09.11.2011

08.11.2011 Punta Arenas / Chile

Die Stadt an der Magellanstrasse ist irgendwie verrückt. Aber das mag ich. Mit über +/-130.000 Einwohnern ist es eine richtige Stadt, die sich aus einer eigenartigen Mischung von Prunk und Protz und Verwahrlosung präsentiert. Aber irgendwie charmant. Auf dem Berg gelegen stehen bunte, grosse Villen, am Stadtrand Wellblech und Holzhäuschen.
Das Zentrum ist wild zusammengewürfelt und sauber. Kein Haus gleicht dem anderen. Diverse Restaurants und Kneipen, Einkaufsmöglichkeiten und eine hübsche Plaza mit schicken Gebäuden gibt es.
http://de.wikipedia.org/wiki/Punta_Arenas
Auf den Tourismuszug ist man hier bereits aufgesprungen. Ausgebuchte Hotels oder gepfefferte Hotelpreise, Outdoorklamottenläden sowie diverse Tourenanbieter für die umliegenden Regionen sind nur ein Indiz dafür.
Die Restaurantempfehlung „La Marmita“, welches so kuschelig, gemütlich und vor allem köstlich aussah, konnten wir aufgrund von „total ausgebucht“ leider nicht wahrnehmen.

Richtung Wasser, im Bereich El Centro fanden wir aber diverse Möglichkeiten. Hier reihen sich viele verschiedenen Restaurants aneinander. Im La Luna genossen wir die chilenische Küche und Gastfreundschaft. Hier hörten wir am Nachbartisch nach 6 Monaten unsere zweiten Österreicher…
auch wir hinterliessen Spuren
Der neue Toyo!
Das chilenische Frühstück ähnelt dem argentinischem, doch hier trifft man ab und zu Wurst oder/und Käse. Unser Geschmack ist es aber immer noch nicht. Das Österreichische/Deutsche ist unserer Ansicht nach immer noch Nummer 1! JAWOHL!

Der Cementerio Municipal zählt zu den faszinierenden Friedhöfen von Südamerika!!!
In Form geschnittene Zypressen säumen die Wege zwischen den Grabmälern der chilenischen Oberschicht und Einwanderer. Darunter sehr viele Deutsche, Jugoslawen, Engländer und Norweger.
Cocoonartige Gedenkstätten
sicherheitshalber noch ein Bierchen mit Kippe...
Einen weiteren Friedhof fanden wir durch Zufall. Hier sah es friedlich und fast fröhlich aus, alles war einheitlich. Jeder war gleich. Es gab einen einheitlichen Gedenkstein, aber unterschiedlich beschriftet. Das riesige bunte Blumenmeer und die sich drehenden Windräder anzusehen war wunderschön.
Flower-Power
Mausoleen sind beeindruckend, (oder auch nicht) aber dieses Blumenfeld war freundlich. Selbst dieser traurige Anlass verzauberte einem ein Lächeln ins Gesicht.

Am Stadtrand existiert eine zollfreie Einkaufswelt, die Zona Franca. Haute uns aber nicht aus den Socken. Wenn man Autoreifen oder Elektro-Geräte benötigt, ist es mit sicherlich sinnvoll dort vorbeizuschauen.

Die Stadt ist irgendwie skurril und crazy im Gesamteindruck, aber nett und charmant zudem leben dort sehr freundliche Menschen. Punta Arenas kann man auf jeden Fall empfehlen, wenn man denn des Weges kommt...
on our way to Puerto Natales

06.11.2011 Porvenir / Chile

Sämtliche Grenzformalitäten in San Sebastian waren problemlos erledigt und schwups waren wir wieder in Chile. Und ab da waren die alten, abgebrochenen Bäume weg. Und die Menschen. Auf dem chilenischen Teil Feuerlands leben nur ca. 7.000 Bewohner. Viel ist das nicht.

140 km ging es vorbei an Feldern und Weiden, bald kam auch wieder Wasser.
Schön war es hier. Zwar hätten wir wetten können, dass sich die beiden Teile Feuerlands nicht unterscheiden, taten sie hier aber doch.
Am Abend landeten wir in Porvenir, wo es eine Fähre nach Punta Arenas geben sollte.
Über den Ort hörten wir nur:
„Es gibt da nichts zu sehen…aber genau das ist es ja…“

Auch der Reiseführer machte sich eher über das 5.000 Seelen Dörfchen lustig, als mit hilfreichen Tipps zu punkten. Einen Campingplatz gab es nicht. Aber Dusche musste heute sein. Ebenfalls wussten wir nicht, wann die Fähre fahren würde. Jeder sagte etwas anderes.

Als ich die Hotelempfehlungen des Ortes las, wusste ich bereits, wie es in den Zimmern roch…

Der Ort war Bilderbuchreif, bunte metallverkleidete viktorianische Häuser, tummelten sich vor der Bucht wo bunte Bötchen lagen. Eine Handvoll Tante Emma Läden, eine kleine Plaza, 3 Hostels und 2 Restaurants.
Und ein Hotel Hinweisschild am Ortseingang. Das Schild sah neu aus und das Hotel war im Reiseführer nicht zu finden. Gucken kostet bekanntlich nix. Von aussen pfui von innen hui.
Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte die Fähre in einer Woche erst ablegen können…so schön und modern war es hier. Die Betten, das Bad und das Restaurant waren ein Traum. Die Welt ist doch nicht so schlecht.

Leider mussten wir nur zwei Nächte auf die Fähre warten…aber den Tag Aufenthalt genossen wir, indem wir uns auf Pinguinsuche machten. Eine Kellnerin hatte uns von den „Königspinguinen“ erzählt, die an der Küste leben würden. Komisch, in dem Reiseführer stand nichts.

„Auf die Dauer Zotti-Power“ - kein Pinguin ist vor uns sicher.
Zwar mussten wir dafür die gesamte „Bahía Inútil“ auf uns ab düsen und das wieder bei allen 4 Jahreszeiten gleichzeitig, aber wie fanden ein „Nest“.

Der „Park“ war erst im Bau…es war keine Kolonie, nur eine Handvoll waren dort zu sehen, denn eigentlich lebten sie in er Antarktis. Auch hier lagen die Damen schon auf den Eiern. Diese Spezies legt alle 2 Jahre nur ein Ei. Ausserdem waren sie in der Mauser.

Der „REY / Königspinguin“ ist grösser als die Exemplare die wir bis dato gesehen haben. Handliche 90 cm werden sie gross. Neben dem „Imperial“ sind es die grössten Pinguine der Welt. …doch der Imperial wohnt nur in der Antarktis…und das lag ja leider (vorerst) nicht auf unserem Weg.
Am Dienstag, den 8.11. nahmen wir die (vorreservierte) Fähre, die uns innerhalb 2 Stunden auf das chilenische Festland nach „Punta Arenas“ brachte. Auch hier hatten wir die wildesten Geschichten vom schaukelnden Seegang gehört…aber wir?
Wir glitten dahin und vertrieben uns die Zeit mit „Büroarbeit“…und freuten uns sehr auf die Zeit in Chile!

06.11.2011 Cabo San Pablo – Feuerland / Argentinien

Wir machten uns auf und sahen überall am Wegesrand Familien beim Picknick oder Asado.
(Machen wir Deutschen/Österreicher das eigentlich auch? In der Form? So als wöchentliches Ritual mit Kind und Kegel und allem Zipp und Zapp? Auf jeden Fall sehr familienfreundlich. Schon toll irgendwie!)

Wir fuhren die Ruta 3 Richtung Rio Grande, doch bogen vorher wieder auf eine Schotterpiste ab.

Heute würden wir einer Hamburgerin guten Tag sagen. Die Fahrt zur alten Damen führte uns 50 km östlich, an den Atlantik. Vorbei an ca. 5 Estancias, die stets wie ein Farbkleks in den alten Wäldern und Feldern lagen. Das war mal ab vom vom Schuss. Heiligsblechle. Ushuaia und Rio Grande waren ewig weg. Inzwischen erkannten wir die Bewohner, denn in den Supermärkten waren sie es, die mit mehreren Karren, an der Kasse standen und diese für Stunden „blockierten.“ Hamstereinkäufe auf diesem Kontinent haben wirklich ein völlig anderes Ausmaß und haben mit einem „europäischen“ Grosseinkauf nichts zu tun.
Und dann sahen wir sie. Sie leuchtete wunderschön in der Sonne. Sie lebte schon länger hier. Wir hatten Glück und hatten sie für uns alleine und auch das Glück, sie näher betrachten zu können.
Es dauerte nicht lange, da winkte „Climbing-Clemi“ schon von der Reling.
Er zog mich die verrosteten Wände hoch und wir erkundeten das Geisterschiff.
War ein komisches Gefühl, es stand schräg, aber es bewegte sich nicht.
Nein, Jessica aus Hamburg hatte nicht übertrieben. Gut das wir auf sie gehört hatten und hergekommen waren. Wieder hatten wir ein Schiff betreten…
http://www.kirsten-schiffe.de/desdemona/index.htm

Mit diesem weiteren Erlebnis im Gepäck machten wir uns mittags auf die Weiterfahrt nach Chile. Wenn alles gut ginge, und der Zoll keine Sperenzchen machte indem er unser Auto wieder auf den Kopf stellte, schafften wir es noch nach „PORVENIR“…da wollten wir auf die Fähre aufspringen, die uns von Feuerland auf das chilenische Festland bringen sollte…
Flechten alias "Bart vom alten Mann"
ASADO - bis einer heult...
(hier brennt der Wald. Feuerwehr zu weit weg...)