Also der Weg dorthin war - ob ihrs glaubt oder nicht – echt beeindruckend. Auch hier kam hinter jeder Kurve etwas Schönes um die Ecke. Wir waren sprachlos. Sollte sich Bolivien jetzt schon gelohnt haben? Der Grenz- und Zollstress geriet so langsam in Vergessenheit.
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| ...Erster Sichtkontakt mit dem Salzsee...(hinten) |
Den Ort Uyuni braucht man nicht wirklich. Grau in Grau und „möchtegerntouristisch“.
Glücklicherweise hatten wir eine Hotel und Restaurantempfehlung im Vorfeld erhalten. Ausser 34 Pizza-und Pommesbuden sah man im Centrum kein anständiges Restaurant und somit –sorry – sich erbrechende Touristen auf der Strasse aus einem Lokal kommend. Kein Witz. Wir checkten im Hotel Tonito ein, welches ebenfalls eine Pizzeria im Wohnzimmer hatte. Obwohl die Eigentümer amerikanisch/bolivianisch sind, aßen wir - sorry Joey - die Beste Pizza ever... Ich träume heute noch davon.
Die Preise in dem Ort waren für Übernachtung, Speisen etc. weitaus höher als in den Städten zuvor. Der Ort musste ja auch irgendwie zu Kräften kommen. Ausser dem See und einem Lokomotiven- Friedhof gab es nichts.
Noch einmal buntes Diesel für n Appel und n Ei tanken und dann aber auch bloss auf den See.
Der Salar de Uyuni ist mit mehr als 10.000 km² der größte Salzsee der Welt. Er liegt im Südwesten Boliviens auf einer Höhe von 3.653 m und gehört zu den Landschaften des Altiplano. Mit gleißender Helligkeit am Tag und sehr kalten Nächten ähnelt er äußerlich einem sehr hart gefrorenen See.
Die Salzmenge des Salar de Uyuni wird auf ungefähr 10 Milliarden Tonnen geschätzt. Jährlich werden davon etwa 25.000 Tonnen abgebaut und in die Städte transportiert. Darüber hinaus gilt der See als eines der weltweit größten Lithiumvorkommen. Der See ist so gut wie frei von jeglicher Art von Lebewesen. Er ist Brutplatz einiger nur in Südamerika vorkommender Flamingo-Arten.
Während der Regenzeit kann die Salzkruste lokal mit mehreren Dezimetern Wasser bedeckt sein; etwa von Ende Juni bis zum Beginn der Regenzeit Anfang Dezember ist der Salar trocken. Mit Ausnahme der schlammigen Uferzonen und einzelner Wasseraugen (ojos) kann dann die bis zu 30 m mächtige Salzkruste selbst von Bussen und LKWs befahren werden.
Hingegen einiger Ratschläge fuhren wir mit unseren eigenen Autos und ohne Guide/Tourigruppe auf dem See. Die meisten „Gringos“ buchen Tagestouren und düsen in überfüllten Jeeps über den See (und die anschliessende Lagunen Route), schlafen in usseligen Unterkünften und essen furchtbares Essen. Hurra.
Wir nicht.
Wir waren immerhin zu viert mit unseren beiden schicken Autos, Kühlschränke waren voll, Grill geputzt, Weinvorräte aufgestockt. Stimmung gut. Arme hoch.
Was sollte da schiefgehen?
Hinter einer selbstentworfenen Müllkippe ging es ca. 20 km über Wellblech-und Schotterpisten an dem See vorbei. Hinter einem recht freundlichen Militärposten dann links ab. Auch hier - am Beginn des Salzsees - wohnten Menschen. Weitere Salzhotels wurden gebaut. Diese Übernachtungen kosten richtig Asche. Im Ort waren primär Backpackerunterkünfte zu finden und kein Campingplatz.
Die Auffahrt zum See eröffnete ein Todesdenkmal. Ca. 12 Personen waren um das Leben gekommen. Bolivianer, Japaner und Israelis. Die Ursache stand nicht dabei. Erfuhren wir allerdings erst Tage später.
Und dann fuhren wir los, immer mit einem Auge auf den Boden. „Ojos“ sollte man umfahren. Bräunliche „Augen“ die matschig oder aber auch offen sind und in denen man leicht versinken kann. Schon etliche waren darin hängengeblieben. Ob es eigtl. einen Salar-ADAC gibt?
Wir genossen die Fahrt bei herrlichem Sonnenschein. Es war so hell, dass ohne Sonnenbrille nichts auszurichten war. Hut/Mütze musste ebenfalls sein, neben Sonnenschutz Faktor 50-70. Wir hatten einige GPS Daten gesammelt. Auf dem See gab es diverse Inseln. Ein paar wenige wurden von allen (ALLEN) Touren angefahren. Somit zentrierte sich dort ein Haufen von Jeeps. Nichts für uns Rockstars. Unsere eigene Insel musste her. Somit fanden wir nach einer schönen, stilechten „freien“ CRUISEREI unsere „Isla Mondsichel.“
Hier liessen wir uns gegen Nachmittag nieder, parkten die Autos auf dem kleinen Stück Strand und fingen an Holz zu sammeln für das nächtliche Lagerfeuer. Bis zu – 5 /-10 Grad sollten/konnte es nachts werden. Und bevor wir in unser Dachzelt krabbeln mussten, sollte es uns doch etwas warm werden.
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| Isla Mondsichel |
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| Mein Hut... |
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| ...braucht keine Ecken |
Holzsammeln fiel aus wegen „ nichts da.“ Wir fanden nur Gestrüpp als Anzünder und 5m hohe Kakteen.
Es wurde ein Kaktus. Friso und Clemens zückten ihre „Macheten“ und rückten dem einzig morschen Kaktus zu Leibe. Es dauerte Stunden. Völlig fertig - aber mit Kaktus unterm Arm – kamen die beiden stolz zu ihren Frauen und „frönten“ völlig abgekämpft und ausgehungert dem Abendessen. Der erste Salar-Bräuler/Gockel hatte seinen Dienst nach 3 Stunden auf dem Grill hinter sich gebracht. Danach stieg unsere erste Salarparty mit Rotwein, Kaktuslagerfeuer und Tanzmusik. Nach nur 30 Min. war die Meterware Kaktus erloschen und nur ein Häufchen Asche war übrig. Demnach erhöhten wir die Dosis Tanzmusik…denn es hatte sich neben der Kälte noch ein aufmüpfiger Wind eingeschlichen der um uns herum tanzte, sodass sogar Stühle flogen.
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| Ran an die Arbeit... |
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| ...brennt 30 Minuten... |
Die Nacht haben wir überlebt. Das Zeltdach flatterte uns zwar um die Ohren, aber Dank „Chullo“ hielten sie es unversehrt aus. Wie zwei Marshmallow hatten wir uns nachts ausgetanzt und satt in die Schlafsäcke gepresst. Morgens schien die Sonne so extrem auf unsere Luke, dass wir uns möglichst schnell wieder ent-zwiebeln mussten. Das Zwiebelprinzip war nach wie vor das Effektivste.
Wir brachen auf um weitere Ecken des Sees und einen neuen Schlafplatz zu finden.Wieder herrlicher Sonnenschein, kaum jmd. zu sehen bzw. niemand.
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| Harte Arbeit |
Gegen Mittag wollten wir bei einer Insel mit angrenzender Lagune Halt machen und die Wochenendbolognese in der Sonne verputzen. Die Idee war gut. Doch die Ausführung…
Clemens und ich standen nun auf der kleinen, charmanten Insel. Doch Sprinterli kam nicht hinterher. Als wie ausstiegen, sahen wir was los war. Der Mercedes steckte fest. Auf den ersten Blick sah es nicht so schlimm aus, sodass ich (!) meinen knurrenden auf Bolognese eingestellten Magen vergaß. Wäre ja schnell gemacht.
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| Lagune zur Mittagszeit |
Es schien irgendwann aussichtslos. Aber wir gaben nicht auf. Auch, als der Sprinter bis zum Bodenblech auflag..
Auch nachdem sich Lord Höördie 3 x eingegraben und festgefahren hatte, machten wir weiter. Zwischendrin war bei uns vieren der Tobsuchtsanfall nah. Sehr nah. Es wurde kalt. Und dunkel.
Erwähnte ich, dass wir eigentlich Mittagessen wollten?
Und wo waren die gelben Engel wenn man sie brauchte.
Es war niemand da. Nur wir. Wir Vier.
Nach über 5 (!) Stunden war es vollbracht. Lord Höördie zog den Sprinter über den Strand, Clemens gab weiter Gas, um bloss nicht steckenzubleiben, auf eine „feste“ Stelle auf den Salzsee zurück…
Wir fielen uns in die Arme, küssten uns und die Autos. Ja, wir waren Rockstars!
Aus Gewohnheit und Sicherheit fuhren wir die Isla Mondsichel wieder an.
Um Punkt 20:15 alias Tatortzeit sassen wir alle vier zusammengepackt in Sprinterlis Wohnzimmer…Geschockt und froh über den Ausklang des Tages. Wir waren völlig kaputt aber glücklich. Angestossen haben wir natürlich auch auf das Happy End. Mit einem Tässchen Rotwein und klar - Spagetti Bolognese. Endlich!
Nun konnten wir auch friedlich um 21:00 schlafen gehen. Ein fast normaler Sonntag ging zu Ende.
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| Held des Tages |
Der nächste Morgen war kälter. Von der Nacht haben wir vor Erschöpfung nichts mitbekommen. Nach einem Frühstück DELUXE, welches wir vier uns nie nehmen liessen, starteten wir gen Stadt Uyuni. Bevor wir weiter Richtung Lagunen fuhren, mussten wir wieder die Autos tanken und vor allem vom Salz befreien. Das Zeug war hartnäckig. Es war überall. Mal eine gesunde Abwechslung zu dem sonstigen Staub.
Nach einer Fotosession suchten wir uns noch ein Ojo…wir wollten unser eigenes Salarsalz gewinnen. Das Wasser ist übrigens so salzig, dass wenn man die Hand hineingesteckt hat, die Hände weiss und pelzig werden.
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| Ojo! (Auch bekannt als"Augen auf") |
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| Tschüss, Salar! |
Als wir freundlich sagten, dass der Preis ok sei, dann aber bitte mit Rechnung, kostete er spontan weder 0,35 €/ Liter. Geht doch.
Eine Autowaschanlage fand sich ebenfalls, die auch noch spontan (und das gibt es hier selten) die Gelenke schmierte sowie den Unterboden mit Altöl & Diesel versiegelte…Unterbodenschutz vom Feinsten.
Unser Lord Höördie war fast wie neu – roch zwar streng - aber wir hatten ihn aus seiner Salzkruste gepuhlt. Wir stockten die Gemüse, Obst, Brot und Eierabteilung auf und freuten uns auf die am Tag drauf geplante Abfahrt zu den bunten Lagunen. Und wir bereuten nicht, dass wir vier auf eigenen Faust auf dem See waren sondern erfreuten uns an unserem gemeinsamen Abenteuer!
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| andere Länder, andere Farben |
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| Kontrolle ist besser |
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| Tuut - tuut! |



































































