16.07.2012

13.07.2011 Volcan Irazú / Costa Rica

Via „Limon“ und „Moin“ erreichten wir die „32“ und bogen bei Siquirres ab gen Westen.
Die Hauptstrassen sind bis jetzt„ok“, aber nicht traumhaft. Im Vergleich zu Panama eher löchrig und wackelig. Weiter ging es bis in die Kleinstadt Turrialba wo wir erstmalig einen großen Supermarkt sowie eine Tankstelle in diesem Land besuchten.
einer von uns
Völlig erstaunt stellten wir fest, dass es Preismässig NICHT über Panama liegt. Soll heissen, der Diesel liegt ebenfalls bei ca. 1,00 €/ l und die Lebensmittel sind auch noch im Rahmen. Seitdem wir Ecuador verlassen haben, mussten wir uns an erhöhte Obst und Gemüsepreise gewöhnen...dafür auch an schlechtere Ware.

Seit Panama gibt es aber wieder Argentinische und Chilenische Weine zu einen anständigen Kurs und nicht so exorbitant teuer wie in Kolumbien. Hurra, das ist mal ein Wort! Das Leben ist wieder schön ;). Die letzte Stunde ging querfeldein. Strassen konnte man das kaum nennen, Feldwege und Schlaglochstrassen brachten uns zum Eingang zum Nationalpark des Vulkans IRAZÚ. Die Luft wurde dünner, die Temperatur ebenfalls. Die Zottis in ihren Karibik-verwöhnten FlipFlopfüsslein und leichtem Hemdchen fingen an zu frieren. Aber richtig. Leider war die wirklich dicke Kleidung und die Daunen-Schlafsäcke auf dem Dach verzurrt, denn bis zur USA wollen wir mit denen nichts zu tun haben…
Also improvisierten wir und das hiess: ZWIEBELN VOM FEINSTEN. Der Park hat lediglich von 8:00-15:30 geöffnet. Ungünstig für die, die gegen 17:00 kommen. Also für uns. Viel ist in der Gegend nämlich nicht zu holen.
schon schattig
von der Karibikküste in die Bergwelt aus 3.200 m
255 km ca. 3,10 stunden

Somit machten wir es uns gemütlich. Auf 3.150 m und bei schattigen 12 Grad.
Die Höhe machte uns komischer Weise überhaupt nichts aus. Unsere Körper scheinen nun endgültig immun gegen diese Höhenunterschiede zu sein. Der Temperaturunterschied von 24 Grad machte uns auch nicht wirklich was aus, denn den überbrückten wir mit frisch gekochtem Chill con Carne und ner Tasse Rotwein.
Bis es dunkel und vor allem extrem nebelig wurde genossen wir die Ruhe, die klare Luft und den wunderschönen Sternenhimmel…Romantik ist Nichts dagegen.
Unser NEST für die Nacht
Die Romantik hörte allerdings auch auf, nämlich dann als wir durch lautes Stimmen-Wirr-Warr hochschreckten und nicht wussten, ob es wie eine Stunde zuvor nur neugierige Tiere, oder doch eine Meute hungriger „Eingeborener“ waren die sich uns „vorknöpfen wollten…

Ich war prompt auf 180 und umklammerte meine Mega Mag-Lite sowie meinen aus Holz geklöppelten Baseballschläger mit Namen PEACE-Maker. Clemens wurde auch etwas unruhig und nahm seine „handliche Reise AXT Axel“ zur Hand und wir hielten beide die Luft an.
Wir übersetzen das sehr laute Stimmendurcheinander und wir identifizierten es vorerst als eine Büßer-Prozession…diese fand um 4:30 statt. Hallo???
...das Monotone Stimmen-Gewusel liess uns wieder kurz einschlafen, wurde dann aber wieder unterbrochen…und zwar durch genau DAS HIER, LAUTSTARK.
Ton an: http://www.youtube.com/watch?v=Bomv-6CJSfM

…fanden wir eigentlich extrem cool und rockten im Halbdunkel im löördischen Dachzelt mit…

Das Stimmengewusel ging aber weiter und wurde lauter. Die Musik zog gleich. Also alle „Mann“ LAUTER. Offensichtlich war hier eine „Gegenparty“ im Gange. Und wir mittendrin. Hallo? McFly jemand zu Hause?
...die Nacht war für uns vorbei. Dann folgte NOSSA. 
Die Party stellte sich als Mondschein-Vulkan-Blick Party-mit-Musik-und-Gefummel heraus. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir noch glatt mitgefeiert…;)

Die "Büßer- Prozession" blieb hartnäckig….Bullige Männer in normaler Kleidung standen nun im Kreis um 2 Männer mit weissen Masken und schreiten inzwischen hemmungslos. Leider unverständlich.
...was das wohl war?

...sowas muss einem auch erst mal auf knapp 3.200 m am AdW passieren…
Diese Geschichte kann vermutlich nicht jeder erzählen. Die Zottis nun schon.
Nest am Morgen
...müde
Wo wir sind ist vorne!
Punkt 8:00 öffneten sich die Tore und wir wurden hinauf gelassen. Problemlos schob sich Löördie trotz leichter „Unterkühlung“ hoch auf 3.400 m. Dort gibt es ein kleines Besucherzentrum mit einem Café und einem echt nettem Souvenirshop. Ab da führt ein ca. 1 km langer Weg über die Kraterlandschaft zum Hauptaussichtspunkt. Der Gipfel des Vulkans besteht aus 4 Kratern, von welchen der größte einen Durchmesser von ca. 1 km hat. Auf seinem Grund in 300 m Tiefe glänzt ein giftgrüner Schwefelsee. Wirklich seeeeeeeehr hübsch anzusehen. Man sollte sich bereits in den frühen Morgenstunden auf die Reise machen, denn selbst bei allerschönstem Wetter beginnt sich der Himmel schon gegen 10 Uhr morgens mit Wolken zu verdichten. Wir hatten Glück.

Der Irazú, in der Indianersprache Iaratzu („grollender Berg“), ist mit 3.432 m der höchste Vulkan Costa Ricas. Der Schichtvulkan (Stratovulkan) zählt zu den gefährlichsten und unberechenbarsten Vulkanen des Landes. Er brach im Jahre 1994 das letzte Mal aus mit der Stärke 2 auf dem Vulkanexplosivitätsindex (VEI). Einen Ausbruch der Stärke 3 gab es 1963. Während dieser Ausbruchsphase, die bis 1965 dauerte, schossen immer wieder mit Lavastaub und Steinen beladene Dampfwolken bis zu 500 Meter hoch in den Himmel. Bei einem weiteren Ausbruch könnten seine Aschewolken die dicht bevölkerte Hauptstadt San José dieses zentralamerikanischen Landes erreichen. Der Vulkan gehört zu denjenigen, die in ihrem Kratersee einen Säuresee beherbergen. Er ist hier von giftgrüner Farbe. Die Gefahren, die von diesem Vulkan ausgehen, betreffen vor allem einen Bergsturz der dünnen Kraterwand. Dann würden mehrere Millionen Tonnen Gestein abrutschen und der Säuresee ausfließen. Eine Besonderheit dieses Vulkans ist, dass man von seiner Spitze aus an klaren Tagen zwei Ozeane, den Atlantik und den Pazifik, sehen kann.
Am höchsten Punkt angekommen


Blick auf einen Krater

es war eiskalt und es zog wie Hechtsuppe
Den Vulkan war wirklich schick…und wir hatten ihn fast für uns alleine. Schnell waren die frostigen 4 Grad der letzten Nacht vergessen. Aber über die beiden „Sonderveranstaltungen“ lachen wir immer noch.
endlich wieder grosse Blätter
Ein wahrer Kerl...
trägt Bart.
Schnurrbart
Wir fuhren ein Stück abwärts und genossen bei strahlendem Sonnenwetter den Ausblick auf den ebenfalls aktiven Vulkan TURRIALBA der gemütlich vor sich hinpüselte...
http://de.wikipedia.org/wiki/Turrialba_(Vulkan)
Es ging weiter bergab und wir besuchten die Stadt Cartago, welche diverse Male durch Eruptionen und Erdbeben des Irazú zerstört wurde.
Die Stadt wurde neu aufgebaut und ist daher sehr modern und ansehnlich. Erneut ein knuffiges Städtchen mit wichtiger Kirche. Jährlich am 2. August strömen hunderttausende Pilger zur wichtigsten Kirche des Landes, der Basílica de Nuestra Señora de Los Ángeles.
In der Kirche wird eine Statue der Schwarzen Madonna (La Negrita) aufbewahrt, der Heilkräfte zugesprochen werden. Ebenfalls fanden sich hier die Las Ruinas de la Parroquia de Santiago Apóstol. Völlig übermüdet, aber glücklich machten wir einen Abstecher in das Valle de OROSI, genossen dort Picknick mit Ausblick, dann ging es weiter gen Hauptstadt San José…welche NICHT zu den Highlights des Landes zählt…
Strasse
Basilica
kein Prunk mehr wie in Südamerika. Schlichtheit überwiegt
Ruinas
Schweinchen zum Verkauf
Picknick mit Blick über das Valle Orosi
...wer braucht denn noch Chucks?
Winke Winke!

15.07.2012

11.07.2012 Puerto Viejo / Costa Rica

Nun waren wir da, im Land Nummer 11 unserer Reise. Costa Rica, das Land was unter den Reisenden auch Schweiz von Mittelamerika genannt wird. Sehr schön und schön teuer soll es hier sein.

Wir waren gespannt, ob es sich von Kolumbien und Panama preislich sehr unterscheidet…denn die beiden Länder sind auf unserer Reise preislich gesehen am europäischsten. (Diesel, Hotel Restaurants, Supermarkt, Kosmetik)

LA PURA VIDA – "das pure Leben" lautet übrigens das Lebensmotto hier.
Na dann mal los, Abfahrt!
 Grenzübergang von/nach Panama
Costa Rica (spanisch für Reiche Küste) ist ein Staat mit ca. 4,5 Mio. Einwohnern in Zentralamerika. Er grenzt im Norden an Nicaragua und im Süden an Panama. Begrenzt wird Costa Rica im Osten durch die Karibik und im Westen durch den Pazifik. Topographisch lässt sich Costa Rica in fünf Großräume gliedern: in die vulkanischen Bergketten der Cordilleras, das Valle Central mit der Hauptstadt San José, die Schwemmlandebenen der Karibikküste, die zentrale Pazifikküste und die trockene Halbinsel Guanacaste im Nordwesten. In den Cordilleras gibt es eine Vielzahl noch aktiver und auch erloschener Vulkane.


Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 94 % Mestizen („Mischlingen“) und Weißen, 3 %Schwarzen, 1 % Indios, 1 % Chinesen und 1 % Sonstigen. Unter den Costaricanern mit afrikanischer Abstammung sind viele Nachkommen eingewanderter Arbeiter von den westindischen Inseln, die daher zumeist ein englisches Kreol sprechen. Costa Rica hat den geringsten Anteil rein indigener Bevölkerung unter den mittelamerikanischen Staaten. 


Der größte Teil der costaricanischen Indios lebt heute zurückgezogen und in Restgruppen in der Cordillera de Talamanca. Die Hauptstadt San José verfügt als einzige Stadt Costa Ricas über einen internationalen Flughafen. Die offizielle Landessprache ist Spanisch mit einigen costaricanischen Eigenarten. An der Atlantikküste ist auch Englisch und eine englisch-basierte Kreolsprache weit verbreitet, die dem Jamaika Patois ähnlich ist. Das in Costa Rica gesprochene Spanisch weist einige Unterschiede zum Standard-Spanisch auf. Umgangssprachlich werden die Einwohner Ticos und Ticas genannt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Costa_Rica

Unser erster Stop lag nur 30 km hinter der Grenze. Der alte Fischerhafen Puerto Viejo liegt eingebettet zwischen Palmen Sandstränden und dichtem Regenwald, in dem Affen, Faultiere, Nasenbären, Papageien, Tukane und weitere exotische Tiere beheimatet sind. Menschen aus aller Welt scheinen sich von dieser magischen Kombination angezogen zu fühlen und haben sich hier niedergelassen: man sprich von rund 5.000 Einwohnern aus über 40 Ländern. Das sorgt schon fast für ein internationales Flair.

Puerto Viejo hat dabei seinen ursprünglichen Charakter jedoch nicht verloren, denn die Mischung aus karibisch-jamaikanischer Stimmung, versteckten Stränden aus Kolumbus' Zeiten, atemberaubender Natur, Korallenriffs und guten Kneipen und Restaurants ist noch zu sehen und zu spüren.. Die bunten Holzhäuschen des Ortes werden überragt von riesigen Kokospalmen.
Reggae-Bars am Strand landen zu "barfusstanzbaren" und tropischen Rhythmen ein.
Immobilienbüro

Fährt man Strandabwärts so erreicht man 12 km den Ort Manzanillo. Entlang dieser Strasse befinden sich unzählige Hotels, die alle (!) dem Landschaftsbild angepasst sind. Es sind also keine Bausünden zu sehen. Nicht mal 3 stöckige Häuser sind anzutreffen. Traumhafte Palmen Sandstrände reihen sich Bucht an Bucht aneinander und je weiter südlich man kommt, desto einsamer werden diese kleinen Paradiese…wo man im Übrigen auch ungestört und kostenlos campen kann.
Dschungel-Efeu
Auch hier besuchten wir ein Rescue Center, welches verletzte und/oder ausgesetzte, misshandelte Tiere (Brüllaffen, Faultiere, Raubkatzen, Vögel usw.) wieder aufpäppelt und wieder in die Freiheit entlässt, wenn es deren Zustand zulässt. Täglich sind nur 2 Führungen, 9:30 und 11:30 Uhr möglich um den Tieren Ruhezeiten zu gewährleisten. Man wird in kleinen Gruppen (span.od. englisch) durch das Center geführt und erläutert und kann mit jungen Brüllaffen spielen. Gründer ist ein spanisches Ehepaar, was vor einigen Jahren das Center geründet hat und dieses nun durch Spenden und Eintritt betreibt.
Toll war es hier und die 15 US / p.P haben sich  gelohnt und sind gut angelegt...
Caiman-Kinder
Äffchen
kranker Tukan
So ein schöner Tukan mit kaputtem Schnabel
schwarz-rot-gold in der Gürtelabteilung ;)
schon schick
Gute Tarnung der grünen Viper
schön (aus der Ferne)
gelbe Viper
sie ist dort die grösste und dickste...sie heisst Cristina.
kuckuck!
ich glaub ich spinne
pfiffiger Ozelot verputze vor unseren Augen eine Maus in 2 Sekunden
süsses Kerlchen, das 3-Finger Faultier
Chill-Out...und das den jeden Tag, das ganze Leben lang.
2 & 3 Finger Faultier
http://de.wikipedia.org/wiki/Faultiere
Nationaltier von Costa Rica
Der Rotaugenlaubfrosch
http://de.wikipedia.org/wiki/Rotaugenlaubfrosch
Beste Tarnung in der Schlafhaltung (unten), keine Augen sichtbar
Die Stimmung in diesem Ort ist super, man könnte wahrscheinlich ewig hier bleiben…trotz Warnungen bezüglich der örtlichen Crack-Connection sowie nächtlichen Überfällen und häufigen Autoaufbrüchen. Von alle dem haben wir nichts mitbekommen und nicht beirren lassen.

Der gesunde Menschenverstand sollte auch hier eingeschaltet sein und das Holzauge wachsam. Wir fühlten uns stets wohl und Willkommen.

Das Wetter hier ist nichts für „schwache Nerven“, da es sehr heiss und schwül, also TROPISCH ist... Am Wasser fegte aber mal eine flotte nette Briese. Nachts gab es auch mal Regen und kühlte ab.
Löördie a la Playa
Toller Einstand, Costa Rica, weiter so!
...und so teuer bist Du (bis dato) auch nicht. Auch weiter so!

Es ging an der Küste entlang gen Norden...
Moin!
Willkommen im Landy-Land!