11.09.2011

06.09.2011 Laguna Colorada & Laguna Verde / Bolivien

Die Lagunenroute sei besonders ekelig zu fahren, so hörten wir. Auch hierfür nahm man nicht gerne sein eigenes Auto, es sei denn man hatte Bodenfreiheit und Allrad. Dennoch entschieden wir, dass wir zu viert mit unseren Autos ein gutes Team seien und auch diese Aufgabe nahmen wir an. Die norddeutsch-österreichisch-brasilianische Reisegruppe konnte so schnell nichts erschüttern.
Wir starteten früh um 9:00. Endlich wieder Staub. Es dauerte nicht lange, da waren die Autos wieder eingesaut. Das Wetter war sonnig, aber kalt und windig. Die Schotter und Wellblechpisten waren einsam. Ab und zu trafen wir eine Tour, aber selten.
Es war vermutlich wieder einer der vielseitigsten Wege. Über den Tag verteilt hatten wir jeden Bodenbelag den es gibt einmal gesehen bzw. befahren....Hinter jeder Ecke kam etwas anderes. Lagunen an Wegesrand, Vulkane vor und neben uns...
Unsere GPS Koordinaten für Abzweigungen und Wegpunkte stimmten und wir traten den Weg ins NICHTS an. Einfach mal einen Berg hoch. Mit unserem Auto kein Problem, mehr Sorge hatten wir um den Sprinter. Aber Friso manövrierte sein Auto über Stock und Stein, als ob dieser Wagen nie etwas anderes gemacht hätte. Gut, er dampfte wie eine Lok, aber das konnte auch am schlechten Diesel liegen. Auch Lord Höördie verschluckte sich des Öfteren, gerne beim Anfahren am Berg. Es war vermutlich die Mischung vom Diesel und der Höhe.
Die Fahrt war anstrengend, aber wunderschön. Wir merkten, dass wir an Höhe gewannen. Die Luft wurde enger, aber wir waren ja inzwischen im Training. Wir fuhren Passagen, die den Begriff Freiheit wiederspiegelten. Strassen waren Mangelware. Wir fuhren, wo wir wollten bzw. konnten. Der Wind pfiff und wir merkten, dass trotz Sonne die Temperaturen winterlich wurden.
Höördie-Pic by Wera
Höördie-Pic by Wera
Schnee gab es zwischendrin natürlich auch.
Den bekannten Steinbaum sahen wir auch.
Arbol de Piedra
Wir passierten 3 weitere Lagunen, wo wir unsere ersten Flamingos sahen.


Nach 8,5 Stunden und 353 gefahrenen und gekeuchten Kilometern fuhren wir auf sie zu.
Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir angekommen.


Die Laguna Colorada ist ein flacher (durchschnittlich 0,5 m und am tiefsten Punkt 1,5 m tief), 60 km² großer See im Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Abaroa, dem Nationalpark Tierwelt der Anden „Eduardo Avaroa“, im südlichen Teil des Altiplanos im bolivianischen Departamento Potosí auf einer Höhe von 4278 m über dem Meer.
Der See hat seinen Namen aufgrund seiner auffälligen roten Färbung, die von der vorherrschenden Algenart und vom hohen Mineralstoffgehalt seines Wassers hervorgerufen wird.
Der See ist für seine großen Bestände von Flamingos der drei Arten Chileflamingo, Gelbfuß- oder Andenflamingo und James- oder Kurzschnabelflamingo bekannt.
Die Laguna Colorada ist sehr abgelegen und daher nur über Jeep-Touren aus Uyuni oder San Pedro de Atacama erreichbar.

In den Tourunterkünften zu übernachten kam für uns nicht in Frage. Wir durchfuhren den Nationalpark und suchten uns einen Schlafplatz. Gerne auch windgeschützt. Wir waren auf über 4.000 m und es sollte kalt werden. Und windig. Wir wählten den „Galerie-Parkplatz“ direkt am Ufer, neben den Flamingos.
Grillen fiel vor Müdigkeit und Kälte aus. So trafen wir uns wieder im Sprinterli, bei Weras köstlichem Bœuf Stroganoff. Die Nacht wurde kalt. Man munkelte so ungefähr – 18.
Auch der Morgen war schattig. Unsere Wasserkanister und Zahnpasta waren eingefroren. Unser Dachzelt von innen ebenfalls. Kleine Eiskristalle tänzelten auf dem Laken und Schlafsack.
Aber der Blick bei Sonnenaufgang auf die rote Lagune entschädigte. Nach einem flotten Frühstück ging es weiter. Geysire, weitere Lagunen und andere Dinge warteten.
Danke Wera!
Vorerst ging es aber zum Zoll. Auf genau 5.030 m erreichten wir die (freundliche) Zollstation und checkten unser Autos aus um später in Chile einzuchecken…Die Fahrt durch den Nationalpark ging weiter, durch einsame Gegenden, zwischen Vulkanen und Hügeln.
Das nächste Highlight sollte die Laguna Verde werden. Und auch sie hielt, was sie versprach…

Die Laguna Verde („Grüne Lagune“) ist ein See im Südwesten der Hochebene Boliviens, am Fuße des Vulkan Licancabur Sie ist wegen des hohen Anteils an kupferhaltigen Sedimenten grün gefärbt und befindet sich auf einer Höhe von 4.300 m.
Der Vulkan Licancabur ist ein 5.920 m hoher inaktiver Vulkan. Er liegt auf der Grenze zwischen Bolivien und Chile nahe der Laguna Verde und überragt die Atacamawüste. Er befindet sich in der Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Abaroa in direkter Nachbarschaft zum nur 200 m niedrigeren Vulkan Juriques. In seinem Krater befindet sich der höchstgelegene See der Welt, in dem, trotz Außentemperaturen bis −30 °C, eine Vielzahl an Lebewesen gedeiht. Wegen der extremen Umweltbedingungen ist diese Flora und Fauna im etwa 5000 m² großen See von evolutionärem Interesse; die NASA und das SETI-Institut haben bereits eine Reihe von Expeditionen zum Gipfel unternommen. Erkenntnisse über die Anpassung der Tiere und Pflanzen an die extremen Bedingungen sollen helfen, die Entwicklung des Lebens in seinen frühesten Stadien zu verstehen.
Nächstgelegener Ort ist das chilenische Dorf San Pedro de Atacama. Direkt vor dem Berg befindet sich die bekannte Laguna Verde.…und in diesem wunderbaren Ambiente entfachten wir die vermutlich erste anständige Grillsituation. Rinderfilet, gebadet in Salarsalz, frisches Gemüse, Püreevarianten sowie ein Topf Salat rundeten das Erlebnis der letzten Tage ab.
Höhen-Grillage
Unser Inca Grill
 …wir mussten ja alle tierischen und pflanzlichen Nahrungsmittel verbraten, da wir diese nicht in Chile einführen durften. Gegen Spätnachmittag erreichten eine erneut  bolivianische Migrationsbehörde und erhielten unseren Ausreisestempel…Somit waren fast 30 Tage Bolivien beendet. Auf dem Weg nach Peru und Ecuador würden wir aber nochmal vorbei schauen…Cochabamba, La Paz, der Titicacasee und weitere Orte sollen ja noch besichtigt werden.
Danke Wera und Friso, für viele schöne Stunden und Fotos ;)

Und auf einmal waren wir in Chile - und steuerten den Wüstenort San Pedro de Atacama an.
Wissend, dass wir uns dort bald von Wera, Friso und Sprinterli trennen mussten, da die beiden Besuch von Freunden aus Deutschland erwarteten. Aber man trifft sich Glücklicherweise immer zwei Mal im Leben.


Fazit Bolivien:
Wahnsinn.
Die letzten Tage und Wochen waren überwältigend.
Trotz Anlaufschwierigkeiten an der Grenze und mit dem Zoll in Santa Cruz, sind die Eindrücke und Naturgewalten (und Preise) zum heutigen Zeitpunkt Top 1.

Hasta luego en Bolivia!

PS: Wir erfuhren, was bei dem Unfall auf dem Salar damals passierte: Zwei bolivianische Fahrer sind mit Ihren Touristenjeeps zusammengestossen. Aufgrund des vielen Benzin auf dem Dach sind die beiden Fahrzeuge direkt explodiert. Keine Überlebenden.

02.09.2011 Uyuni & Salar de Uyuni / Bolivien

Einen minimalen Umweg nahmen wir in Kauf und gingen baden. Im „Ojo del Inca“ welches nur 10 Min. von der Hacienda entfernt war. Nun hatten wir Spaß im Naß auf 4.000 m Höhe mit 3 Enten bei über 30 Grad Wassertemperatur. Der Ausblick aus unserer Riesen-Vulkan Badewanne war enorm. Leider erfuhren wir erst dort, dass wir auch da hätten campen können. Aber wir hatten doch KEINE Zeit!....somit düsten wir weiter nach Uyuni, gelegen auf 3.600 m.

Also der Weg dorthin war - ob ihrs glaubt oder nicht – echt beeindruckend. Auch hier kam hinter jeder Kurve etwas Schönes um die Ecke. Wir waren sprachlos. Sollte sich Bolivien jetzt schon gelohnt haben? Der Grenz- und Zollstress geriet so langsam in Vergessenheit.
...Erster Sichtkontakt mit dem Salzsee...(hinten)

Den Ort Uyuni braucht man nicht wirklich. Grau in Grau und „möchtegerntouristisch“.
Glücklicherweise hatten wir eine Hotel und Restaurantempfehlung im Vorfeld erhalten. Ausser 34 Pizza-und Pommesbuden sah man im Centrum kein anständiges Restaurant und somit –sorry – sich erbrechende Touristen auf der Strasse aus einem Lokal kommend. Kein Witz. Wir checkten im Hotel Tonito ein, welches ebenfalls eine Pizzeria im Wohnzimmer hatte. Obwohl die Eigentümer amerikanisch/bolivianisch sind, aßen wir - sorry Joey - die Beste Pizza ever... Ich träume heute noch davon.

Die Preise in dem Ort waren für Übernachtung, Speisen etc. weitaus höher als in den Städten zuvor. Der Ort musste ja auch irgendwie zu Kräften kommen. Ausser dem See und einem Lokomotiven- Friedhof gab es nichts.
Noch einmal buntes Diesel für n Appel und n Ei tanken und dann aber auch bloss auf den See.
Der Salar de Uyuni ist mit mehr als 10.000 km² der größte Salzsee der Welt. Er liegt im Südwesten Boliviens auf einer Höhe von 3.653 m und gehört zu den Landschaften des Altiplano. Mit gleißender Helligkeit am Tag und sehr kalten Nächten ähnelt er äußerlich einem sehr hart gefrorenen See.
Die Salzmenge des Salar de Uyuni wird auf ungefähr 10 Milliarden Tonnen geschätzt. Jährlich werden davon etwa 25.000 Tonnen abgebaut und in die Städte transportiert. Darüber hinaus gilt der See als eines der weltweit größten Lithiumvorkommen. Der See ist so gut wie frei von jeglicher Art von Lebewesen. Er ist Brutplatz einiger nur in Südamerika vorkommender Flamingo-Arten.
Während der Regenzeit kann die Salzkruste lokal mit mehreren Dezimetern Wasser bedeckt sein; etwa von Ende Juni bis zum Beginn der Regenzeit Anfang Dezember ist der Salar trocken. Mit Ausnahme der schlammigen Uferzonen und einzelner Wasseraugen (ojos) kann dann die bis zu 30 m mächtige Salzkruste selbst von Bussen und LKWs befahren werden.

Hingegen einiger Ratschläge fuhren wir mit unseren eigenen Autos und ohne Guide/Tourigruppe auf dem See. Die meisten „Gringos“ buchen Tagestouren und düsen in überfüllten Jeeps über den See (und die anschliessende Lagunen Route), schlafen in usseligen Unterkünften und essen furchtbares Essen. Hurra.
Wir nicht.
Wir waren immerhin zu viert mit unseren beiden schicken Autos, Kühlschränke waren voll, Grill geputzt, Weinvorräte aufgestockt. Stimmung gut. Arme hoch.
Was sollte da schiefgehen?

Hinter einer selbstentworfenen Müllkippe ging es ca. 20 km über Wellblech-und Schotterpisten an dem See vorbei. Hinter einem recht freundlichen Militärposten dann links ab. Auch hier - am Beginn des Salzsees - wohnten Menschen. Weitere Salzhotels wurden gebaut. Diese Übernachtungen kosten richtig Asche. Im Ort waren primär Backpackerunterkünfte zu finden und kein Campingplatz.
Die Auffahrt zum See eröffnete ein Todesdenkmal. Ca. 12 Personen waren um das Leben gekommen. Bolivianer, Japaner und Israelis. Die Ursache stand nicht dabei. Erfuhren wir allerdings erst Tage später.

Und dann fuhren wir los, immer mit einem Auge auf den Boden. „Ojos“ sollte man umfahren. Bräunliche „Augen“ die matschig oder aber auch offen sind und in denen man leicht versinken kann. Schon etliche waren darin hängengeblieben. Ob es eigtl. einen Salar-ADAC gibt?
Wir genossen die Fahrt bei herrlichem Sonnenschein. Es war so hell, dass ohne Sonnenbrille nichts auszurichten war. Hut/Mütze musste ebenfalls sein, neben Sonnenschutz Faktor 50-70. Wir hatten einige GPS Daten gesammelt. Auf dem See gab es diverse Inseln. Ein paar wenige wurden von allen (ALLEN) Touren angefahren. Somit zentrierte sich dort ein Haufen von Jeeps. Nichts für uns Rockstars. Unsere eigene Insel musste her. Somit fanden wir nach einer schönen, stilechten „freien“ CRUISEREI unsere „Isla Mondsichel.“
Hier liessen wir uns gegen Nachmittag nieder, parkten die Autos auf dem kleinen Stück Strand und fingen an Holz zu sammeln für das nächtliche Lagerfeuer. Bis zu – 5 /-10 Grad sollten/konnte es nachts werden. Und bevor wir in unser Dachzelt krabbeln mussten, sollte es uns doch etwas warm werden.
Isla Mondsichel
Mein Hut...
...braucht keine Ecken

Holzsammeln fiel aus wegen „ nichts da.“  Wir fanden nur Gestrüpp als Anzünder und 5m hohe Kakteen.
Es wurde ein Kaktus. Friso und Clemens zückten ihre „Macheten“ und rückten dem einzig morschen Kaktus zu Leibe. Es dauerte Stunden. Völlig fertig - aber mit Kaktus unterm Arm – kamen die beiden stolz zu ihren Frauen und „frönten“ völlig abgekämpft und ausgehungert dem Abendessen. Der erste Salar-Bräuler/Gockel hatte seinen Dienst nach 3 Stunden auf dem Grill hinter sich gebracht. Danach stieg unsere erste Salarparty mit Rotwein, Kaktuslagerfeuer und Tanzmusik. Nach nur 30 Min. war die Meterware Kaktus erloschen und nur ein Häufchen Asche war übrig. Demnach erhöhten wir die Dosis Tanzmusik…denn es hatte sich neben der Kälte noch ein aufmüpfiger Wind eingeschlichen der um uns herum tanzte, sodass sogar Stühle flogen.
Ran an die Arbeit...
...brennt 30 Minuten...

Die Nacht haben wir überlebt. Das Zeltdach flatterte uns zwar um die Ohren, aber Dank „Chullo“ hielten sie es unversehrt aus. Wie zwei Marshmallow hatten wir uns nachts ausgetanzt und satt in die Schlafsäcke gepresst. Morgens schien die Sonne so extrem auf unsere Luke, dass wir uns möglichst schnell wieder ent-zwiebeln mussten. Das Zwiebelprinzip war nach wie vor das Effektivste.
Wir brachen auf um weitere Ecken des Sees und einen neuen Schlafplatz zu finden.Wieder herrlicher Sonnenschein, kaum jmd. zu sehen bzw. niemand.
Harte Arbeit

Gegen Mittag wollten wir bei einer Insel mit angrenzender Lagune Halt machen und die Wochenendbolognese in der Sonne verputzen. Die Idee war gut. Doch die Ausführung…
Clemens und ich standen nun auf der kleinen, charmanten Insel. Doch Sprinterli kam nicht hinterher. Als wie ausstiegen, sahen wir was los war. Der Mercedes steckte fest. Auf den ersten Blick sah es nicht so schlimm aus, sodass ich (!) meinen knurrenden auf Bolognese eingestellten Magen vergaß. Wäre ja schnell gemacht.
Lagune zur Mittagszeit
Dieser Sonntag wurde dadurch gekrönt, dass wir versuchten, den sich immer wieder einsackenden und festgefahrenen Sprinter aus dem Salz zu bekommen. Es waren NUR 20m, die wir ihn auf die Insel ziehen mussten, da er einfach keinen Halt auf dem See finden wollte. Da die Insel aber aus Sand bestand, hatten wir mit dem Landy keinen Halt. Trotz zweier Winden, eine davon doppelt genommen, sodass wir 12 t Zugkraft hatten, kamen wir nur mühsam voran…Unsere zwei Sandboards halfen recht gut, neben Schlamm und Lehm wegschippen, Steine und Salz zur Befestigung suchen…etc. Wir sahen bereits das Grundwasser.
Es schien irgendwann aussichtslos. Aber wir gaben nicht auf. Auch, als der Sprinter bis zum Bodenblech auflag..

Auch nachdem sich Lord Höördie 3 x eingegraben und festgefahren hatte, machten wir weiter. Zwischendrin war bei uns vieren der Tobsuchtsanfall nah. Sehr nah. Es wurde kalt. Und dunkel.
Erwähnte ich, dass wir eigentlich Mittagessen wollten?
Und wo waren die gelben Engel wenn man sie brauchte.
Es war niemand da. Nur wir. Wir Vier.

Nach über 5 (!) Stunden war es vollbracht. Lord Höördie zog den Sprinter über den Strand, Clemens gab weiter Gas, um bloss nicht steckenzubleiben, auf eine „feste“ Stelle auf den Salzsee zurück…

Wir fielen uns in die Arme, küssten uns und die Autos. Ja, wir waren Rockstars!
Aus Gewohnheit und Sicherheit fuhren wir die Isla Mondsichel wieder an.

Um Punkt 20:15 alias Tatortzeit sassen wir alle vier zusammengepackt in Sprinterlis Wohnzimmer…Geschockt und froh über den Ausklang des Tages. Wir waren völlig kaputt aber glücklich. Angestossen haben wir natürlich auch auf das Happy End. Mit einem Tässchen Rotwein und klar - Spagetti Bolognese. Endlich!
Nun konnten wir auch friedlich um 21:00 schlafen gehen. Ein fast normaler Sonntag ging zu Ende.
Held des Tages

Der nächste Morgen war kälter. Von der Nacht haben wir vor Erschöpfung nichts mitbekommen. Nach einem Frühstück DELUXE, welches wir vier uns nie nehmen liessen, starteten wir gen Stadt Uyuni. Bevor wir weiter Richtung Lagunen fuhren, mussten wir wieder die Autos tanken und vor allem vom Salz befreien. Das Zeug war hartnäckig. Es war überall. Mal eine gesunde Abwechslung zu dem sonstigen Staub.
Nach einer Fotosession suchten wir uns noch ein Ojo…wir wollten unser eigenes Salarsalz gewinnen. Das Wasser ist übrigens so salzig, dass wenn man die Hand hineingesteckt hat, die Hände weiss und pelzig werden.
Ojo!
 (Auch bekannt als"Augen auf")
Tschüss, Salar!
Wir landeten gegen Mittag wieder in der Stadt. Die Tankstelle gab uns wieder preisgünstigen Diesel. Eigentlich sollte der Liter 0,85 € kosten. Er hatte sich innerhalb ein paar Tagen erhöht, für uns Gringos. (Auch hier bekamen die Leute mit Bolivianischen Kennzeichen den vom Staat subventionierten Sprit)
Als wir freundlich sagten, dass der Preis ok sei, dann aber bitte mit Rechnung, kostete er spontan weder 0,35 €/ Liter. Geht doch.
Eine Autowaschanlage fand sich ebenfalls, die auch noch spontan (und das gibt es hier selten) die Gelenke schmierte sowie den Unterboden mit Altöl & Diesel versiegelte…Unterbodenschutz vom Feinsten.

Unser Lord Höördie war fast wie neu – roch zwar streng - aber wir hatten ihn aus seiner Salzkruste gepuhlt. Wir stockten die Gemüse, Obst, Brot und Eierabteilung auf und freuten uns auf die am Tag drauf geplante Abfahrt zu den bunten Lagunen. Und wir bereuten nicht, dass wir vier auf eigenen Faust auf dem See waren sondern erfreuten uns an unserem gemeinsamen Abenteuer!

andere Länder, andere Farben
Kontrolle ist besser

Dann machten wir uns im Sonnenuntergang auf zum südlich von Uyuni gelegenen Eisenbahnfriedhof, mit zum Teil über 100 Jahre alten Zügen. Hier stehen unzählige Dampfloks in allen nur denkbaren Achsfolgen mitten in der Wüste und rosten stumm vor sich hin.Leider sind die Eisenbahn-Gegenstände nicht einer Art Museum hier ausgestellt. Die Lokomotiven sind in der freien Natur leider zum Verrotten verurteilt. Einzelne Teile werden von allen möglichen Leuten abgeschraubt oder sonst wie abmontiert. Wenn die heutigen Lokführer mit ihren Güterzügen (vor allem mit Salz beladen) vorbeifahren, geben sie ein Signal. Als Gruss an die einstigen Arbeitsgeräte.
Tuut - tuut!