefürchtet ist. Mit Recht, wie wir zügig nach einem „Ritt“ im Feierabendverkehr feststellten. Dass die Panamerica ebenfalls durch die 8,5 Millionen Stadt führt, sei nur am Rande erwähnt.
Wir hatten ein Hostel mit gesichertem Stellplatz im Auge, es lag in dem Küstenstadtteil Miraflores und wird quasi von jedem Overlander angefahren, der sich in die Grossstadt begibt. Wir hatten Glück, der recht kleine Innenhof hatte noch Platz für uns und ebenfalls trafen wir hier Kaz, Richard und Rebecca aus Johannesburg wieder, die wir in La Paz das Erste Mal getroffen haben.
Wer es allerdings ruhig mag sollte diese Adresse meiden, die angrenzende Strasse ist sehr laut und im Haus geht’s auch freudig zu. Ein Kommen und Gehen und ein langes Beisammensitzen gehört in einem Hostel dazu, denn hier waren sämtliche Nationen vertreten und alle hatten eine Menge (bis tief in die Nacht) zu berichten. Hier trafen wir auch drei deutsche Zimmermänner, die auf der Walz waren.
Sofort stürzten wir uns in die Strassen, die unerwartet aufgeräumt und sauber waren. Schnell begriffen wir, wo wir waren….in einem der 43. Stadtteile, genannt MIRAFLORES. Dieser alleine hatte schon flotte 95.000 Einwohner und zählt zu den reichsten der Stadt. Gut zu wissen.
Es war genial. Schon nach kurzer Zeit war die kurvige und kalte Anreise der letzten Tage vergessen. Die Stadt hatte uns gleich eingenommen.
Heimatgefühle kommen kurz hoch ;)
alt...
...trifft neu
interessante Klamottenmarke
Restaurant, Bars, Grünflächen, Museen, Kinos, internationale Schulen, coole Geschäfte, Boutiquen, Parkplätze für Löördie, Hotels, Casinos alte und extrem moderne Häuser waren hier vereint! Auch internationale Schulen und Colleges haben sich hier angesiedelt...das Tollste war aber, dass es direkt an der Küste lag…somit war der Blick und der Gang auf den 79 m untenliegenden Pazifik gesichert.
Miraflores 
Hunderte Surfer stürzen sich hier in die Wellen
wir genossen den Sundowner
Hinzu kam das angenehme Klima…In unseren Augen das perfekte Klima – in Lima:
Die Stadt befindet sich nämlich in der subtropischen Klimazone. In Miraflores herrscht ein gemäßigtes, maritimes Klima. jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 18,2 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge bei nur 9 Millimeter. Der Winter hat gemütliche 15 Grad.
Momentan sind es zwischen 25-30 Grad.
Löördies Hostel-Nachbar aus Frankreich
Der BESTE Pisco Sour!
Der Wurst und Burgerdrücker.
I like
Fresh Mango Smoothie...mit Mann und Meerblick.
I like very much!
Durch die Lage am Meer zieht stets eine schicke Briese um die Häuser. Gerne auch mal eine Nebelwand. Aber stören tut es nicht. Im Gegenteil, es ist wie eine Art Erfrischung.
Nebel über der Stadt
sieht kalt aus - ist es aber nicht!
Auf den Strassen herrscht zwar das „normale“ peruanische Chaos, doch drum herum ist es sehr urban und entspricht dem „internationalen“ Standard. Wenige typische, kleine Restaurants, dafür sonst alles was das Herz begehrt. Nicht umsonst sagt man, dass man in Peru am besten in Lima isst. Dem geben wir voll und ganz Recht. (…mampf)
Preislich sind Restaurantbesuche schon teurer als in anderen Städte des Landes, aber rechtfertig voll und ganz das, was man bekommt…sowie die Portionen. Kulinarisch kann man sich hier tatsächlich austoben. Besonders wer Meeresgetier und Fisch mag, kommt auf seine Kosten. Aber auch geniale Fleischgerichte, Pizza, Pasta und und und runden das riesen Angebot ab. Daher fielen uns hier auch mehr „füllige“ Menschen als im restlichen Land auf. Kein Wunder bei dem Angebot! …auch die Supermärkte wie METRO, Plaza Vea oder Vivanda sind vom Feinsten sortiert. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Hervorzuheben sind die Obst und Gemüseabteilungen….in welchen ich mich Stunden hätte aufhalten können und die ich eines Tages vermissen werde….
auch hier kommen Vegetarier auf ihre Kosten
"die Liebenden" in Miraflores
Bananen-Moppedo
gibt Schlimmeres ;)
Besuch in der DADDEL-Höhle
Ebenfalls fällt es auf, dass vermehrt Menschen mir Zahnspangen herumlaufen. Die letzten haben wir vermutlich in Deutschland gesehen. Viele gut sortierte Kauleisten sind also im Umlauf, was leider in vielen Ländern hier nicht an der Tagesordnung steht, bzw. stehen kann.

Rauchen hier übrigens komplett verpönt, bzw. verboten. Selbst in Restaurants auf der dazugehörigen Terrasse ist es strengstens untersagt. Somit stehen die rauchenden Leute gegenüber vom Restaurant, wie das BÖSE Pack. Nicht grad nett.
Rauchen ist so BÖSE!
Landestypische Kleidung und Hüte, die ich so sehr an den Damen mag sieht man in Miraflores nicht, bzw. selten. Höchstens auf dem Bürgersteig und mit Bündel auf dem Rücken um Dinge zu verkaufen oder zu betteln, was im Übrigen äusserst wenig stattfindet, denn Produkte oder Dienstleistungen werden verkauft. Auch im Centrum von Lima gibt es wie überall viele Schuhputzer.
Aber auch die „Wagen-Menschen“…hier kann man für nur 1,00 Sol auf die mobile Körperwaage steigen, wir geben ihnen einen Sol um nicht herauf steigen zu müssen.
Auch der Verkauf von Nagelknipsern, Kaktusfrüchten und gekühlten Getränken ist gross.
Wie fast überall in Perus Grossstädten findet man vor fast jedem Geschäft einen Sicherheitsmann.

Schräg oder speziell angeguckt wird man hier nicht. Es ist Normalität, dass andere „Landsmänner“ hier leben und laufen. Alle Nationen lassen sich hier nieder oder kommen zu Besuch.
Viele Touristen sind unterwegs…darunter auch viele reiselustige Deutsche.

http://de.wikipedia.org/wiki/Miraflores
Es dauerte zwar etwas länger als gewöhnlich, aber mit einer gewisse Ausdauer, Hartnäckigkeit und Eigenregie fanden wir hier ein Appartement. Den letzten „längeren“ Halt hatten wir in Cordoba, Argentinien eingelegt. Wurde Zeit, dass wir mal wieder Heimatgefühle entwickelten. Das Appartement war zentral gelegen, sicher und brachte den lang ersehnten „Luxus“ mit sich. Eine funktionierende, saubere Küche, dito Bad, Balkon, Wlan und mit Bonbon: Waschmaschine. Also ich wäre am liebsten für immer eingezogen, genoss es aber vorerst, alle Sachen aus den Untiefen des Autos zu kramen und mal „durchzuwaschen".
Auch unser „Hauptakteuer“ genoss die Zeit in Lima mit kurzen Werkstattbesuchen sowie mit Reinigungen von Aussen und Innen. Auch kamen wir endlich dazu die meisten Scheiben von innen schwarz zu bekleben, sodass wir etwas Sichtschutz in Zukunft haben und die lästigen, verstaubten Vorhänge „einlagert“ werden können…nachdem sie in der Wäsche waren, versteht sich…
Quasi Wellness und neue Bremsen für den Löördie.
unter seinesgleichen.
Beim Landimuckler in Lima San Juan
In Limas Stadtzentrum fährt man von Miraflores ca. 20 Minuten mit dem Auto, bzw. Taxi und kostet umgerechnet 4,00€.
Lima ist mit Abstand die größte Stadt Perus. In der Zentrum leben 7.605.742 Mensche. Das gesamte Verwaltungsgebiet der Stadt bildet die Provinz Lima und hat 8.482.619 Einwohner. Schon gewaltig.
Einen Hafen gibt es auch: Nahe bei Lima liegt die Hafenstadt Callao mit 876.877 Einwohnern. Sie sind zusammengewachsen.
Limas Zentrum ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Peru mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die Altstadt von Lima wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Hauptplatz, wie überall in Peru genannt „Plaza de Armas“ ist gewaltig. Die Gebäude hauen einen erst mal aus den Socken, umgeben von Strassen mit hübschen und bunten Häusern sowie diversen Sehenswürdigkeiten. Einige davon haben wir auch besichtigt.

Die Altstadt von Lima mit ihren schachbrettartig angelegten Straßen und prächtigen Bauten aus der Kolonialzeit steht seit 1991 unter dem Schutz der UNESCO und gehört damit zum Weltkulturerbe der Menschheit.
Die Kathedrale, die zwischen 1535 und 1625 erbaut wurde – mit einem Glassarg, in dem der Gründer von Lima, Francisco Pizarro, liegen soll; die Kirche und das Kloster von San Francisco, die durch ihre Größe und Farbe als best erbauter architektonischer Komplex in Lateinamerika betrachtet wird; und Santo Domingo, mit einer wunderschönen Hauptklausur, sind nur einige wenige bekannte Bauwerke von unschätzbarem Wert, die sich in Lima befinden.

Marsch, Marsch!
Präsidentenpalast
Besonders beeindruckend fanden wir auch das „ Convento de San Francisco“ mit seinem spektakulären Doppelturm, eines der beeindruckenden Bauwerke in Lima. . Hier bekommt man einen Einblick in das Leben der Mönche in Lima. Der Kreuzgang ist beeindruckend aber auch die Bibliothek ist eine der bedeutendsten des Landes.
Das Highlight dieses Klosters ist das Untergeschoss... Die Katakomben findet sich unter dem riesigen Kloster. Hier findet man Gräber, die auf das 16. Jahrhundert zurückgehen, auch Massengräber.
Die Katakomben können allerdings nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden und es herrscht überall in dem Gebäude Foto und Videoverbot.
Hier gibt es aber Bilder:
http://www.museocatacumbas.com
Iglesia San Francisco
Massengrab
Quelle: Internet
Ebenfalls einen Besuch sollte man dem "Convento de Santo Domingo" abstatten. Es war interessant und ebenfalls schön und WOW!
http://www.conventosantodomingolima.org/
Decke aus einzelnen zusammen gesetzen Hölzern... 

In den Strassen der Hauptstadt spürt an den südamerikanischen Flair wieder deutlich, im Vergleich zum recht aufgeräumten Miraflores. Hier geht’s wieder lauter, dreckiger, ursprünglicher zu. Interessant war, dass uns Passanten in gewissen Seitenstrassen ausserhalb des Stadtkerns freundlich darauf hinwiesen, NICHT weiter zu gehen und wieder umzudrehen. Es sei für Touristen zu gefährlich. Nett, nä?
"Nur bis zur Kirche, aber geht nicht weiter...!"
Hier sah man auch weniger Sicherheitspolizei als sonst an jeder Ecke der Stadt. Dennoch haben wir uns nicht unwohl gefühlt. Ausser auf Zebrastreifen, die hier auch wieder überhaupt keine Besonderheit für Fussgänger sind. Es sei denn mit Ampel...das bietet der Autofahrern etwas mehr Respekt.
Urige Kneipe mit Spezialität: Krustenbratenbrötchen
Plaza San Martin
noch 20 Sek Rotphase...
UPS on Tour
Maler Luis aus Lima.
Hier gab es Neues für unsere Gallerie
Augen zu und durch

Unser Fazit: „Doppelte Eins mit Sternen“.
Ja, es gefiel uns hier besonders gut.

Die Mischung von allem, die Lage und das Klima sind genial. Nicht zu heiss, nicht zu warm.
Somit reiht sich Lima in der Liste „TOPSTADT Südamerika“ein und das ziemlich weit, weit oben!
(Stand 18.03.2012)

…nun müssen wir uns nur noch aus dem Grossstadtdschungel hinauskämpfen, denn das soll nochmal ein besonderes Erlebnis sein…

Egal.
Lima rockt!