01.06.2012

28.05.2012 Amazonasgebiet Misahuallí & Papallacta / Ecuador

Nun steuerten wir die Region ORIENTE an, also die Amazonasgegend, mit geschütztem Regenwald und vielen Flüssen, die teilweise bis zum Atlantik fliessen...wenn man sich von der Strömung des Rio Napo treiben lässt, ist man innerhalb von 3 Monaten am Atlantik.

Vorerst mussten wir uns aber durch die Vulkanregion und Bergwelt wühlen und stoppten im Wallfahrts-und Thermenort Baňos, der als DAS Mekka für Abenteuer und Wellnesstouristen bekannt ist. Leider erwischten wir die Stadt und die Region bei Regen und zudem fanden wir die Stadt auf Anhieb NICHT schön. Ausserdem war es wohl „Nebensaison“ und viele Agenturen, Restaurants und Geschäfte waren verschlossen. Wie uncool. Da wollten wir und konnten nicht.

Dennoch genossen wir bei der Fahrt durch die Region das wirklich wunderschöne und grüne Bergpanorama und fuhren dann aber doch weiter gen Osten.
Banos
n Alt bitte!

Farbklecks im Dschungel
Hier wurde die Luft wieder schwüler und wärmer…schon bald lagen unsere Pullover hinten und die FlipFlos hatten sich nach vorn begeben. Eigentlich peilten wir die Stadt TENA an, entschieden aber kurz nachdem wir in eine Sprengung geraten waren weiter gen den Tropischen Regenwald, zu fahren und landeten am Frühabend in dem 650 Seelendorf MISAHUALLÍ, welches zum Teil noch von indigenen Dorfgemeinschaften bewohnt wird. Dschungel und Rafting-Touren auf dem Fluss Misahuallí und Rio Napo sind hier sehr beliebt. Auch hier toben sich „Zugreiste“ aus und so fanden wir nach der deutschen und französischen Dschungellodge die BANANALODGE von Anna und Eduardo. Eduardo ist gebürtiger Ecuadorianer aus Puertoviejo, wo wir ja bei Joachim waren und Anna kommt aus Russland. Zwar kühlte es abends etwas ab, dennoch war es drückend. Moskitos gab es zum Glück nicht so viele, alternativ fanden sie keine freie Stelle mehr in unseren Körpern. Es regnet mehrmals am Tag oder in der Nacht.
Dann aber aus vollen Kannen. Heisst ja nicht umsonst Regenwald ;)
Banana Lodge
Der Kapokbaum
wird bis zu 75 m hoch
http://de.wikipedia.org/wiki/Kapokbaum
Kohlenhydrate-reiche Dschungelkost
Reis, Yuka, Kartoffelsalat und Rinderschnitzel
Wir planten mit Eduardo eine CANOA-Tour, bei der uns noch Julia und Ivan aus Kalifornien bzw. Russland, begleiteten.

Wir besuchten traditionelle Dörfer wo wir verschiedene Vorführungen besuchten…Neben Tanz mit den Großen und Kleinen sowie der Dorf-Boa hatten wir auch eine Verabredung beim örtlichen Schamanen, der die bösen Geister aus uns vertrieb…(und das für nur einen Dollar).
Unser CANOA
Capitan
trad. CHICA Herstellung
http://de.wikipedia.org/wiki/Chicha
Dorfschule
Sportplatz
Schamanen-Lodge
Böse Geister ausjagen
Mit Spucke "veredeln"
Dorf-Einsatzplan zur Touri/Gringo-Bespassung
Tanzoutfit der kleinen Mädchen
Frischer Fisch und Yuka, gebacken im Bananenplatt
den pack ich auch noch ein...
Ein weiteres Stück flussabwärts besuchten wir ebenfalls eine Gemeinschaft, die sich neben medizinischen Pflanzen ein Museum und einen Privatzoo zugelegt hat.
Treppenaufgang
Museum
...hier werden noch wirklich Schrumpfköpfe zelebriert
Tigerfalle
Fischfanggeräte
Endlich wieder ein Wasserschein!
Mini-Caiman
3 Monate alt
zwei Tigerlein
Nasenbär
!!!
Highlight war allerdings der Besuch des AmaZOOnico…ein grossartige/s Projekt/, welches eine Deutsch-Schweizerin mit ihrem Mann auf die Beine gestellt hat.

Die Tierstation amaZOOnico befindet sich mitten im Schutzgebiet beherbergt eine Vielzahl von verschiedenen Tierarten, einige davon sind vom Aussterben bedroht. Die Station wurde 1993 aufgebaut. Die meisten Tiere kommen in schlechtem Zustand an: Unterernährt, verwundet durchs angebunden sein, und sind oft mit Parasiten befallen. Ungefähr ein Viertel der Tiere stirbt bereits auf dem Weg in den amaZOOnico oder in den ersten Tagen dort. Ein weiteres Viertel kann erfolgreich ausgewildert werden. Die restlichen Tiere müssen im amaZOOnico bleiben, entweder frei lebend im Gebiet oder in Gehegen, um sie vor anderen Tieren zu schützen. Die Tiere leben aus folgenden Gründen im amaZOOnico: - Jungtiere ohne Mutter müssen vor anderen Tieren beschützt werden. - Kranke Tiere könnten andere Tiere anstecken und brauchen spezielle Pflege. - Aggressive Tiere können nicht freigelassen werden. - Tiere, die ihre Scheu vor Menschen verloren haben laufen in Gefahr, von den Einheimischen getötet zu werden. - Tiere welche nicht fähig sind, in der direkten Umgebung des amaZOOnico selber zu überleben. - Schwache Tiere, die nicht fähig sind, selber durchzukommen. - Tiere, welche ihre natürlichen Instinkte verloren haben.
www.selvaviva.ec/amazoonico

Weissbrust-Tukan
zerhackt durch das Käfiggitter Gummistiefel..er mag sie nicht
Wildes Totenkopfäffchen besucht uns
Ratte gross wie eine Katze
von den Schweinen stibitzt
Orchidee
er wurde inzwischen "entlassen" und
besuchte nur seine Kumpels
...man achte auf seinen witzigen Piephahn ;))
Wir fuhren noch ein Stückchen weiter auf dem Wasser und wir erreichten die CASA SUIZO…ein sehr schönes, großes Hotelgelände, zu dem ein schönes Schmetterlingsgelände gehört.
trad. Keramikherstellung
Kindermodengeschäft
Edle Schweiz
Schmetterlingsaufzuchtstation
Schmetterlingssex
Ein Tag voller tollen und beeindruckenden Erlebnisse ging bei Dunkelheit und 43 gefahrenen Flusskilometern zu Ende…und nach zwei Tagen und zwei Nächten mussten wir leider auch schon wieder weiter….der Norden rief.
Häuschen am Wegesrand
Cacaobohnen werden oft auf der Strasse getrocknet
wär das nix? Grundstück in der Stadt TENA
Latacunga (A) vbis Misahuallí (B)
ca. 250 km

Bevor wir nochmal in Quito für einen Werkstattbesuch stoppten, legten wir einen Halt in der schönen Umgebung von PAPALLACTA ein. Diese Ortschaft liegt 60 km östlich der Hauptstadt Quito und hat etwa 800 Einwohner und ist über den gleichnamigen Papallacta-Pass (4.064 m) zu erreichen. Der Ort ist bekannt für seine Thermalbäder, in denen wir uns bei Regen und Nebel aalten und es uns gut gehen liessen…und das auf 3.250 m in über 40 Grad heissem Wasser. Toll!

31.05.2012

27.05.2012 Laguna Quilotoa / Ecuador

Zugegeben, die Hauptstadt zu verlassen ist schwieriger als in sie hineinzukommen. Denn genau 3 Wege führen hinaus und da wird selbst das GPS verrückt. Glücklicherweise sind die Strassen aber ziemlich gut in Schuss und es geht Schuss von den 2.850 m hinunter, das sogar 4 spurig.
Somit landeten wir auf der Panamericana Sur und düsten bei Sonnenschein so dahin.

Neben uns sahen wir den Nationalpark mit dem gewaltigen Vulkan COTOPAXI, welchen wir aber aufgrund von extremen Nebels mieden, weil man ihn nicht sah. Vulkane müssen sich nach unserer Zeit Chile sowieso erst mal gaaaanz hinten anstellen. Geht nicht alles und unter Zeitdruck eh nicht.

Wir steuerten nach der Ortschaft Lasso die Heimat der KICHWA Indianer an und versanken in der Abgeschiedenheit der Bergwelt…zwischen Hirten und Bauern in kleinen Bergdörfern, wo man uns vom Treppenabsatz mit grossen Augen und offenem Mund anguckte. Kinder liefen neben dem Auto mit und winkten. Die Strassenverhältnisse waren eher sandig und staubig und diverse Stellen schienen nach der Regenzeit gerade ausgebessert zu werden. Für unseren Löördie stellten selbst die „kaputten“ Strassen kein Problem dar. Tss. Easy Peasy. Löördie rockt!
Nach 5,5 Stunden Fahrt, durch gewaltige Berglandschaften mit Wäldern, Bergseen und sogar Halbwüste, erreichten wir die selbsternannte „Ortschaft“ QUILOTOA auf 3.914 m. Es war eisig kalt und es zog wie Hechtsuppe. Aber holla! Hier leben die Menschen von Schafzucht, Kartoffel-und Gersteanbau und von dem abgesoffenen Vulkankrater, weshalb wir her gekommen waren.
KRATER nicht Vulkan.

Quilotoa ist der Name einer Caldera und des darin befindlichen Kratersees, zugleich der westlichste Vulkan in den ecuadorianischen Anden. Heute liegt der höchste Punkt auf 3.914 m Höhe, Durchmesser der Caldera ist 3 km. Der letzte Ausbruch fand möglicherweise im Jahr 1280 statt. Zu dieser Zeit ereignete sich ein gewaltiger Ausbruch (Stufe 6 auf der Skala des Vulkanexplosivitätsindex), dessen Lahar und pyroklastischer Strom den Pazifikerreichten. Seitdem liegt in der Caldera ein bis zu 250 m tiefer Kratersee mit durch Mineralien entstandener grüner Färbung
City
Laguna Quilotoa
Kraterzottis
Zwar bot man uns an, dass wir vor Ort direkt stehen bleiben und übernachten könnten, doch bei den gefühlten Minusgraden und der eisigen Briese bevorzugten wir die Abreise.
(@Friso, uns fehlt immer noch ein Thermometer! ;))

Die weitere Fahrt unseres Loops war ebenfalls sensationell, durch wohl eines der schönsten Bergpanoramas Ecuadors, welches sich über dem weiten Andenbecken der Stadt Latacunga erstreckt und von vier Vulkanen bewacht wird. Leider war es extrem nebelig, sodass wir die vier nicht wirklich zu Gesicht bekamen.

Somit nutzen wir die Gelegenheit und verschenkten einen Grossteil unserer Winterkleidung am Wegesrand an einen jungen T-Shirttragenden Hirten, der in einer Holzbarracke mit Lehmboden mit seiner Grossfamilie und seiner Herde lebte. Große, freudige, feuchte Augen blickten uns aus einem von der Sonne gegerbten Gesicht an, als Fleecedecken, warme Woll-Pullover und Socken sowie Thermohosen ans Tageslicht kamen. Ach, und der alte Elektrorasierer von Clemens.

Wir "rollten noch aus" und erreichten bei Dunkelheit die an der Panam liegende Stadt Latacunga, welche mit 75.000 Einwohnern nicht so klein ist. Auf Knopfdruck fanden wir eine schöne, zentrale und sichere Bleibe mit angeschlossener Pizzeria. Die Freude über unseren Besuch war gross, denn der uruguayische Besitzer ist grosser Landyfan und rief gleich weitere „Fans“ zur Besichtigung, die dann im eigenen Landy vor fuhren…