Nach einem sehr netten Erlebnis mit einem Verkehrspolizisten verließen wir HUANCAYO gen Norden. Als wir per U-Turn auf einer dicht befahrenen Kreuzung von einem Polizisten rangepfiffen und auf die Seite bugsiert wurden, stellte er sich auf Englisch und per Handschlag vor. Ob wir Hilfe benötigen, war seine Frage und ob uns aufgefallen ist, dass wir gerade über Rot gefahren sind…Nein, das war es natürlich nicht, bzw. ist die Farbe in der Wuselei sowieso egal, denn die Grösse des Fortbewegungsmittels geht vor...so unser Konzept.
Er wollte uns dafür auch nicht bestrafen, sondern lediglich in Kenntnis setzen, dass das zu Unfällen führen kann. Aha. Diese Info hatten wir natürlich noch nicht.
Im Anschluss sollten wir NICHT um den Block herum fahren, denn ER wollte das regeln. Er pfiff seine 3 Assistenzverkehrspolizistendamen heran und legte die gesamte Kreuzung still. Was in diesem Land nicht bedeutet, ein paar Autos anzuhalten…hier kommt eine Stadt zum Erliegen. Schubkarren, Pferdegespanne, Autos, Collectivos, Menschen und Strassenhunde…ALLES rührte sich so lange nicht, bis wir gemütlich rückwärts auf die Kreuzung fuhren und dann in die nächste Einfahrt zum Supermarkt abgedampft waren. Naja, ganz verstummt waren sie nicht….sie HUPTEN natürlich alle.
Ein weiteres Phänomen dieses Landes ist die Gelassenheit. Ob man nun in einer Baustelle verharrt oder im Müll, der Puls bleibt unten. Seinen Müll lässt man einfach fallen. Das lernt man schon als Kind. Bonbon öffnen, Papier fallenlassen, Cola austrinken, Flasche fallenlassen.
Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
Zwei „Mini-Gewerke“, die wir hier das Erste Mal gesehen und gleich für gut befunden haben:
Der Wachtelei-Express:
Frau/Mann schiebt eine Karre/Einkaufswagen umgebaut vor sich her, über die Bürgersteige, Mercado oder wo auch immer. Im Wagen befinden sich zwei Behälter. In einem ist kochendes Wasser. A la minute erhält man also hartgekochte Wachteleier als „SNACK“ zwischendurch. Scheint ein Renner zu sein. Viele Wachteleiexpress-Karren sind im Umlauf.
Melone in der Tüte:
Man nehme eine Wassermelone, schneide sie ohne Rand in Scheiben und stecke sie nun als einzelne Scheibe in eine durchsichtige Tüte. Diese verkaufe man ebenfalls zwischendurch, bevorzugt an Ampeln, sodass z.B. Autofahrer, Radfahrer ohne kleckern eine köstliche, saftige Melone beim Fahren essen können. Saft und Kern bleiben in der Tüte.
Die im Anschluss natürlich auf dem Boden landet.
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| Melonenscheibe in der Tüte |
Generell haben wir festgestellt, dass gerade in Peru SNACKS ziemlich angesagt sind. Man isst immer irgendwas…Jeder hat meistens was in der Hand. Wenn er das nicht hat, hat er es entweder grad aufgegessen, ist auf dem Weg zum Snack oder hat ihn grad fallengelassen ;)
Dabei spielt es keine Rolle ob Polizist, Busfahrer oder Ticketverkäuferin im Museum.
Die Wangentasche sollte immer gefüllt sein. Mir gefällt´s!
Weiter ging unsere Reise via CONCEPTION und JAUJA, bis wir TARMA nach nur 1,5 Stunden erreichten. Angenehme Tagesetappe ;)
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| Shalom! |
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| Laguna de Paca bei Jauja |
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| Platz da! |
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| Terrassenbau |
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| Tarma im Tal |
Die Stadt ist eingebettet in dem grünen Tal des Río Tarma.
Santa Ana de la Ribera de TARMA liegt auf 3.053 m und an der Ostseite der zentralperuanischen Anden. Tarma ist unter anderem Sitz des Bistums. Die Umgebung ist ein bedeutendes Gemüse- und Blumenanbauzentrum für die peruanische Hauptstadt Lima. Ebenso ist der Kartoffelanbau in der Umgebung von Bedeutung für ganz Peru. Der Großmarkt dient aufgrund seiner geographischen Lage als Umschlagplatz zwischen Sierra (Anden) und Selva (Tiefland). Innerhalb der Provinz Tarma existiert ein für ganz Peru bedeutendes Zementwerk. Zunehmend entwickelt sich der Tourismus zu einer bedeutenden Einnahmequelle der Stadt. In der Umgebung der Stadt finden sich viele archäologische Fundstellen, die jedoch meist unerforscht sind.
Auf den ersten Blick punktete die 39.500 Einwohner-Stadt leider nicht. Wir entschieden daher, uns etwas ausserhalb der Stadt umzuschauen und fuhren in das 6 km entfernte FLORIDA.
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| Ausflug nach Florida |
Hier wollten wir INGE und PEPE besuchen…Doch keiner der beiden öffnete uns das riesengroße, blitzeblaue Eisentor, welches erahnen liess, dass es sich um eine grosse Ranch / Hacienda / Bauernhof handelte.
Stattdessen öffnete Marcos (27), einer der Söhne, gutgelaunt und freundlich, bat uns sofort herein und hiess und herzlich willkommen. Er war bereits mit seinem Motorrad 1,5 Jahre auf dem Kontinent unterwegs gewesen und somit hatten wir gleich einen Menge zu quatschen. Es dauerte nicht lange, da lernten wir noch seinen Bruder Johannes sowie Kumpel Bruno kennen. Alle drei sind sehr zuvorkommend, sprechen sehr gutes Deutsch und leiten das „Familienunternehmen“, welches seit über 100 Jahren hier existiert. Man merkt, dass die drei ein eingespieltes Team sind und ihren Beruf gerne ausüben. 16 Hotelzimmer und einen Campingplatz findet man hier.
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| Hacienda La Florida |
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| Kaktus mit Frucht |
Schnell hatten wir uns eingewöhnt und genossen die Zeit dort…wir erkundeten das 40 Hektar grosse Anwesen und den grandiosen und riesigen Biogarten. Begleitet wurden wir von den 3 Hunden.
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| Vater Ramon der Bobtail |
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| Mutter Grecia die Boxerin |
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| Sohn Rolf der BOX-Tail |
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| Biogarten - Türsteher |
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| Rosenkohl? |
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| lecker Mangold |
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| Gürkchen |
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| Artischocke "par excellence" |
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| den Flitzer hätte ich gern...(als Stadtauto) |
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| Löördie trifft Kumpel Landrover Defender Santana |
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| ...spann den Wagen an! |
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| Das grösste Eukalyptusbäumchen von SA |
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| Ein STEIF Esel mit AIR System |
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| So schön ist es in Florida |
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Das Physalisfeld wird per Hand bearbeitet
Dahinter: Gästezimmer |
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| Mauer aus Lehm... |
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| ...inkl. Verschalung |
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| we are family |
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| Restaurant/Bar |
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| Frühstück mit leckeren, selbstgemachten Köstlichkeiten |
Ebenfalls verbrachten wir etwas Zeit in Tarmas Werkstätten zwecks kleinen „Schönheitsreparaturen“ an Lord Höördie. Nix Dolles, keine Angst!
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| Werkstatt im Hinterhof |
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| ...Wagenheber aus der Puppenstube |
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(halb) nackte Männer bei der Arbeit.
Hier arbeiten (noch) keine Maschinen |
Auch fuhren wir in die Stadt Palcamayo, welche nur 31 km von Tarma entfernt und von fruchtbaren Feldern umgeben ist.
Dann stiegen wir hinab in die GRUTA DEL HUAGAPO, denn bei der Höhle soll es sich um eine der tiefsten Höhlen Südamerikas handeln. 2.000 geheimnisvolle Meter sind erforscht. Wir schafften NUR 300 m, dann war der weitere Weg durch einen Fluss im Finsteren versperrt. Unerwartet warm war es in der Höhle. Stalagmiten und Stalaktiten sowie andere "Bauwerke" bildeten die Landschaft im Inneren...
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| Grottenalam |
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| wir wären dann soweit |
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| Das "Clemens Suchbild" |
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| ...es ging steil hinauf.... |
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| ...und es ging steil hinab... |
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| noch schnell ein Sprungfoto... |
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| und ein Küsschen für die Kamera... |
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...dann zum Essen.
Mal sehen was die Küche (Mitte / hinten)
mit angrenzendem Souvenirgeschäft so kann. |
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| warten auf das Essen und Faxen machen mit den Kindern |
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| Trucha / Forelle mit Allerlei |
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Mangold & Kräuter direkt vom Feld -
- werden nach der Ernte
in den Körben im Fluss gewaschen |
Nach 3 Tagen und 3 Nächten mussten wir weiter, obwohl wir ohne Probleme noch länger bei den Jungs hätten bleiben können. Es war spannend, was sie über Vergangenheit und Zukunftspläne zu berichten hatten. Grad wurde ein riesen Feld mit Physalis bepflanzt und bald kommen 2 Hektar mit Blaubeeren hinzu. Johannes checkt gerade die Exportmöglichkeiten diesbezüglich.
Das Wetter hier war angenehm. Tagsüber recht lau, abends allerdings schon ziemlich schattig, aber genau richtig um gut schlafen zu können. Und das taten wir hier so gut wie fast noch nie.
Es gab hier so viel zu entdecken. Ich, der neue Vogelfreund, saß geduldig im Blumenfeld und beobachte die flinken Kolibris...Ha, aber ich hab sie erwischt und mag diese Art Vogel auch inzwischen gerne...angucken.
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| Kolibri |
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| Saftbar |
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| Rüssel rein und los geht´s |
Wir genossen hier einen perfekten, unaufdringlichen, ungezwungenen und sehr freundlichen Service, von dem sich fast alle Hotels/Restaurants die wir auf diesem Kontinent besucht haben, eine/ige Scheiben abschneiden können. Daumen hoch! Weiter so!
...und wer in der Gegend ist, sollte unbedingt vorbeigucken und es sich gemütlich machen!
www.haciendalaflorida.com
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| Marcos, Johannes und Bruno (vLnR) |
Dann verloren wir langsam an Höhe und tauchten ab in die Welt des Dschungels...genauer gesagt des HOCHLAND-Dschungels.
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| Metzger Dschungel in Nachbarort Acobamba |
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| runter gehts immer |
Gefahrene Strecke:
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Huancayo (A) bis Tarma (B)
103 km |