23.01.2012

06.01.2012 La Serena / Chile

LA SERENA ist die zweitälteste Stadt Chiles und hat ca. 200.000 Einwohner. Viele schöne Gebäude und eine lange Küste zum Baden locken viele Gäste an. Einige Gebäude stammen aus der Kolonialzeit, andere wurden ab 1940 zur Erhaltung des einheitlichen Stadtbilds auf Wunsch von des hier geborenen Präsidenten Gabriel Videla, nachgebaut. http://de.wikipedia.org/wiki/La_Serena_(Chile)
Es ist „tranquillo“ hier. Ruhig und angenehm. Wir befanden uns nun in der Hauptsaison, aber die Stadt war nicht überlaufen.
Einkauspassage "el Caracol"  (Schnecke)
Kein Wunder, die Menschen waren auch woanders, nämlich am Strand. LA SERENA und die Stadt COQUIMBO verbindet ein recht schöner, ca. 11km langer Sandstrand, mit tosenden Wellen. Die Av. Del Mar ist voller Bettenburgen, Residenzen, lauten Bars und Restaurants. Bisschen Ballermannfeeling kam schon auf.
Jeden Abend staute es sich auf der Strasse. Glücklicherweise fanden wir nach einem erneuten langen und interessanten Tag ein Hotel für uns vier. Es lag schon geografisch in COQUIMBO und war überwältigend. Im 10 Stock hatten wir den perfekten Blick auf das Geschehen und den blitzeblauen und tosenden Pazifik. Es war mal ganz anders – aber richtig schön. Hier blieben wir 3 Nächte und erkundeten tagsüber die Gegend. Abends u.A. ein sehr gutes (Argentinisches) Grillrestaurant.
Wir hatten Durst und einen schönen Abend... ;)
ein ausgeschiedener Moppet-Dakar Teilnehmer
Ein Highlight war die zweistündige Fahrt in das ca. 125 km entfernte RESERVA NACIONAL PINGÜINO DE HUMBOLDT. Nach ca. 80 km ging es weiter auf Schotterpiste durch Dünen, Wüste uns Olivenbäumen bis man plötzlich in einem Bilderbuch landet. Nach der Fahrt durch den Miniaturort LOS CHOROS, landeten wir am Dock „PUNTA DE CHOROS“, zwischen 2 Dutzend bunten Nussschalenbooten, bunten Holzhäusern mit Essen uns Bootstourenverkauf, Fischern, Arbeitern, Kindern und Strassenhunden. Vor uns lag das türkisblaue Meer. Zum 860 Hektar Naturschutzgebiet gehören auch diverse Inseln. Unter anderem die ISLA DE DAMAS (sieht aus wie eine liegende Dame), der ISLA DE CHOROS und ISLA CHAŇARAL. Neben weissen Stränden, wunderschönen Felsformationen und türkisfarbenen Wasser, sind natürlich die Tiere das Highlight. Fischotter, Humboldpinguine, Komorane und viele weitere Vogelarten. Der Wahnsinn war allerdings die riesengruppe von Tümmlern, Eltern mit ihren Kindern. Wir konnten gar nicht schnell genug gucken, so eifrig schwammen und sprangen die ca. 12 Tiere um unser Boot. Wirklich beeindruckend. Leider sind Delphine zu schnell um ein perfektes Bild - vor allem aus einem wackeligen Boot - zu machen. Als wir mit dem Boot abdrehten, sahen wir, dass einer über einem Meter aus dem Wasser sprang und sich mit einem Salto verabschiedete…spätestens jetzt war meine (sonst schwer seekranke!) Mutter froh, dass sie die zweistündige Nussschalentour auf sich genommen hatte.
tummelnde Tümmler
Kormorane
Kormoran
Humboldtis
In den selbsternannten Restaurants welche zentriert am Strand stehen und meist nicht mehr als 2x2m Küche vorweisen, aßen wir bei Janet gut und günstig.
Leider mussten wir uns in LA SERENA von meinen Eltern verabschieden. Sie hatten noch weitere „Programmpunkte“ auf diesem Kontinent auf der Uhr, bevor es wieder in die Heimat ging...
Schön war es! Kommt bald wieder!

05.01.2012 Socos und Umgebung / Chile

Weiter ging es an der Küste gen Norden. Ein kurzer Zwischenstopp, aus aktuellem Anlass in Viňa de Mar beim „Castillo Wulff“ war Pflicht. Die Kunstausstellung wurde gerade erneuert…Kartons und Exponate waren gerade eingetroffen. Zufälle gibt’s…
Castillo Wulff
Blick  auf Viňa 
Blick auf Viňa mit 3 Pelikanen
Viňa de Mar besticht durch Hochhäuser. Meistens sehr hässlich. In den Strassen riecht es nach Frisöse und Fisch, Restaurants in allen Varianten – sogar Mäcci und Burger King – sind vorhanden, was ja eigentlich kein Charakterfehler ist aber hier irgendwie nicht passt. Schade, hatten uns den "HOTSPOT" irgendwie netter vorgestellt. Vielleicht hatten wir auch nur einen schlechten Tag erwischt... Die Strände sind zur Hauptsaison überfüllt und wir waren froh, dass wir die letzten Tage in Valpo verbracht hatten.
Entlang der Küstenstrasse, welche parallel zur Panam verläuft und relativ gut ausgebaut ist, finden sich noch ein paar kleine, fast unberührte Orte mit schönen Stränden und wenig Hotellerie. Ab der Ortschaft MAITENCILLO wird es gen Norden hin netter und ruhiger.
In CACHAGUA finden sich nicht nur top moderne Häuser mit Meerblick auch eine kleine Felsinsel mit Humboldtpinguinen, Kormoranen und Seelöwen. Allerdings dominieren hier Residenzen und edle Wochenendhäuser.
Die Küstenstrasse endet im Ort PAPUDO in die Panam und so ging es weiter bei Sonnenschein und herrlichem Ausblick auf den funkelnden Pazifik, die angrenzenden Strände sowie die bergige, steppenähnliche Landschaft zur rechten. HALBWÜSTE nennt man das im Fachjargon. Zwischendrin gewaltige Felswände. LKW´s ziehen sich mühselig die bergige Panam hoch, zwischendrin trafen wir einige Team-Fahrzeuge der DAKAR Rally, die sich in der Region gerade befand.
Mitten im Nirgendwo sollten wir dann eine OASE namens TERMAS DE SOCOS treffen. Laut Reiseführer war es erstklassig. Was auch immer der Schreiber sich bei diesem Bericht gedacht hat, er hat gelogen. Landschaftlich war es wirklich toll, 2 km entfernt der Panam, zwischen Schluchten gelegen, Bäume und Pflanzen „bettenden“ das Gelände ein. Nach Ankunft am Abend, einem Tag im Auto bei Hitze und Sonnenschein war es uns fast egal, dass wir die Nacht in kleinen, staubigen und überteuerten Borkenkäferbuden verbrachten. Eigentlich war es schon fast wieder lustig und so liessen wir den eindrucksvollen Tag im angrenzenden Restaurant und später im Patio ausklingen. Die Thermalbäder, auf die wir uns so gefreut hatten, stellten sich als lediglich Badewanne heraus, welche in einem verdunkelten Zimmer standen. Äh, ja, das war nicht wirklich das, was wir uns vorgestellt hatten. Einige Thermen hatten wir ja nun schon gesehen. Das war nicht das Exemplar wo wir „chillen“ wollten. Also ging es am nächsten Morgen weiter. In der Region befanden sich noch zwei interessante Sehenswürdigkeiten.
Zuerst besuchten wir den abgelegenen „Parque Nacional Fray Jorge“, der über eine Wüstenzufahrtstrasse zu erreichen ist. Die 1 stündige Anfahrt über Schotterpisten, zwischen Felsen, Bergen und Kakteen, vereinzelt ein paar Lehm- und Wellblechbuden, erinnerte uns an Bolivien. Nur waren hier die Strassenverhältnisse weitaus besser und wir fuhren auf den Pazifik zu.
Der Nationalpark besticht dadurch, dass es mitten in der Wüste, einen Nebelwald gibt. Nach einer weiteren Stunde Fahrt über bergiges Stock und Stein landet man in einem kleinen Waldstück, mit vielen Bäumen und Büschen auf 600 m mit Blick auf das Meer. Das Besondere ist, dass diese Arten von Bäumen, eigt. In Valdivia 1205 km südlich zu finden ist. Der Küstennebel (CAMANCHACA) drückt vom Pazifik auf die heisse Wüstenluft.
Die eigentlich dort lebenden Tiere sowie 80 Vogelarten sahen wir nicht. Ausser ein besonderes Exemplar Tier. Nah vor uns und komischerweise nicht schreckhaft…schon ein schickes Tierchen.

Ebenfalls besuchten wir das „Valle de Encanto“, wo eine Galerie vorkolumbianischer Felsenkunst zu finden ist: 19 km westlich von OVALLE finden sich in einem felsigen uns sehr schönen und beeindruckenden Canyon Petroglyphen und Piktogramme aus der EL MOLLE Kultur, die in dieser Gegend vom 2. Bis zum 7. Jh. N. Chr. lebten. Neben tanzenden Strichmännchen und Aliens findet man ebenfalls TACITAS. Löcher im Felsen, welche zum Zermahlen mit einem Mörser von Pflanzen und Lebensmittel dienten.