02.11.2011

27.10.2011 Puerto Deseado / Argentinien

Bei Sonnenschein und 20 Grad düsten die Ruta 3 entlang und liessen den Atlantik links von uns liegen. Nach dem Ort Fitz Roy wechselten wir auf die nicht geteerte Strasse RP 281, die uns nach 126 km in das beschauliche Örtchen „Puerto Deseado“ brachte.

In der beschaulichen 12.000 Einwohner Hafenstadt fand Magellan 1520 schon Zuflucht, nach einem Sturm. Direkt am Ortseingang liegt das „RESERVA NATURAL RÍA DESEADO“, welches nicht nur wunderschön am Mündungstrichter des Flusses gelegen ist, sondern auch zu den wichtigsten Meeresschutzgebieten Patagoniens gehört.

Puerto Deseado (gegründet als Port Desire) ist die Hauptstadt des Departamento Deseado in der argentinischen Provinz Santa Cruz in Patagonien. Sie hat etwa 10.000 Einwohner, liegt an der Mündung des Río Deseado in den Atlantischen Ozean und verfügt über einen Fischereihafen.
Die Stadt wurde von Thomas Cavendish im Jahre 1586 gegründet und nach dessen Schiff Port Desire benannt. Später verbreitete sich die spanische Übersetzung und wurde schließlich zum offiziellen Namen

http://de.wikipedia.org/wiki/Puerto_Deseado
25 Kilometer entfernt lag aber der eigentliche Grund für unseren Abstecher hierher: Die „Isla Pingüinos.“ Denn hier gab es nicht nur Magellan-Pinguine, Vögel aller Art und Seelöwen, nein es gab etwas noch tolleres: den „Rockhopper “ oder „Felsenpinguin“…es war die nördlichste Stelle ihn zu treffen.
Der Ort war nicht überlaufen, trotz Sonnenschein windete es, dass wir einen Campingplatz aufsuchten und nicht wie angedacht in Parque Ría Deseado zwischen den Felsen am blauen Wasser campierten. Auch hier war der Camping Municipal unschlagbar sauber und günstig und wir mal wieder alleine dort.
Völlig naiv dachten wir, dass man täglich eine Tour auf die Insel machen kann. War aber nicht so um diese Jahreszeit. Dennoch hatten wir Glück, da am Tag darauf eine Gruppe von 25 Biologiestudenten aus Ushuaia die Tour gebucht haben. Somit wäre die Mindetsteilnehmerzahl von 8 gegeben…und das Wetter spielte hoffentlich auch mit.

Die Wartezeit auf die Rockhoppers vertrieben wir uns mit der Erkundung des Parque Ría Deseado.
Danach ging es zum Cabo Blancos. Es lag 80 km entfernt an der Küste gelegen und versprühte den Charme von einem Rosamunde Pilcher Film in Cornwall …es war beeindruckend, wie die Wellen an dem Felsen zerschellten, auf dem der Leuchtturm thronte.
Balkon vom Leuchtturmwärter
Am nächsten Morgen standen wir um 8:00 bei DARVIN Expeditions auf der Matte und man teilte uns mit, dass heute unser Glückstag sei. Die Studenten hatten abgesagt und somit waren wir nur 6 Passagiere. Zudem war es recht windstill und die Sonne strahlte mit uns um die Wette.
Zwei argentinische Damen, zwei englische „Traveller“ und wir sollten den Tag auf der Insel mit zwei Guides und den Tieren verbringen. Auf der 1 stündigen Schnellbootfahrt erfuhren wir, dass die Engländer, Angi &und Phil seit 5 Jahren unterwegs waren und das es der Phil war, dessen Homepage wir schon kannten, da diese mit nützlichen Infos versehen war und wir ab und zu nach Nützlichem schauten. Lustig, man trifft sie alle irgendwann.

Die Isla Pingüinos erreichten nachdem wir die vorgelagerte See-Löweninsel genauer betrachtet haben. Die Tiere sind ja wirklich umwerfend niedlich. Aber sie stinken auch wirklich umwerfend. Unbeschreiblich.
Schon am Strand begrüssten uns die ersten Magellanpinguine. Diese waren allerdings scheuer, sie sahen auch weniger Menschen, als in der Punta Tombo und am Cabo dos Bahias. Hier brüteten ebenfalls viele Tiere. Die Vogelwelt war ebenfalls sehr gut vertreten und wir marschierten über die Insel. Wunderschön mal wieder. Unsere Guides erklärten die Flora und Fauna und die Geschichte der Insel und des Leuchtturms.
Vor einigen Hundert Jahren haben die Spanier die dort lebenden Seehunde (30.000 Stk/Jahr) abgeschlachtet und dessen Öl für die Strassenbeleuchtung in Spanien eingesetzt.
Und nach einem Hügel waren sie dann endlich da. Sie waren nicht scheu. Sie wichen nicht zur Seite. Sie blieben wo sie sind und sie waren einfach cool. Völlig fasziniert sahen sie uns und wir sie an. Die Damen brüteten noch nicht. In einer riesigen Traube standen sie zusammen. Manchmal Paarweise. Viele waren auf der Suche nach Ihrer/m Mann/Frau.
Die Männer kommen früher zum Brutplatz auf die Insel um alles „vorzubereiten“…wenn alles hübsch gemacht ist, reisen die Damen an. Dann müssen sie die passenden Pärchen nur noch finden. Daher schreien alle durcheinander. Pinguine leben (angeblich) ihr Leben (bis 30 Jahre) monogam. Wenn sich die Paare gefunden haben, geht Mutter dann in ihr Nest zum Brüten und Vaddern kümmert sich um die Nahrung. Bis zu 600 Kilometer düst, schwimmt er durch die Gegend. Teilweise kommen sie so überfressen zurück, dass sie nicht mehr laufen konnten. Wir beobachten zwei, die aus dem Meer kamen und immer nach vorne umkippten und nur noch auf dem Bauch weiterrobbten. Schön, dass es den Pinguinen nicht anders ist…
Seelöwen sahen wir natürlich auch. Inmitten der Gruppe lag eine See-Elefanten Dame.
Gegen Mittag machten wir uns auf den Rückweg und erreichten den Hafen erst, nachdem uns 7 Commerson Delphine begleitet hatten, sie sprangen um unser Boot. Sie sind angeblich die kleinsten Delphine der Welt. Dafür aber auch die coolsten. So fanden wir. Sie waren nur so schnell, dass das Bild Material eher bescheiden ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Commerson-Delfin

Dieses Erlebnis setzte dem Ausflug nach Puerto Deseado und Capo Blanco im Gesamtkonzept die Krone auf und natürlich gab es auch hier die Bestnote.
Die Rockhoppers tauften wir „Strähnchen-Rockstar-Pinguin“.