27.10.2012

20.10.2012 Nationalpark Canyonlands / USA

Wir erreichten bei sonnigem Wetter den Canyonlands-Nationalpark welcher in direkter Nachbarschaft zum Arches-Nationalpark liegt, den wir etwas später noch „auf der Uhr“ hatten.

Das Gebiet von Canyonlands umfasst eine Fläche 1.366 km². Der Colorado und der Green River haben tiefe Canyons in das Colorado-Plateau geschnitten, teilen daher den Park in drei Teile auf:
Island in the Sky im Norden, The Needles im Südosten, The Maze im Westen.

Zwischen den einzelnen Sektionen gibt es innerhalb des Parks keine Straßenverbindungen, kein „Lodging“ und kein fliessend Wasser.

Wir starteten im „The Needles“ und erfreuten uns an den gewaltigen bunten Felsen und den dazu passenden bunten Bäumen. Auch hier ist es nun Herbst. Sieht ja hübsch aus.
Church-Rock

The Needles hat seinen Namen von rot und weiß gemaserten Felszacken, die die Gegend prägen. Es gibt es aber noch eine Vielzahl von weiteren Felsformationen wie Canyons, und Steinbögen und anderen tollen Dingen. Der „Cathedral Point“ ist mit 2.170 Meter hier die höchste Erhebung im Park.
Wir durchfuhren den wirklich beeindruckenden Park, der wie die anderen auch recht gut besucht war. Dennoch fanden wir doch Ecken, wo wir unter uns waren uns so die wirklich beindruckende Landschaft geniessen konnten.
Zeit für Luftsprünge...
und Chillout

Hier sagten wir den perfekt asphaltierten Straßen den Kampf an und wählten eine schottrige Nebenstraße, die uns vom Ranger als 4WD Strecke angekündigt wurde, von denen es mehrere in dem Parkabschnitt gibt. Die ersten Meter waren so easy, dass wir zurück fahren und den Ranger über seinen Tresen ziehen wollten, von wegen „4 WD“…merkten dann aber doch, dass wir den Löördie einige Male geschickt um riesige spitze Steine, Sandwege, Furchen und gewaltige Felsplatten bugsieren mussten und froh waren, nicht gleich mit dem eigentlich angedachten „Elephant Trail“ gestartet zu sein, welchen sonst wohl hauptsächlich Crossmoppets und Quats fahren.
Somit kam der Lord  mal wieder ins Schwitzen und wir etwas in Abenteurerstimmung.

Auch hier im Park war der kleine Campingplatz bis in die letzte Ecke ausgebucht und da wir sowieso am nächsten Tag in den Nord-Bereich ISLAND IN THE SKY wollten, fanden wir einen tollen Platz ausserhalb des Parks, vor wunderbaren roten Felsen.
Ein farbenprächtiger Sonnenuntergang und ein anschließender filmreicher Sternenhimmel boten die perfekte Kulisse…neben unserem gigantischen Lagerfeuer-CHEN.
Abends wurde es schon knackig kalt, nachts fiel das Thermometer ebenfalls und morgens zeigte es 3 Grad.
bei Sonne macht Schnippeln noch Spaß...
ohne Sonne ist es dann doch schattig
Tankstelle in der Pampa
Weiter gehts in den Nortteil des Parks entlang des HW 191

 Nachdem wir uns in der Sonne aufgewärmt hatten, düsten wir Vormittag weiter, füllten in der knuffigen Touri-Kleinstadt MOAB Tank und Speisekammer auf und rauschten durch die immer noch beeindruckende Natur in den Nordteil des Nationalparks, stoppten aber vorher im „Dead Horse Point State Park“ in unmittelbarer Nähe des Canyonlands Park.
hier finden sich allerlei Dinge am Wegesrand

Die südlichen Spitze des „Dead Horse Point“ bietet einen genialen Ausblick aus 1.731 m Höhe auf den über 600 m tiefer gelegenen Colorado River, der an dieser Stelle eine 180°-Kehre macht.

Der Name des Gebiets ist auf die Nutzung im 19. Jahrhundert zurückzuführen, als Cowboys und Pferdediebe das vorstehende Hochplateau mit den an allen Seiten steil abfallenden Kanten als natürliche Koppel benutzten. Das Hochplateau ist mit der restlichen Hochebene nur über einen schmalen Bergrücken verbunden, der an der engsten Stelle 27 m breit ist. Diese Stelle wurde mit Ästen und Gestrüpp versperrt, so dass die Pferde eingeschlossen waren. Anschließend wurden die Pferde, die zur Zucht aussortiert wurden, mitgenommen. Für die zurückgelassenen Pferde endete die Gefangennahme teilweise tödlich, weil es auf der beschränkten kargen Fläche kaum geeignete Nahrung, keine natürlichen Wasserquellen und Schattenplätze gab. Sie verdursteten, während 600 m unter ihnen der Colorado vorbei floss.
Eisblaue Salinen in feuerroter Umgebung
180°-Kehre

Auch hier gibt es einen kleinen schnuckeligen Campingplatz, der aber auch vollbesetzt war.
Somit durchkämmten wir das umliegende BLM Land und fanden einen schicken Stellpatz für die abendliche Grillsession bei Sonnenuntergang und für die Nacht. Lange haben wir nicht mehr so gut geschlafen.

Der Parkbereich „Island in the Sky“ ist eine eher weitläufige Hochebene und bietet spektakuläre Aussichten auf den White Rim, eine Sandsteinabbruchkante die 360 Meter unterhalb des Plateaus liegt sowie auf die Flussläufe, weitere 300 Meter unterhalb des White Rims.

Dabei muss man erst mal verdauen, wenn man darüber – ohne Geländer – steht und versucht den teils eisigen Wind zu ignorieren und dabei hübsch auszusehen.
Auch hier im Park war viel los, so dass wir meist auf den Wanderwegen nette Leute trafen und was zum Quatschen hatten, sprachen mit netten Menschen, die uns in ihrem Land willkommen hiessen und uns feierten, da wir unsere Reise in ihrem Land beendeten.

Wanderwege am Kraterrand
Der Upheaval Dome- Die zentrale Kratervertiefung misst ungefähr 1,4 Kilometer im Durchmesser, sie ist über 400 Meter tief. Das Maximalalter des Kraters wird auf 170 Millionen Jahre  geschätzt.
Wanderweg am Canyon lang

Da wir früh am Morgen im Park eigetrudelt waren, hatten wir um 9:00 Glück und fanden tatsächlich einen Platz auf dem dortigen Campingplatz, der lediglich Bank, Feuerstelle und Plumpsklo aufweist. Kaum vorstellbar, was hier los ist….bzw. wie viele Menschen versuchen einen Platz zu bekommen…und das, obwohl es hier abends richtig eisig wurde und ein Wind pfiff und das Lagerfeuer an diesem Abend „abgeblasen“ wurde.
Neben frischem Brot, Fleisch, Bierdosenhühnchen, Würstchen und Co kann der kleine Grill auch verdammt gute Pizza. Sehr zu empfehlen: http://cobb-grill.de/
Ein Handtuch hätte doch gereicht
Frühstück is fertig!
 Hier die heutige Quizfrage: Woran erkennt man, dass man auf einem US Amerikanischen Campingplatz ist? An den ab 6:30 laufenden Generatoren der RV´s / Campingwagen.
Bekanntestes Motiv aus dem Nationalpark
Felsbogen MESA ARCH

Da wir ungern Wege doppelt fahren, wählten wir spontan eine andere Ausfahrt aus dem Park hinaus.
Von einem Aussichtspunkt sahen wir auf eine Murmelbahnähnliche Serpentinenstrecke, die sich dann durch den Canyon schlängelte und sofort unsere Peru-Erinnerungen zum Kochen brachte. Es bedurfte keiner Diskussion denn uns war klar, dass wir da runter MÜSSEN.

Zuschauer und Ranger wünschten uns Glück und ermahnten uns bei dem Wind die recht steilen und engen Kurven besonders langsam zu fahren. Der Shafer Trail wurde 1914/15 von John Shafer und seiner Familie, übrigens passenderweise ehemalige Schäferhundzüchter, aus "Logistikgründen" gebaut, war damals der direkteste Weg.

Auf der Fahrt hinunter treffen wir lediglich einen entgegenkommenden Läufer und eine Handvoll Radfahrer, die völlig fertig (aber glücklich) nach oben radeln, wenn man das so nennen kann.

Danach „rollten“ wir aus und erleben eine wunderbare Fahrt durch den Canyon und kommen bald auf die „Potash“ Road die uns am Colorado vorbeiführt sowie an gewaltigen , steilen Felswänden und somit mehrere Aussichtspunkte für uns bereithält. Auch die hübschen Salinen, die wir schon vom Dead Horse gesichtet hatten, treffen wir hier aus nächster Nähe.





Zum Ende hin gibt’s noch indianische Ruinen und Petroglyphen. Nach gemütlichen 3,5 Stunden erreichen wir wieder die Kleine, aufgeweckte Stadt Moab und wählen die Stadt als Ausgangspunkt für den Besuch im nächsten Nationalpark…

Tja, somit verliessen wir nach 3 Tagen und 3 Nächten diesen beeindruckenden Park und seine Region. Hatten wir uns zugegebener Maßen vorher recht wenig damit auseinandergesetzt, war die Freude hier gewesen zu sein umso größer. Einfach genial, überwältigend und absolut sehenswert.
Richtig gut!

Einsteigen, nächster Halt: ARCHES Nationalpark.

Canyonlands Nationalpark

Die Zotti Cam war auch hier im Einsatz.
Schnallt Euch an, geniesst die Rundreise und den Ausblick!
Ton an
http://vimeo.com/52827195