24.03.2012

20.03.2012 Chavín de Huantár / Peru

Wiedermals ging es zügig bergauf und schon bald erreichten wir die 3.000 m Grenze…die Luft wurde dünner und auch kälter, doch inzwischen waren wir tatsächlich gut im Training. Wir haben gehört, dass es dem Körper nichts, bzw. weniger ausmacht, wenn die Höhenwechsel innerhalb 2-3 Wochen stattfinden. Unsere Körper waren inzwischen Profis, denn hier in Peru ist unsere Route besonders abwechslungsreich. Stets geht es von der heissen, wüstenartigen Küste in die grünen, kühlen (verregneten) hochgelegenen Berge und umgekehrt. Was das für unser Klamotten-Packkonzept bedeutet muss ich wohl nicht erwähnen.
Diese Brücke darf nur von Autos befahren werden
...also muss man Umwege fahren
...oder auch nicht.
Auch diese Tour war faszinierend. Wieder schraubten wir uns die kurvenreichen Strassen auf über 4.500 m hoch und hatten einen gewaltigen Blick in grüne Täler, passierten Lagunen und Bergseen und hatten dabei recht wenig Gegenverkehr.
Perfekte Strassenverhältnisse
Der Ort den wir nun aufsuchen wollten, lag etwas abgelegen. Allzu viele Touristen verirren sich hier nicht hin und zu der Zeit schon gar nicht. Hauptsaison in den Cordilleren ist ab April/Mai.
Mit dem Reisewetter hatten wir Glück. Richtig warm war es noch auf über 3.000 m und der Regen liess auch sich warten.
Alfonso der 12.te
Wir erreichten die Kleinstadt CHAVÍN und fanden das Hotel del Inca mit Parkplatz für Auto und uns.
knuffige Gassen
Typisch Südamerika: "Haben Sie auch was vegetarisches?"
"Ja, Huhn oder Fisch."
Kolibri bei der Arbeit
Den Abend liessen wir nach einem Stadtbummel in einem der circa 3 Restaurants ausklingen, und genossen das peruanische Nationalgericht: LOMO (RIND) Saltado.
Lomo saltado (span.: wörtlich: „Springende Schulter/Fleisch“) ist ein in Peru weit verbreitetes, einfaches und preiswert in Restaurants erhältliches Gericht. Zentrale Bestandteile sind geschnetzeltes Rindfleisch, Kartoffeln ähnlich wie Pommes frites zubereitet, Tomaten und Zwiebeln. Es wird meist mit Reis serviert. Lomo saltado enthält sowohl die Einflüsse der heimischen peruanischen Küche wie die der japanisch-chinesischen.
Eher die leichte Kost zum Abend.
Lomo saltado
Mayo gemessen in Kubikcentimeter
Wir lernten zwei US Amerikaner kennen, die uns von dem Tempel berichteten, den wir am nächsten Morgen besichtigen wollten…Unsere Hausaufgaben hatten wir nur halb erledigt denn das Kleingedruckte hatten wir nicht gelesen und hörten gespannt den Erzählungen von William zu, der uns seine Eindrücke schilderte, die er schon mehrmals hier im Tempel CHAVÍN erlebt hat.
Bei einem "anderen" Frühstück und bei herrlichem Sonnenschein und über 25 Grad besuchten wir das wichtigste Tempelzentrum der CHAVÍN-Kultur.
Frühstück
Hühnersuppe mit Beilagen
Chavín de Huántar ist eine archäologische Stätte in Peru. Sie hat einer Kultur den Namen gegeben, die sich zeitlich zwischen 850 v. Chr. bis 200 v. Chr. erstreckte, aber niemals ein geographisches Zentrum bildete. Viel eher ist es wahrscheinlich, dass dieser Ort am Schnittpunkt zwischen der Verbindung vom Bergland zur Küste und der Route von Norden nach Süden lag. Die Stätte liegt unweit der Stadt Huaraz, etwa 500 km von Lima entfernt, im Norden Perus. Die Kultur breitete sich sowohl im Hochland als auch entlang des Küstengebietes aus und hat viele der nachfolgenden Kulturen beeinflusst.
Was Chavín tatsächlich war, ist bis heute unbekannt. Die Anlage gilt als das älteste Steinbauwerk in Peru. Die Steinklötze aus Granit stammen vom Kahuish-Pass und wurden zur Regenzeit herangeflößt. Sie umfasst zahlreiche Gebäude mit diversen Plattformen und Innenhöfen, die zum Teil durch unterirdische Gänge miteinander verbunden sind. Das Hauptbauwerk, von den Spaniern irrtümlicherweise „Castillo“ genannt, ist eine dreistöckige, quadratische Pyramide, mit einer Seitenlänge von 70 m und einer Höhe von etwa 15 m. Zum Schutz vor Erdbeben sind die Seitenwände um 7 Grad geneigt. Im Inneren befindet sich ein Labyrinth von kleinen Kammern, Treppen und Rampen, die durch unterirdische Gänge miteinander verbunden sind und waagrechte Ventilationskanäle aufweisen. Die Mauern waren mit steinernen Köpfen verziert, die teilweise gut erhalten bzw. restauriert sind. Archäologen meinen, dass es sich um Darstellungen von Opfern oder gefangener Feinde handelt. Die Steinreliefs zeigen Raubkatzen (evtl. Jaguare) in Verbindung mit Schlangen und Kondoren.
Im Zentrum des Bauwerks befindet sich der 4,5 m hohe Monolith „El Lanzón“, ein menschlich gestaltetes Gottesbild, das sich im Schnittpunkt kreuzförmiger Galerien befindet. Der Monolith ist die älteste Figur, die in dieser Gegend gefunden wurde.

Die UNESCO erklärte 1985 Chavín zum UNESCO-Welterbe.
http://de.wikipedia.org/wiki/Chav%C3%ADn_de_Hu%C3%A1ntar
Vorbereitung am Modell
„El Lanzón“ 
Wir erfuhren, dass damals alle Pilger zum Eintritt in den Tempel das „Extrakt" des San Perdo Kaktus zu sich nehmen mussten. Er fand als Sakraldroge ebenso wie als schamanisches Heilmittel Verwendung. Nur so war man dem Chavín-Gott nahe und konnte die „verborgenen“ Zeichen im Tempel sehen. Manche hatten Glück und die Halluzinationen liessen mit der Zeit nach. Andere – so sagt man, sind im Tempel geblieben und in „eine andere Welt“ hinübergegangen….
Der Kaktus dient bis heute in erster Linie den Schamanen für psychedelische Rituale.
Unnötig zu sagen, dass viele „Pilger“ bis heute noch auf den Kaktussaft bauen und in sog. Zeremonien unter Halluzinationen „Energie“ auf dem Gelände tanken…
Vom San Pedro Kaktus naschen viele gern...
...oder huldigen ihm...
...dann ein Schläfchen
Das macht man natürlich unter „professioneller“ Aufsicht eines Schamanen und nicht einfach nur so. Zumal die Zubereitung und die Einnahme besondere Aufsicht erfordert.
Ein faszinierendes Gelände, welches ziemlich gut erhalten ist, so fanden wir , allerdings auch ohne Kaktussaft.
Barranca bis Chavín

19.03.2012 Caral & Barranca / Peru

Nach kurzer Anreise durch die Wüste kamen wir nach Caral, die älteste Stadt Amerikas.
Grüne Wüste
Caral ist eine der ältesten stadtähnlichen Siedlungen auf dem amerikanischen Kontinent. Sie liegt in Peru, etwa 200 km nördlich von Lima und 25 km landeinwärts der Pazifikküste im Tal des Rio Supe. Das Alter von Caral und seiner Kultur wurde anhand von Schilfsäcken mit der Radiokohlenstoffmethode auf fast 5.000 Jahre datiert und gehört somit zum Präkeramikum IV-VI des Andenraums. Die Blütephase von Caral fällt in die sogenannte Initialphase (1800-1000 v. Chr.), in der der gesamte zentrale Andenraum einen großen Aufschwung hatte, was auch an der Einführung der Keramik deutlich wird. Zeitlich reiht sich Caral in die bekannten Ursprungszentren der menschlichen Zivilisation neben Mesopotamien, Ägypten und Indien ein, ohne jedoch annähernd den Stellenwert dieser Hochkulturen zu erreichen.
Caral umfasst eine Fläche von 60 Hektar und besteht aus zwei kreisförmigen in den Boden eingesenkten Flächen. Begrenzt wird die Siedlung durch sechs flache pyramidenförmige Erhebungen, von denen die größte 160 m lang, 150 m breit und 18 m hoch ist. Am Eingang der Pyramide befinden sich zwei 3,5 m hohe Monolithen aus Granit. Woher die Steine stammen, ist noch nicht geklärt. Die kleinste Pyramide ist 60 m lang, 45 m breit und hat eine Höhe von 10 m.

http://de.wikipedia.org/wiki/Caral 

UNESCO lässt grüssen
Erstmal den Überblick verschaffen
Nach einem 30 minütigen Fussmarsch in der brütenden Mittagshitze, hatten wir das Gelände erreicht und nun erkundeten wir mit Mauro, unserem Guide, das Gebiet, dessen Geschichte er uns stolz erläuterte.
Ausblick vom Mirador
Angeblich kommt die SCHNECKE von hier -
und nicht wie von allen gedacht aus NAZCA.
Hier gab es übrigens nicht ein Stück Müll auf dem Boden, dafür unzählige Mülltonnen, so viele, wie wir sie in ganz Peru noch nicht gesehen hatten. Vielleich waren diese - wie das gesamte Rezeption und Aufenthaltsgebäude - aus finnischen und deutschen Geldern bezahlt…angeblich hat in Peru mal ein Congress stattgefunden bei dem Geld übrig geblieben war. Dieses wurde in diese Gebäude investiert.
So sind wir. Sieht auf jeden Fall hübsch aus.
Dank an Finnland und Deutschland
Im Anschluss entschieden wir vor unsere Weiterreise in die Berge noch einen Strandbesuch einzulegen und steuerten die Küstenstadt BARRANCA an.
Mais wird getrocknet....
Mit knapp 55.000 Einwohnern nicht gerade klein und auch nicht sonderlich hübsch. Etwas abseits liegt allerdings eine hübsche Strandpartie mit Restaurants und wenigen Hotels, das alles 195 km Nördlich von der Hauptstadt. Wir fanden das recht neue Hotel LOS DELHINOS mit grossem Parkplatz und nnenhof...sowie: MEERBLICK.
Badebucht von Barranca
Peruanisches Sushi = Ceviche
http://de.wikipedia.org/wiki/Ceviche 
Cancha (geröstete & gesalzene Maiskörner
Yuca mit Aji und Salätchen
Sopa Criolla = Nudelsuppe mit Rindfleisch  und Spiegelei
http://de.wikipedia.org/wiki/Peruanische_K%C3%BCche 
Faber Castell, in der Welt zu Hause!
(ÜBERALL zu finden, vor allem in Peru)
Hier erlebten wir am Abend in einem Restaurant unser erstes Erdbeben. Nach einem heftigen Grummeln und Rumsen, als führe eine U-Bahn unter uns, folgte ein WirrWarr aus Schreien und dann war es dunkel. Die gesamte Stadt war ohne Strom und ein leichtes Chaos setze in den Strassen ein. Banken, Supermärkte etc. schlossen zu, um nicht Opfer eines Überfalls zu werden. Lediglich ein paar Restaurants und Kioske bedienten im Kerzenschein. Nach zwei Stunden war der Spuk wieder vorbei.

Am Tag darauf war es wieder soweit – es ging erneut in die Berge.
Über 200 Kilometer trennten uns von der Stadt CHAVÍN DE HUANTÀR unserem ersten Etappenziel in dem Gebiet der „weissen Cordilleren / Cordilerra Blanca“ auf 3.250 m.