04.01.2012

19.12.2011 Osterinsel = Rapa Nui / Chile

Weihnachten auf der Osterinsel – das fanden wir schon im Oktober einen brauchbaren Titel und kümmerten nach der Idee um Flüge und Unterkunft. Diese Reisezeit nennt sich „Vorsaison“ und daher ist die Insel nicht überlaufen sowie preislich in einer anderen Dimension als zur Hauptsaison. (Allerdings nur Flüge/Hotel)
Durch diesen Termin gab es zwar wieder etwas „Termindruck“, es liess sich damit aber recht gut leben ;)
Wer oder was ist eigentlich diese Osterinsel? Vielen ist sie bekannt, da sie die Heimat der Steinskulpturen, genannt Moais ist. Aber hier ein paar Details:
Die Osterinsel ist eine isoliert gelegene Insel im Südostpazifik, die politisch zu Chile gehört, geographisch jedoch zu Polynesien. Sie liegt südlich des südlichen Wendekreises. Der Hauptort Hanga Roa ist 3.526 km von der chilenischen Küste und 4.251 km von Tahiti entfernt. Das nächstgelegene bewohnte Eiland ist Pitcairn im Westen, in einer Entfernung von 2.078 Kilometern. Die Osterinsel gilt als der am weitesten von einem anderen bewohnten Ort entfernte Flecken Land auf dieser Erde…Respekt, das ist ein Wort!
2002 lebten auf der Osterinsel 3.837 Menschen. (Tendenz abnehmend) Bekannt ist die Insel vor allem wegen der monumentalen Steinskulpturen, den Moais. Seit 1995 ist die Osterinsel als Nationalpark Rapa Nui Teil des UNESCO-Welterbes.

Wir waren früh (7:00) am Flughafen in Santiago, denn wir hatten einen „internationalen Flug“ (Dank Landung aus Tahiti auf Rapa Nui) und genossen den Blick bei Sonnenaufgang auf die umliegenden Berge welche Santiago einschliessen. So sah die Hauptstadt schon ziemlich schick aus, denn die Stadt wird im Norden vom Aconcagua-Tal, im Süden vom Rancagua-Becken und seitlich von der Anden- und Küstenkordillere begrenzt.
Der Flug mit Fluggesellschaft „LAN“ war komplett ausgebucht und auch länger als gedacht. (5:15) Hurra.
Dank gutem Bordprogramm aber auszuhalten (Diverse Filme, Musik und Daddel-Spiele…)
Der „internationale“ Flughafen „Mataveri“  (IPC) in der Stadt Hanga Roa  hat eine 3,4 km lange Piste, ein An-Abfluggebäude und ein Gepäckband, welches auch hier von allen Flugästen sofort überlagert wurde. Es scheint „international“ zu sein, mit der Karre „in“ das Band zu fahren, sodass die anderen Passagiere nicht – oder besonders schwer an ihre Koffer kommen. Ebenfalls warten viele Einheimische am Band, die Pakete etc. geliefert bekamen. Erst danach kamen die Koffer der Gäste.
Auf der Insel landet lediglich eine Maschine am Tag. Entweder aus Santiago oder Tahiti. Peru soll bald folgen
Zur Begrüssung gibt es für jeden Ankömmling eine hübsche Blumenkette. Endlich hatte ich eine. Ich wollte schon immer eine haben. Das Wetter war warm, etwas schwül vielleicht, aber eine Brise zog über die Ortschaft. Es ist die Einzige Ortschaft auf der Insel…
In Hanga Roa gibt diverse B&B Hotels, Cabanas,  einen Campingplatz, Minimärkte, Souvenirläden, bunte Restaurants und ein Museum über die Inselgeschichte und die Rapa-Nui-Kultur. Inzwischen gibt es 4 Geldautomaten und eine Tankstelle mit grandioser Weinauswahl im Shop.
Toni die Riesenschildkröte (weitere 40 Freunde im Hafen)
Der örtliche Radiosender
Ausserhalb des Ortes gib es ebenfalls ein Spitzenhotel Namens „Explora“ mit allem Zipp und Zapp, für Vorsaisonale 1.000 US die Nacht / Person.
Im Ort befindet sich auch der einzige Hafen der Insel sowie Cook's Bay, die Stelle an der der britische Entdecker James Cook im Jahre 1774 gelandet ist. Ebenfalls in dieser Bucht hielten sich Schiffe eines deutschen Geschwaders vom 12. bis zum 18. Oktober 1914 auf, um beim Seegefecht bei Coronel einen halben Monat später versenkt zu werden.

Die Insel hat ca. +/- 3.837 Bewohner, ungefähr 3.000 leben davon in der Hauptort Hanga Roa. In den letzten Jahrzehnten gab es nicht nur Zuwanderungen. (auch einige Deutsche) Einwohner der Osterinsel sind auch zum Festland emigriert. Bei der Volkszählung 2002 wurde festgestellt, dass 2.269 Rapanui außerhalb der Osterinsel in Chile lebten.
Die Bevölkerungsdichte auf der Osterinsel beträgt nur 23 Einwohner pro km² (zum Vergleich Deutschland: 230, Schweiz: 181.
Die Amtssprache ist spanisch, im Alltag wird allerdings häufig Rapanui ein ostpolynesischer Dialekt, gesprochen…von dem man absolut nichts versteht.
Iorana! …Heisst Hola, bzw Hallo!



Badebucht
Avocdao
Strom for free
Die Einheimischen aka Rapanui sind eher schüchtern und überzeugen nicht gerade durch Freundlichkeit. Unfreundlich sind sie auch nicht. Eher so eine Art Gleichgültigkeit…oder so.
Nun, wir wollten ja dort keine Freunde finden. Relativ früh fiel uns aus: TEUERES Pflaster. Alles ist teuer. Klar, alles muss rangekarrt werden…viel entsteht nicht auf der Insel, selbst Obst und Gemüse ist hier eher dünn angesiedelt…ausser Süsskartoffeln in allen Variationen…Aber stetst waren die Speisen köstlich und hübsch angerichtet.
Ceviche



Örtliche BOMBEROS - Feuerwehr...
...Fahrzeuge sind aus fernen Ländern importiert

Kneipe

Ladengeschäft eines Deutschen
Vorspeisen im Restaurant starten meist bei ab 10,00€. Hauptgerichte gerne ab 20,00€. Und damit ist die Getränkefrage noch nicht geklärt. Für die Inselumrundung/Erkundung machten wir uns meist Sandwich oder nur Obst, denn ausser in Hanga Roa gibt es an dem (fast) einzigen Strand nur eine Art Würschtelstand…
Playa Anakena
Anakena

Wildpferde am Strand
gibt schlimmere Orte ;-)
Nachdem wir den Ort und die angrenzende Umgebung zu Fuß erkundet hatten, musste entweder eine geführte Tour oder ein Mietwagen her. Denn alle Moias, Höhlen und Badesituationen der Gegend kannten wir nun. Wir entschieden uns für Letzteres: unser eigener Herr zu sein. Stress brauchen wir ja mal im Urlaub gar nicht. Zumal wir ausreichend schriftliche Infos zu dem Moais hatten. Bzw. „ausreichend“ in unserem Sinn.
Moai (Übersetzung: steinerne Figur‘) werden die kolossalen Steinstatuen der Osterinsel genannt. Sie sind Bestandteil größerer Zeremonialanlagen, wie sie ähnlich auch aus anderen Bereichen der polynesischen Kultur bekannt sind….
AHU Bauweise




Die Insel bereist man am besten wie die Einheimischen es tun: Per Pferd, Moped, Quad oder Geländewagen. Da Quad und Moppet gleich teuer waren wie ein kleiner Suzuki, entschieden wir uns für den kleinen Jimny ohne Versicherung (gibt es nicht) für 45,00 €/Tag.
Wir hätten auch einen Land Rover Defender für umgerechnet: 500,00 €/Tag buchen können, fanden den Mietpreis allerdings etwas übertrieben…wir wollten schliesslich auch mal Mittagessen ;)
...alle meisten anderen Autos laufen unter "Schrottwagen"...manche sind so schrott, das wir nicht wissen, wie sie überhaupt noch fahren...

Das Klima hier ist subtropisch, die Jahreszeiten sind nicht ausgeprägt. Dafür gibt es starke Passatwinde. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 21 °C. Die durchschnittliche Wassertemperatur beträgt 18 °C. (bei uns 20/22 °C.) und die Temperatur lag zwischen 25-30 °C. Meistens ein Lüftchen. Perfekt also. Wenn weder Wind noch Schatten da waren, brannte die Sonne. Aber ohne Rücksicht auf Verluste…meinlieberhergesangsvereinhabenwiruns trotzeincremenbverbrannt.
Allerdings gab es auch Regen. Platzregen und Wolkenhimmel. Meistens morgens. Doch nach einem heftigen Knall war dann wieder alles vorbei und der Himmel blau. Schön so.
Die Landfläche der dreieckig geformten Insel misst 171 km². Die gesamte Küstenlänge beträgt ca.60 km. Die höchste Erhebung, der Berg Maunga Terevaka, ragt genau 507,41 Meter aus dem Meer. In Wirklichkeit ist er etwa 3.500 Meter hoch, 3.000 m liegen unter Wasser.
Die relativ junge Insel ist vulkanischen Ursprungs. Die Vulkane sind jedoch nicht mehr aktiv. Flüsse oder Bäche gibt es nicht. In den drei grössten Kratern haben sich Regenwasser-Seen gebildet. Der grösste Vulkankrater, Rano kau, hat einen Durchmesser von 600 m. Wahnsinn.




Ahu Akahanga wird auch als die
 "Plattform des Königs" genannt...

Weitere 70 größere und kleinere Vulkankegel befinden sich auf der Insel. Quasi irgendwie alles hügelig.
Um sich alles anschauen zu können muss man ein Ticket für den Nationalpark erwerben, welches mit 60,00 US ziemlich teuer ist. Einen Grossteil des Parks kann man aber auch ohne Ticket durchfahren, wenn man aber das Dorf Orongo oder die „Moai-Fabrik“ Rano Rarakau besichtigen möchte, kommt man nicht Drumherum. Die Erhöhung der Ticketpreise gab damals mächtig Ärger von den Einheimischen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Orongo_(Osterinsel)
http://de.wikipedia.org/wiki/Orongo_(Osterinsel)#H.C3.A4user




Die Moais stehen auf Plattformen, den sogenannten „Ahus“. Fast alle Ahus (bis auf eine) befinden sich direkt an der Küste, und ein oder mehrere Moais stehen jeweils mit dem Rücken zum Meer auf den Ahus.
Einige Moais sind umgefallen und liegen mit dem Kopf auf dem Boden, andere stehen kerzengerade oder wurden wieder errichtet…was wohl nicht einfach ist...bzw. war...

In der Farbrik Rano Raraku ist ein 21 Meter grosser, unfertiger Moai zu sehen. Über 300 mehr oder weniger fertiggestellte Statuen stehen in halber Höhe des Hanges rund um den Kraterrand. Sie sind heute bis zum Kinn bzw. der Brustpartie ins Erdreich eingegraben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Rano_Raraku





Die größte aufgerichtete Figur mit Namen Paro am Ahu Te Pito Kura ist 9,8 Meter hoch.
Die Größe der Statuen beträgt im Durchschnitt 4,05 Meter, das Durchschnittsgewicht 12,5 Tonnen.


Der Grösste liegt auf der Nase...
Es gibt verschiedene Moais. Die Statue besteht aus einem Körper, der aus grauem Fels geschlagen ist. Auf dem Kopf trägt der Moai einen roten Stein, der jedoch keinen Hut symbolisiert, sondern die damalige Haartracht. Auch die Steine sind gewaltig und schwer wie zwei Elefanten…viele der Hüte sind allerdings bereits durch Erdbeben und "Altersschwäche" heruntergefallen.

Die Augen des Moai waren aus Koralle (für den Augapfel) und Obsidian (für die Pupille) gefertigt. Leider blieb lediglich ein einziges Auge erhalten und dieses befindet sich im Museum.
Das genaue Alter der Figuren ist umstritten, mittlerweile ist fast sicher, dass sie keinesfalls älter als 1500 Jahre sind. Pater Sebastian Englert nummerierte und katalogisierte 638 Statuen, ermittelte 887, ursprünglich waren es wohl über 1.000.
Genug „Steinkunde“.
Weitere Einzelheiten gibt es hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Moai

Viele der Rapanui sind tätowiert. Aber richtig. Komplett bemalt. Die meisten Männer tragen lange Haare. Frauen ebenfalls. Wenn sie nicht offen sind, tragen sie sie wie unsere Schwägerin Luisa. Auch die Jungs. Wir entschieden, dass sie meistens dick oder dünn sind. Mittelmaß gibt es eher selten. Im restlichen Chile (bis dato) ebenfalls. Einige der Rapanui sind dem Alkohol verfallen, da der Tagesablauf und Aufgaben etas beschränkt sind...sie trifft man morgens schon mit dem kühlen Bierchen in der Hand.

Auf der Insel gibt es neben Wildpferden viele Strassenhunde, besonders in Ranga Hoa.. Interessant ist, dass fast alle von einem Schäferhund abstammen…
Unser Freund SPOON
Die Weihnachtszeit beginnt auch hier kurz vor knapp. 2 Tage vor dem Weihnachtfest begann die Deko-Phase und die Kinder übten Weihnachtslieder in der Kirche. Bedingt durch das Wetter und die völlig untypische Umgebung war es auch für uns nicht schlimm. Lediglich am Heiligabend kam etwas Wehmut auf, da wir wussten, dass wir schöne Stunden mit unseren Liebsten in Hannover und Österreich verpassten. Wir verbrachten den Abend vorerst bei einem herrlichen Sonnenuntergang, danach gingen wir hübsch essen und genossen von der Terrasse den Blick auf den Pazifik. Am Weihnachtstag gingen wir zur Kirche die Weihnachtsmesse, bei der gleichzeitig eine Taufe stattfand. Alles Besucher hatten sich hübsch gemacht, besonders die Herren fielen auf, denn sie trugen alle bunte Hemden mit Blumenmotiven.
Kirche
Kinder üben Weihnachtslieder
Krippe
Weihnachtsbaum
Wir genossen die Insel bei meist gutem Wetter insgesamt eine Woche, was eher untypisch ist. Die meisten Besucher bleiben nur 3-5 Tage.
Rapanui!
Höhle....
...mit Malereien
Aussenpool
Landestypisches Tattoo...



Steakplatte a la Rapanui
Toll ist, dass die Insel nie wirklich überlaufen ist, Dank nur einer Maschine am Tag...
Am 26.12. flogen wir zurück nach Santiago. Zum Abschied erhält jeder Gast von seinem Hotel etc. eine Muschelkette…somit war es eine wirklich sehr schöne, runde Sache!