Die Hafenstadt Puerto Natales ist eine Stadt mit 19.319 Einwohnern und liegt 247 km nordwestlich von Punta Arenas am Última-Esperanza-Fjord. Sie wurde im Jahre 1911 gegründet. Sie bildet die Ausgangsbasis für Exkursionen in den Nationalpark Torres del Paine und den Nationalpark Bernardo O’Higgins, sowie für Feuerland- und Patagonien-Touren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Puerto_Natales
Man sah sofort, dass die geschäftstüchtigen Chilenen ihre Chance ergriffen hatten. Hotels, Hostels, Bars, Restaurants waren für jeden Geldbeutel zu finden.
Wie in San Pedro de Atacama war auch hier eine geniale Mischung. Meistens richtig nett, teilweise liebevoll gemacht. Gefiel uns irgendwie sehr gut. Wir beschlossen eine Nacht im Hostel zu verbringen, eines mit angrenzendem Café, in welchem wir am nächsten Morgen ein grandioses Frühstück (mit Rührei und selbstgemachtem Brot) erhalten sollten.
Es war fantastisch. Als DZ überliess man uns ein gesamtes Appartement, mit Flokati- teppichen und heissem Ofen…
Relativ früh, zu früh für die Supermärkte in Natales, machten wir uns auf zum ca. 100 km entfernten „Parque Nacional Los Glaciares“, welcher ebenfalls sehr spektakulär sein soll.
Im Norden grenzt dieser Nationalpark an Argentinien Im Westen liegt der Grey-Gletscher mit dem See Lago Grey, im Süden der Lago del Toro und im Osten der Lago Sarmiento de Gamboa. Die Nationalpark-Fläche umfasst 2420 km². Er ist durchzogen von bis zu beinahe 3000 m hohen Bergen, Gletschern, Fjorden und großen Seen.
Die „Torres del Paine“ sind das Wahrzeichen des Nationalparks. Dabei handelt es sich um drei nadelartige Granitberge, die zwischen 2600 und 2850 m hoch sind. Die Berge liegen etwa in der Mitte des Nationalparks..Der höchste Berg im Nationalpark ist der Cerro Paine Grande mit 3050 m.Große Teile des Nationalparks sind vergletschert. Der bekannteste Gletscher ist der Grey-Gletscher, der in den Lago Grey kalbt...(kalben?)
http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Torres_del_Paine
Unser erstes Ziel war der Lago Grey, wo wir eine 3 stündige Wanderung unternahmen um einen Blick auf den Grey-Gletscher zu erhaschen. Hier machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem patagonischen Wind, der so extrem war, dass man nur schwer vorankam. Der Wind hakte sich regelrecht unter uns und schob einen dahin wo er wollte und peitschte wie Faustschläge ins Gesicht. Zwischendrin Sonne extrem. Das hatten wir selbst während unseres 7 tägigen Aufenthalt auf Feuerland nicht erlebt.
Die schwimmenden Eisberge und später der Blick auf den (leider weit entfernten) Gletscher, waren es aber wert gewesen, sich dem Wind und Wetter Spektakel auszusetzen.
![]() |
| links von der Eisscholle laufen Menschen |
Der gesamte Park ist tatsächlich wunderschön und vielseitig. Die Farben der Seen und Berge einfach nur wow! Friedliche Guanakos in Scharen am Wegesrand.
![]() |
| Ab heute weht ein anderer Wind! |
![]() |
| Hoppala, fast gestolpert |
![]() |
| Guanako-Durcheinander |
![]() |
| TORRES DEL PAIN/E |
![]() |
| Vollkornpasta mit Soja-Bolognese - begleitet von Don. Don David aus Cafayate |
Der Weg dahin sei laut dem patagonischen „Trekking-Guide“ EASY & MODERATE. 4 Stunden „trekken“ und wir wären dort. Was solls, hörte sich ja nicht schlimm an.
Nach einem abwechslungsreichen Frühstück zwiebelten wir uns zusammen, kochten Wegzehrung und machten uns bei Sonnenschein um 10:29 auf.
![]() |
| Frühstück |
Hallo? Das klang aber irgendwie anders, als gedacht. Ausser sitzenbleiben oder Handtuch werfen und umdrehen blieb mir nur noch: WEITERMACHEN. Auch wenn ich schon wusste, dass der Rückweg wahrscheinlich genauso furchtbar werden würde, biss ich Zähne und alles was ich konnte zusammen. Natürlich war es schön, es war sogar wunderbar schön.
Dennoch ging es hoch und runter und die Muskeln machten sich langsam bemerkbar. Zwar machten wir nur 1000 m Höhenmeter, aber durch das ständige auf und ab, durch Wald und Flussbetten, über Stock und Stein und Felsen.
![]() |
| V-Ast to go |
Nach der „Baumgrenze“ kam der Wind. Dann Regen. Super Sache. Und ab da hiess es für uns: KLETTERN. Das letzte Stück (1 Stunde) war so steil und vor allem voller Felsen. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen sollte. Ich tat einfach beides. Wie auch die letzten Kilometer entschieden wir uns für: durchbeissen. Ich dachte an meine Tüte Gummibärchen im Rucksack. Vorausgesetzt ich schaffe diesen Aufstieg, bei inzwischen Wind und Regen, dann würde ich sie uns kredenzen. Seit Brasilien haben wir sie für eine besondere Situation aufgehoben…
Um genau 13:39 erreichten wir den Mirador. Schneller als gedacht. Pausen gab es nicht. Getrunken wurde im Gehen, pinkeln wurde vergessen. Durchmarsch. Was ich hab – das hab ich.
Der Aufstieg war wirklich der Horror, für mich weder easy & moderate, auch nicht media.
Einfach nur alta, Alter…aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen!!!
Während wir unser Essen und danach die Gummibärchen reinschaufelten, fing es heftiger an zu regnen und zu stürmen. Es störte uns nicht, denn wir genossen einfach nur den Blick, denn der war atemberaubend und es entschädigte für alles…bis wir uns wieder um 14:35 auf den Heimweg machten. Dieser war eigentlich noch schlimmer. Das bergab machte uns wackelig auf den Beinen. Kein Schritt tat nicht weh. Der Wind nahm zu und bliess so stark, dass er Clemens fast den Abhang runtergeschubst hätte. Schotter flog durch die Gegend Zusammengekauert unter einem Busch mussten wir abwarten, bis er sich beruhigte.
![]() |
| geschafft... |
Wir beschlossen ab heute ein neues Konzept einzuleiten, ab heute gilt nur noch „Wandern wegen Wow“…
Schon an Tag danach war er da - der Muskelkater. Fiese Kröte!
Wie auf Eiern erreichten wir nach einer sehr windigen Nacht auf zur noch windigeren Grenze und Zollstation „Cerro Castillo“, bevor wir wieder in Argentinien eincheckten.
Dort wartete auf uns der der „kalbende“ Gletscher Perito Moreno…




























































